Rheinkalk

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Rheinkalk GmbH
Logo von Rheinkalk Rheinkalk-Hauptverwaltung, Wülfrath. Architekt: Eike Becker
Rechtsform GmbH
Gründung 1999
Sitz Wülfrath, Deutschland

Leitung

  • Paul Schipper
  • Michael Liell
  • Philipp Niemann
Mitarbeiter 909 (2014)[1]
Umsatz 360,70 Mio. (2014)[1]
Branche Baustoffe
Website www.Lhoist.de
Kalksteinbruch und See, im Hintergrund links und rechts die Werksgebäude Flandersbach
Rheinkalk-Bruch Rösenbeck

Rheinkalk ist eine Unternehmensgruppe, die 1999 aus der Zusammenführung der Rheinischen Kalksteinwerke in Wülfrath und der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke AG (später RWK Kalk AG) in Wuppertal-Dornap entstand. Sie gehört zur belgischen Lhoist-Gruppe, dem weltgrößten Hersteller von Kalk- und Dolomit-Erzeugnissen. Sitz des Unternehmens ist Wülfrath im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rheinisch-Westfälische Kalkwerke AG (später RWK Kalk AG) wurde 1887 von Wilhelm Schüller, Anton Winter und der Gewerkschaft Maximilian gegründet. An ihr beteiligte sich 1993 die belgische Lhoist-Gruppe.

Die Rheinischen Kalksteinwerke in Wülfrath waren 1903 von August Thyssen gegründet worden, um sich Kalksteinvorkommen für die Stahlproduktion zu sichern. Lhoist übernahm das Unternehmen 1997.[2]

Ende August 1944 wurde im versteckt liegenden Hönnetal im Steinbruch Emil 1 der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke mit dem Ausbau einer gigantischen Stollenanlage begonnen, mit dem Ziel der Sicherung der kriegsrelevanten Mineralölindustrie vor der Zerstörung durch alliierte Luftangriffe. Durch umfangreichen Einsatz von 10.000 Zwangsarbeitern und Häftlingen im Schichtbetrieb erfolgte im Rahmen des Projekts Schwalbe I ein zehnmonatiger Stollenvortrieb und Ausbau unter brutalen Arbeitsbedingungen, mit einer Vielzahl von Todesopfern. Für Zwangsarbeiter, Kriegs- und Strafgefangene wurden zwischen Balve und Fröndenberg ca. 20 Lager errichtet. Über die Verstrickung der Rheinisch-Westfälischen Kalkwerke in dieses menschenverachtende Rüstungsprogramm existiert bislang keine kritisch-historische Aufarbeitung.

Konzernstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gruppe zählen:

  • Rheinkalk GmbH, Wülfrath
  • Rheinkalk GmbH, Werk Flandersbach, Wülfrath
  • Rheinkalk GmbH, Werk Hönnetal, Menden (Sauerland)
  • Rheinkalk GmbH, Werk Hagen-Halden, Hagen
  • Rheinkalk GmbH, Werk Messinghausen, Brilon (Sauerland)
  • Rheinkalk GmbH, Werk Pelm, Pelm
  • Rheinkalk GmbH, Werk Salzhemmendorf, Landkreis Hameln-Pyrmont
  • Rheinkalk GmbH, Werk Hastenrath, Eschweiler
  • Rheinkalk GmbH, Werk Istein, Efringen-Kirchen
  • Rheinkalk GmbH, Werk Rheine, Rheine
  • Rheinkalk Grevenbrück GmbH, Lennestadt
  • Rheinkalk HDW GmbH & Co. KG, Herzberg
  • Rheinkalk KDI GmbH & Co. KG, Wülfrath
  • Rheinkalk Lengerich GmbH, Lengerich – im Jahr 2010 geschlossen
  • Walhalla Kalk GmbH & Co.KG, Werk Regensburg, Regensburg
  • AWA-Institut, Gesellschaft für angewandte Wasserchemie mbH, Pelm

Das Kalkwerk Flandersbach der Rheinkalk-Gruppe ist das größte Kalkwerk Europas. Allein hier werden jährlich rund 7,5 Mio. t Kalkstein gefördert und gebrannt. Die Öfen im Werk Flandersbach werden mit Kohlenstaub, Gas und Ersatzbrennstoffen betrieben. Der produzierte Kalk wird größtenteils auf der Schiene über die Angertalbahn transportiert.

Der Bedarf an Kalk besteht in vielen Bereichen der Industrie (zum Beispiel Stahlerzeugung, Bauindustrie, Papierindustrie) und der Landwirtschaft.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Rheinkalk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründeraktie über 1000 Reichsmark der Dornap-Angerthaler AG für Kalkstein und Kalkindustrie vom 1. Juli 1887
  1. a b Elektronischer Bundesanzeiger, 19. Februar 2016, Jahresabschluss zum 31. Dezember 2014
  2. Eine Aktie der Firma von 1921 vermerkt: "Produktion von Rohkalkstein für die Verhüttung von Eisenerzen; Weißkalk in Stücken für die Rohstahlerzeugung usw. Gegründet am 9. Juli 1887. Gründung als „Dornap-Angerthaler AG für Kalkstein und Kalkindustrie“. 1888 Änderung der Firma in Rheinisch-Westfälische Kalkwerke."-- Beteiligungen 1943: 1. Westdeutsche Kalk- und Portlandzement-Werke AG, Köln. 2. Trierer Kalk- und Dolomitwerke AG, Wellen (Bez. Trier) u.v.a. -- Großaktionäre (1943): 1. Vereinigte Stahlwerke AG, Düsseldorf (59,7 %); 2. Hoesch AG, Dortmund (25,6 %)