Ritzenhoff

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RITZENHOFF AG
Logo
Rechtsform AG
Gründung 1904
Sitz Marsberg, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernd Batthaus (Vors.), Detlef Eßbach, Bernd Giesler[1]
Mitarbeiter 451[2]
Umsatz 71,5 Mio. Euro[2]
Branche Glas
Website www.ritzenhoff.de
Stand: 31. Dezember 2014

Luftbild des Werkes
Werksgelände
Verwaltung RITZENHOFF AG
Lager Ritzenhoff AG

Die Ritzenhoff AG ist einer der führenden deutschen Produzenten für Trinkgläser und Geschenkartikel mit Sitz in Marsberg (Hochsauerlandkreis, Nordrhein-Westfalen). Mit derzeit 420 Mitarbeitern liegt die Jahresproduktion bei 32 Millionen Trinkgläsern. Täglich werden über 90.000 Gläser für Brauereien und Getränkehersteller in aller Welt produziert.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ritzenhoff AG geht aus der Fürstenberger Waldglashütte hervor, welche von 1800 bis 1903 ihren Standort im abgeschiedenen oberen Aabachtal, nördlich der Diemel hatte. Die Fürstenberger Waldglashütte wurde 1800 von dem gebürtigen Holländer Anton Wilhelm Kapmeier gegründet. 1904 bauten die Kaufleute Julius und Lois Nordheimer eine neue Glashütte in Niedermarsberg. Hierin ging die Fürstenberger Waldglashütte auf. Man nutzte den Vorteil des Fabrikstandortes in Bahnnähe zur wirtschaftlicheren Energieversorgung mit Steinkohle. Zwischen 1917 und 1921 wurde der Betrieb wegen Absatzschwierigkeiten eingestellt. Zwischen 1921 und 1934 blieb die wirtschaftliche Lage des Unternehmens schwierig. Am 29. März 1934 wurde das Unternehmen an den Essener Ingenieur Fritz Sielemann und an die Herren Richard Lehmkuhl und Max Bauer verkauft. In dieser Zeit entstand auch das neue Firmenemblem MGM welches für Marsberger Glasfabrik Marsberg stand.

Da auch die Marsberger Glasfabrik Marsberg mehr Kapital benötigte, trat im Dezember 1934 der Driburger Glasgroßhändler Heinrich Ritzenhoff als Teilhaber in die Firma ein. Er ist ab 1935 Geschäftsführer und erwirbt die Firmenanteile im Dezember 1935 ganz. Im Laufe der Jahre wurde Heinrich Ritzenhoff durch seinen Sohn Klaus bei der Unternehmensführung unterstützt. Das Unternehmen hatte sich wirtschaftlich so gut entwickelt, dass 1957 ein zusätzlicher Veredelungsbetrieb unter dem Firmennamen H. u. Kl. Ritzenhoff KG neu gegründet werden konnte. Dieses Unternehmen befasste sich mit der Veredelung von Beleuchtungsglas. Der Bedarf an Glas in allen Variationen stieg weiter an, so dass auch noch ein weiterer Zweigbetrieb in der Gemeinde Essentho gegründet werden konnte. Hier wurden ausschließlich Gläser für Brauereien und Brennereien veredelt. 1965 errichtete Heinrich Ritzenhoff, ebenfalls in der Gemeinde Essentho, eine vollautomatische Glasproduktion zur Produktion von Trinkglas-Serien. Neben der klassischen Mundglasfertigung baute dieser Unternehmenszweig schnell seine Position aus und wurde zum wichtigsten Teil des heutigen Unternehmens. Im Jahre 1969 verstarb der Firmenchef Heinrich Ritzenhoff, sein Sohn Klaus übernahm die alleinige Leitung des Unternehmens. Er gründete im Jahr 1974 die Grafik Ritzenhoff, eine Druckerei, welche keramische Abziehbilder für Glas produziert.

Im Laufe der Jahre wurde die vollautomatische Glasproduktion immer weiter entwickelt. Natürlich änderte sich auch die Kundenstruktur durch die neuen Produktionsmöglichkeiten. Aus den Ursprüngen einer alten handwerklichen Produktion hat sich das Unternehmen Ritzenhoff AG zu einem der bedeutendsten Anbietern von Trinkgläsern in Europa entwickelt. Das Unternehmen wurde 1992 besonders bekannt durch seine außergewöhnlichen und bunten Glaskollektionen für Milch und alkoholische Getränke wie Bier, Sekt und Wein.[4] Im Bereich von Stielgläsern ist das Unternehmen marktführend.[5] Mehr als 280 Designer, Architekten, Künstler und andere Kreative sind heute für die jährlich neu erscheinenden Kollektionen mitverantwortlich.[6] Nach dem Tod von Klaus Ritzenhoff am 21. August 1990 wurde Bernd Batthaus zum Vorsitzenden der Geschäftsführung bestellt.[7]

Das Unternehmen am Standort Essentho ist in der Lage mit drei Produktionslinien täglich bis zu 50 Tonnen Rohglas zu schmelzen, aus welchem bis zu 100.000 Gläser gefertigt werden können.[6] Der Schmelzbetrieb läuft ganzjährig durch. Die positive wirtschaftliche Entwicklung des Familienunternehmens gab den Anlass, das Unternehmen 1999 in die Form einer AG umzuwandeln. Im Jahr 2008 wurde das neue Logistikzentrum der Ritzenhoff AG am Standort Essentho mit einer Gesamtnutzfläche von 11.735 m² fertiggestellt.[8][9][7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ritzenhoff AG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum
  2. a b Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. Januar 2014 bis zum 31. Dezember 2014
  3. Trinkgläser aus Marsberg: RITZENHOFF AG
  4. Hermann Simon: Hidden Champions – Aufbruch nach Globalia: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer, S. 161 Online
  5. Broschüre der Industrie- und Handelskammern in Arnsberg, Hagen und Siegen: Weltmarktführer und Bestleistungen der Industrie aus Südwestfalen, Seite 82. (PDF; 8 MB) Abgerufen am 28. März 2013.
  6. a b Design: 20 Jahre flippige Glas-Kreationen aus dem Sauerland, in: derwesten.de, 10. September 2012
  7. a b Historie - Ritzenhoff AG. In: www.ritzenhoff.com. Abgerufen am 14. September 2016.
  8. Gläser aus Essentho an aller Munde: Ritzenhoff: Eigenes Logistikzentrum geht in Betrieb in: derwesten.de vom 25. September 2008
  9. Viel Platz auf wenig Fläche Logistik Journal 4/2010

Koordinaten: 51° 29′ 1,7″ N, 8° 49′ 1,7″ O