Walter Hanke

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Walter Hanke (auch: Richard Hanke, * 18. März 1910 in Breslau; † 2. September 1980 in Ingolstadt) war ein deutscher Fußballspieler.

Walter Hanke.jpg

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Stürmer im damaligen „Offensiven System“ war Modelltischler von Beruf. Er begann seine Laufbahn beim Breslauer FV 06 und erreichte mit seinem Verein in der Saison 1930/31 in Südostdeutschland die Endrunde. Dort belegte er mit den Blau-Weißen nach einem Entscheidungsspiel gegen den Lokalrivalen Breslauer SC 1908 (6:3) den zweiten Platz. Der 20-jährige Angreifer kam am 2. November 1930 in Breslau gegen Norwegen zu seinem einzigen Länderspiel. Er wurde in der 46. Minute für den verletzten Karl Hohmann eingewechselt. In der 55. Minute brachte er die Deutsche Nationalmannschaft mit 1:0 in Führung. Beim 1:1-Unentschieden debütierten an der Seite von Spielführer Richard Hofmann auch noch Hans Jakob, Erich Kauer und Josef Wendl.

Am 11. Januar 1931 vertrat er an der Seite von Fritz Langner (VfB Breslau) im Wettbewerb des Bundespokal die Farben von Südost beim Spiel gegen Mitteldeutschland.

In der Saison 1931/32 war er als Fußballspieler noch beim Wiener AC[1] in Österreich, ab Januar 1932 bis 1934 beim DSV Saaz und 1934/35 SK Prostějov in der Tschechoslowakei sowie ab 1935 beim FC Metz und später bei Stade Rennes in Frankreich aktiv. Mit dem WAC stand „der Breslauer“[2] im November 1931 im Finale um den Mitropa-Cup, mit CS Metz gelang 1935 der Aufstieg in die Division 1. Mit dem Erstdivisionär belegte er 1935/36 den 11. Platz und hatte in 27 Punktspielen sieben Treffer erzielt.[3] An der Seite des österreichischen Nationalspielers Matthias Kaburek belegte er 1936/37 mit dem jetzt als FC Metz geführten Verein den siebten Rang und wiederholte exakt dieselben Zahlen des Vorjahres.[4]

Walter, Richard oder Josef?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aus unbekanntem Grund erschien Hanke in verschiedenen Quellen zeitweise mit dem Vornamen Richard. Hanke selbst hat auf der hier angezeigten Autogrammkarte (Privatbesitz) mit "Walter Hanke" unterschrieben. Auch im Familien- und Freundeskreis war er nur unter dem Vornamen "Walter" bekannt. [5]Verwechselt wird er gelegentlich mit einem österreichischen Fußballer, der ebenfalls in den 1930er Jahren in Frankreich spielte und möglicherweise Josef Hanke hieß.[6] Dieser kehrte 1938 aus Roubaix nach Wien zurück.[7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Das Lexikon. Sportverlag Berlin 1997. ISBN 3-328-00749-0
  • Lorenz Knieriem, Hardy Grüne: Enzyklopädie des deutschen Ligafußballs. Spielerlexikon 1890–1963. Agon Sportverlag. Kassel 2006. ISBN 978-3-89784-148-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Hanke im Trikot des WAC 1931 (stehend fünfter von links)
  2. Wiener Sport-Tagblatt vom 13. November 1931, was bestätigt, dass es sich um denselben Spieler gehandelt hat. Der Fußball (München) schrieb in seiner Ausgabe vom 24. Oktober 1933 auf Seite 16 rückblickend: „Hanke spielte damals in der W.A.C.-Mannschaft, und gut! Er brannte darauf, den maßgebenden Kreisen in Deutschland zu beweisen, wie sehr man ihn unterschätzt hatte.“
  3. Almanach du football éd. 1935/36. Paris 1936, S. 46
  4. Almanach du football éd. 1936/37. Paris 1937, S. 45
  5. Der Vorname von Hanke war Walter. Beleg: Autogrammkarte (Privatbesitz) und persönliches Gespräch mit dem Schwiegersohn Hankes am 26.07.2015
  6. austriasoccer, aufgerufen am 10. September 2016
  7. vgl. Das kleine Volksblatt vom 31. August 1938, Seite 13; auch: Neues Wiener Tagblatt vom 9. Juni 1938, Seite 48