Riluzol

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Strukturformel von Riluzol
Allgemeines
Freiname Riluzol
Andere Namen

6-(Trifluormethoxy)-1,3-benzothiazol-2-amin (IUPAC)

Summenformel C8H5F3N2OS
Kurzbeschreibung

weißer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 1744-22-5
EG-Nummer 605-724-6
ECHA-InfoCard 100.124.754
PubChem 5070
DrugBank DB00740
Wikidata Q415744
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N07XX02

Eigenschaften
Molare Masse 234,20 g·mol−1
Löslichkeit

>25 g·l−1 in DMSO[1]

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [1]
06 – Giftig oder sehr giftig

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301
P: 301+310 [1]
Toxikologische Daten

67 mg·kg−1 (LD50Mausoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Riluzol (Handelsname Rilutek®) ist ein Arzneistoff, der zur Behandlung der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) angewandt wird. Er verlängert bei dieser Krankheit die Überlebensdauer der Patienten.

Die chemische Substanz gehört zur Gruppe der Benzothiazole.[2]

Einsatz in der Psychiatrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehrere kürzlich durchgeführte Fallstudien haben gezeigt, dass Riluzol insbesondere bei Angststörungen erfolgversprechend zum Einsatz kommen könnte.[3]

Eine für die sublinguale Anwendung entwickelte Form von Riluzol, die unter dem Codenamen BHV-0223[4] bekannt ist, wird derzeit von Biohaven Pharmaceuticals für die Behandlung allgemeiner Angststörungen und Gemütsstörungen entwickelt.[5]

Pharmakologische Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Riluzol ist ein Natriumkanal-Blocker und schwächt die Wirkungen des Neurotransmitters Glutamat ab.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Datenblatt Riluzole bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 22. April 2011 (PDF).
  2. Scientific discussion for the approval of RILUTEK (en, PDF; 133 kB) Europäische Arzneimittelagentur. S. 12. 1. Januar 2004. Abgerufen am 10. August 2010.
  3. Paul Grant, Jane Y. Song, Susan E. Swedo: Review of the Use of the Glutamate Antagonist Riluzole in Psychiatric Disorders and a Description of Recent Use in Childhood Obsessive-Compulsive Disorder. In: Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology. Band 20, Nr. 4, August 2010, ISSN 1044-5463, S. 309–315, doi:10.1089/cap.2010.0009, PMID 20807069, PMC 2958461 (freier Volltext).
  4. Riluzole sublingual - Biohaven Pharmaceutical - AdisInsight. Abgerufen am 19. März 2019.
  5. Riluzole. In: Wikipedia. 17. März 2019 (wikipedia.org [abgerufen am 19. März 2019]).
Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!