Zwerg-Alpenrose

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Rhodothamnus chamaecistus)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Zwerg-Alpenrose
Zwerg-Alpenrose (Rhodothamnus chamaecistus)

Zwerg-Alpenrose (Rhodothamnus chamaecistus)

Systematik
Ordnung: Heidekrautartige (Ericales)
Familie: Heidekrautgewächse (Ericaceae)
Unterfamilie: Ericoideae
Tribus: Phyllodoceae
Gattung: Rhodothamnus
Art: Zwerg-Alpenrose
Wissenschaftlicher Name
Rhodothamnus chamaecistus
(L.) Rchb.

Die Zwerg-Alpenrose (Rhodothamnus chamaecistus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rhodothamnus innerhalb der Familie Heidekrautgewächsen (Ericaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zwerg-Alpenrose wächst als zierlicher, immergrüner Zwergstrauch mit aufsteigenden Zweigen und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern. Die Laubblätter sind wechselständig und gehäuft an den Zweigenden angeordnet. Die derben, ledrigen Laubblätter sind bis zu 15 Millimeter lang. Der Blattrand ist gezähnt und borstig behaart.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. Endständig stehen ein bis vier Blüten an bis 1,5 Zentimeter langen, drüsenhaarigen Blütenstielen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf Kelchblätter sind drüsig bewimpert. Die fünf rosafarbenen, selten weißen Kronblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der Zwerg-Alpenrose erstreckt sich nur in den Ostalpen vom Comer See und dem Allgäu bis zu den Karawanken. In Österreich fehlt die Zwerg-Alpenrose in Vorarlberg, Wien und dem Burgenland.

Als Standort werden kalkreiche sonnige Lagen, Fels- und Schuttfluren, Zwergstrauchheiden und Latschengebüsche bevorzugt. Sie ist eine Charakterart des Erico-Rhododendretum hirsuti.[1]

Sie gedeiht in der montanen bis unteralpinen Höhenstufe in Höhenlagen zwischen 500 und 2400 Metern. In den Allgäuer Alpen steigt sie nur am Kanzberg-Plateau im Tiroler Teil bis in eine Höhenlage von 2000 Meter auf.[2]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Rhodothamnus ist mit den Alpenrosen der Gattung Rhododendron nicht näher verwandt. Für die Gattung Rhodothamnus vermutet man ein hohes entwicklungsgeschichtliches Alter, das sicher bis ins Tertiär reicht.

Seit 1960 kennt man noch eine weitere Art der Gattung, Rhodothamnus sessilifolius P.H.Davis. Sie hat nur wenige Vorkommen in der nordöstlichen Türkei und ist dort gefährdet. Es gab seit 1960 keine weiteren Funde mehr und wurde 2000 am Typusstandort und an neuen Standorten wieder gefunden. Sie erreicht kaum Wuchshöhen von 10 Zentimetern. Sie gedeiht in Höhenlagen von 2100 bis 2400 Metern.[3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe und Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 730–731.
  2. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2. IHW-Verlag, Eching bei München, 2004. ISBN 3-930167-61-1.
  3. S. Terzioglu, R. I. Milne: An emended description for Rhodothamnus sessilifolius P. H. Davis (Ericaceae). In Edinburgh Journal of Botany, Volume 59, Issue 2, 2002, S. 291–294. doi:10.1017/S0960428602000100

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zwerg-Alpenrose – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien