Rheinkalk

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Rheinkalk GmbH

Rechtsform GmbH
Gründung 1999
Sitz Wülfrath, Deutschland
Leitung Philipp Niemann
Mitarbeiterzahl 1.200 (2019)[1]
Umsatz 400,14 Mio. (2019)[1]
Branche Baustoffe
Website www.Lhoist.de
Kalksteinbruch und See, im Hintergrund links und rechts die Werksgebäude Flandersbach
Rheinkalk-Bruch Rösenbeck
Rheinkalk-Hauptverwaltung, Wülfrath. Architekt: Eike Becker
Video: Kalksteingewinnung und -verarbeitung im Kalkwerk Flandersbach, 2006

Lhoist Germany Rheinkalk GmbH ist eine Unternehmensgruppe der belgischen Lhoist-Gruppe, dem weltgrößten Hersteller von Kalk- und Dolomit-Erzeugnissen. Sitz des Unternehmens ist Wülfrath im Regierungsbezirk Düsseldorf. Hier befindet sich auch das Werk Flandersbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rheinisch-Westfälische Kalkwerke AG (später RWK Kalk AG) wurde 1887 von Wilhelm Schüler, Anton Winter und der Gewerkschaft Maximilian gegründet. An ihr beteiligte sich 1993 die belgische Lhoist-Gruppe. 1999 kam es zur Zusammenführung RWK Kalk AG und der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke AG zur Rheinkalk GmbH.

Die Rheinischen Kalksteinwerke in Wülfrath waren 1903 von August Thyssen gegründet worden, um sich Kalksteinvorkommen für die Stahlproduktion zu sichern. Lhoist übernahm das Unternehmen 1997.[2]

Ende August 1944 wurde im versteckt liegenden Hönnetal im Steinbruch Emil 1 der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke mit dem Ausbau einer gigantischen Stollenanlage begonnen (Deckname Schwalbe I), mit dem Ziel der Sicherung der kriegsrelevanten Mineralölindustrie vor der Zerstörung durch alliierte Luftangriffe.

Schmalspurbahnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen von Wilhelm Schüler in Dornap betrieb ab 1887 eine über 768 m lange Feldbahn mit zwei Lokomotiven und 20 Kippwagen mit je 2,5 t Ladefähigkeit. Das Unternehmen Schürmann Söhne betrieb zur gleichen Zeit eine 475 m lange Feldbahn mit einer Lokomotive und 19 Transportwagen. Die beiden Unternehmen fusionierten 1887 zur Rheinisch-Westfälische Kalkwerke AG. Nach einer dynamischen Entwicklung betrieb die RWK bereits über 11,2 km Schmalspurbahnen, die sie mit 6 Lokomotiven und 138 Waggons zu je 2,5 t befuhr. Zehn Jahrespäter war das Netz der RWK auf knapp 50 Kilometer angewachsen und die Anzahl der Waggons hatte sich verdoppelt. Thyssens noch relativ jungen Rheinischen Kalksteinwerke verfügten über weitere sieben Kilometer Schmalspurbahnen.[3]

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gruppe zählen:

Das Kalkwerk Flandersbach der Rheinkalk-Gruppe ist das größte Kalkwerk Europas. Allein hier werden jährlich rund 7,5 Mio. t Kalkstein gefördert und gebrannt. Die Öfen im Werk Flandersbach werden mit Kohlenstaub, Gas und Ersatzbrennstoffen betrieben. Der produzierte Kalk wird größtenteils auf der Schiene über die Angertalbahn transportiert.

Der Bedarf an Kalk besteht in vielen Bereichen der Industrie (zum Beispiel Stahlerzeugung, Bauindustrie, Papierindustrie) und der Landwirtschaft.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Rheinkalk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründeraktie über 1000 Reichsmark der Dornap-Angerthaler AG für Kalkstein und Kalkindustrie vom 1. Juli 1887
Aktie über 1000 RM der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke zu Dornap vom September 1921
  1. a b Elektronischer Bundesanzeiger, 19. Februar 2016, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014
  2. Eine Aktie der Firma von 1921 vermerkt: „Produktion von Rohkalkstein für die Verhüttung von Eisenerzen; Weißkalk in Stücken für die Rohstahlerzeugung usw. Gegründet am 9. Juli 1887. Gründung als ‚Dornap-Angerthaler AG für Kalkstein und Kalkindustrie‘. 1888 Änderung der Firma in Rheinisch-Westfälische Kalkwerke.“-- Beteiligungen 1943: 1. Westdeutsche Kalk- und Portlandzement-Werke AG, Köln. 2. Trierer Kalk- und Dolomitwerke AG, Wellen (Bez. Trier) u. v. a. -- Großaktionäre (1943): 1. Vereinigte Stahlwerke AG, Düsseldorf (59,7 %); 2. Hoesch AG, Dortmund (25,6 %)
  3. Sebastian Haumann: Kalkstein als »kritischer« Rohstoff: Eine Stoffgeschichte der Industrialisierung, 1840-1930. transcript Verlag, Bielefeld 2021, ISBN 978-3-8394-5240-0, S. 1–4.