Richard Hasenclever

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Richard Hasenclever (* 16. Mai 1813 in Ehringhausen (Remscheid); † 8. Juni 1876 in Düsseldorf) war Schriftsteller, Sanitätsrat, Mitbegründer der altkatholischen Bewegung und Reichstagsabgeordneter.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hofgartenstraße 8, Sterbehaus von Friedrich Wilhelm von Schadow

Richard Hasenclever war der Sohn des Kaufmannes David Hasenclever und der Henriette, geb. Schlosser, sowie Bruder des Landrates Georg Hasenclever. Er studierte Medizin in Bonn und Berlin. Während seines Studiums wurde er 1832 Mitglied der Burschenschaft Marcomannia Bonn. Danach ließ er sich in Düsseldorf als Arzt nieder. 1845 vermählte er sich mit Sophie (1824–1892), der Tochter von Friedrich Wilhelm von Schadow, die als Dichterin und Übersetzerin bekannt wurde. Später wurde Hasenclever Kreisphysikus in Grevenbroich und leitete ein Militärhospital als Sanitätsrat.

1873 gründete Hasenclever gemeinsam mit Gesinnungsgenossen den Alt-Katholikenverein, aus dem die alt-katholische Gemeinde in Düsseldorf hervorging. Er veröffentlichte die Schrift Das neue Dogma von der Unfehlbarkeit des Papstes im Lichte der Vernunft und der alten Lehre betrachtet (1874), unterzeichnete die Koblenzer Laienadresse und wurde Mitglied der Synodalrepräsentanz. Weiter leitete er Privatgesangvereine und komponierte besonders für Kirchengesang. 1874 schrieb er das Buch Ueber die Grundzüge einer rationellen musikalischen Erziehung.

Politisch betätigte sich Hasenclever von 1855 bis 1861 als Abgeordneter Düsseldorfs in der preußischen zweiten Kammer[1] und wurde dann im Wahlkreise Regierungsbezirk Aachen 1 (Malmedy-Montjoie-Schleiden) in den ersten deutschen Reichstag gewählt, wo er als Mitglied der Fraktion der Liberalen Reichspartei zu den entschiedensten Gegnern der ultramontanen Partei gehörte.[2] Die Familie Hasenclever wohnte zuerst in der Hofgartenstraße 8, auch das Sterbehaus des Schwiegervaters, und dann in der Goltsteinstraße 24 am Hofgarten.[3][4]

Die Grabstätte von Sophie und Richard Hasenclever befindet sich auf dem Golzheimer Friedhof.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kurzbiografie und Bild in: Horst Conrad, Bernd Haunfelder: Preussische Parlamentarier. Ein Photoalbum 1859–1867. (= Photodokumente zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien). Vorwort von Lothar Gall. Droste Verlag, Düsseldorf 1986, S. 71.
  2. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1903. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. Auflage. Verlag Carl Heymann, Berlin 1904, S. 181; vgl. auch A. Phillips (Hrsg.): Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1883. Statistik der Wahlen zum Konstituierenden und Norddeutschen Reichstage, zum Zollparlament, sowie zu den fünf ersten Legislatur-Perioden des Deutschen Reichstages. Verlag Louis Gerschel, Berlin 1883, S. 113; zur Biographie vergleiche auch: Georg Hirth (Hrsg.): Deutscher Parlaments-Almanach. 9. Ausgabe vom 9. Mai 1871. Verlag Franz Duncker, Berlin 1871, S. 196.
  3. Hasenclever, R., Dr. med. u. Sanitätsrath, Hofgartenstr. 8, in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1859, S. 30
  4. Goltsteinstraße 24, Hasenclever, Dr. med. in Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, 1865.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]