Rheinfähre Langst–Kaiserswerth

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MICHAELA II
Fährschiff MICHAELA II am Fähranleger in Langst
Fährschiff MICHAELA II am Fähranleger in Langst
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Autofähre
Heimathafen Meerbusch
Eigner Rheinfährbetrieb Schäfer GmbH
Bauwerft Scheepswerf Made BV, Niederlande[1]
Stapellauf 1993[1]
Verbleib in Fahrt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
44 m (Lüa)
Breite 11 m
Tiefgang max. 1,28 m
 
Besatzung > 2
Maschinenanlage
Maschine 2 × Hauptmotoren
(MAN-Dieselmotor, 6 Zyl.)
+ 1 × Reserve
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
516 PS (380 kW)
Höchst-
geschwindigkeit
8 kn (15 km/h)
Transportkapazitäten
Tragfähigkeit 72 tdw
Zugelassene Passagierzahl 250
Fahrzeugkapazität 27 PKW
Sonstiges
Registrier-
nummern

ENI: 04809870

Fährverbindung
Strecke

Meerbusch-LangstDüsseldorf-Kaiserswerth

Die Rheinfähre Langst–Kaiserswerth ist eine Autofährverbindung über den Rhein auf Höhe von Rheinkilometer 755, nördlich von Düsseldorf. Die Fähre verkehrt zwischen dem linksrheinischen Ort Langst-Kierst (zu Meerbusch) und dem rechtsrheinischen Kaiserswerth (zu Düsseldorf).[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine regelmäßig verkehrende Fähre über den Rhein bei Kaiserswerth gab es wahrscheinlich bereits seit dem Mittelalter,[3] als Kaiserswerth noch Königs- bzw. Kaisersitz und eine der wichtigsten Städte entlang des Niederrheines war. Zur Überwachung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein und zur Kassierung des Zolls verfügte die Stadt über Kontrollstellen an beiden Ufern.

Ursprünglich handelte es sich bei den Fährschiffen um einfache Schalden, kleine Ruderkähne. Diese transportierten Personen und verschiedene Waren, z. B. Kalk aus dem Bergischen Land als wichtiger Baustoff oder in der Gegenrichtung Obst und Gemüse vom Niederrhein. Auch Treidelpferde, die die Schiffe vom Ufer aus den Rhein hinauf zogen, wurden hier übergesetzt.[3]

Ab 1825 wurden Gierponte eingesetzt. Da es aber immer wieder vorkam, dass Schiffe am Gierseil hängenblieben und hierdurch die Fahrt gestört wurde, wechselte man schließlich in den 1950er-Jahren auf frei fahrende Motorschiffe mit Dieselmotor.

In den späten 1960er-Jahren wurde die Fährverbindung vom Familienunternehmen Schäfer übernommen,[1] die diese bis heute, inzwischen in zweiter Generation, aufrechterhält.

Einen erheblichen Einschnitt stellte für die Fähre Langst–Kaiserswerth der Bau der nur etwa 3 km stromaufwärts gelegenen Flughafenbrücke im Jahr 2001/2002 dar. Zuvor war die Fähre eine wichtige Abkürzung für viele Berufspendler gewesen; mit Eröffnung der Brücke nahm das Verkehrsaufkommen stark ab. Heute nutzen deutlich weniger Berufstätige und Schüler der Kaiserswerther Gymnasien regelmäßig an Werktagen die Fähre. Den größten Anteil an den Fahrgästen machen Touristen und Ausflügler aus; entsprechend ist die Fähre vor allem an Sonn- und Feiertagen bei schönem Wetter stark frequentiert.[2]

Betriebszeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Fähre verkehrt – außer während der Betriebspausen (siehe unten) – werktags ab morgens um 7 Uhr, sonn- und feiertags ab 9 Uhr bis abends um 19 oder 20 Uhr. Die Fähre pendelt nach Bedarf.[4][5]

Jedes Jahr im Juli, während der Düsseldorfer Rheinkirmes, wird das Fährschiff Michaela II gemeinsam mit der Personenfähre Maria-Franziska für eine Woche als „Kirmesfähre“ zwischen der Düsseldorfer Altstadt und der Kirmeswiese im linksrheinischen Stadtteil Oberkassel eingesetzt. Der Fährbetrieb zwischen Langst und Kaiserswerth pausiert in dieser Zeit.[4]

Im Winter, von kurz vor Weihnachten bis Anfang Februar, stellt die Fähre den Betrieb ein.[4] Auch Hochwasser oder Eisgang stören im Winterhalbjahr gelegentlich den Betrieb.

Fährschiff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Infobox rechts

Das aktuell eingesetzte Fährschiff ist die Michaela II, in Betrieb seit 1993.[6] Es handelt sich um eine typische Fluss-Autofähre mit geringem Tiefgang, ausgeführt als offene Doppelendfähre. Auf dem offenen Deck haben bis zu 17 PKW Platz, daneben bis zu 250 Personen. Das Schiff verfügt als Antrieb über zwei Hauptmotoren und einen Reservemotor mit einer Leistung von insgesamt 516 PS.

Im Winter 2012/2013 wurden die Motoren des Fährschiffs überholt und ertüchtigt.[1][7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rheinfähre Langst-Kaiserswerth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Innovation: Emissionsarm zum anderen Rheinufer. NRW.Bank, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  2. a b Strom-KM 755: Autofähre Kaiserswerth - Langst. RadRegionRheinland, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  3. a b 1 - Rheinfähre zwischen Langst und Kaiserswerth. Stadt Meerbusch, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  4. a b c Langst - Kaiserswerth: Fahrzeiten. Rheinfährbetrieb Schäfer, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  5. Birgit Poppe, Klaus Silla: Op Jück am Niederrhein: Weit mehr als plattes Land (= Lieblingsplätze). Gmeiner-Verlag, 2013, ISBN 3-8392-4036-0, Kap. 64 «Fährmann, hol′ über!» (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Fähre Lank-Latum – Kaiserswerth. Binnenschiffe Rheinruhr, abgerufen am 27. Oktober 2014.
  7. Stärkere Motoren für Rheinfähre Michaela II. In: Rheinische Post. 7. Januar 2013 (rp-online.de).

Koordinaten: 51° 17′ 52″ N, 6° 43′ 35,8″ O