Rock & Wrestling

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Rock & Wrestling ist eine Veranstaltungsreihe, die seit 2004 jährlich in Hamburg-St. Pauli stattfindet.

Charakter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rock & Wrestling ist eine subkulturelle Wrestling-Show in Form eines einen Abend dauernden Turniers. Wie beim professionellen Wrestling werden Charaktere entworfen, die durch Wrestler verkörpert werden. Diese treten paarweise gegeneinander an und führen einen im Vorfeld choreographierten Kampf auf, aus dem ein Wrestler als Sieger hervorgeht. Nachdem alle Kämpfer gegeneinander angetreten sind, wird der Gesamtsieger des Abends durch schriftliches Publikumsvotum ermittelt. Es kann mithin auch der Verlierer einer Partie als Gesamtsieger des Abends hervorgehen. Begleitet wird das Event durch einen Moderator sowie durch Auftritte von Bands vor den Kämpfen sowie in der Pause.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Veranstaltung geht auf eine Idee der Mitarbeiter der Komet Bar in St. Pauli zurück; Inspiration war ein Song des Schweizer Musikers Beat Zeller, Gründer von Voodoo Rhythm Records.[1] Zielsetzung der Veranstalter war, Rock ’n’ Roll-Musik mit US-amerikanischem Wrestling und mexikanischem Lucha Libre zu kombinieren. Zwei Jahre lang existierte Rock & Wrestling als Partyreihe in der Komet-Bar, bevor 2004 die erste Veranstaltung im heutigen Sinne mit choreografierten Kämpfen und Musikeinlagen auf dem Dach einer Garage im Hinterhof der Bar abgehalten wurde. Wegen der steigenden Besucherzahlen wechselte sie 2005 in die deutlich größere Lokalität Hafenklang. 2007 kam es auf Grund einer nicht genehmigten Verwendung der Comicfigur „Superman“ zu einer Abmahnung, deren Kosten durch eine Solidaritätsveranstaltung auf der MS Stubnitz refinanziert werden mussten.[2] Dort wurde ebenfalls eine Wrestling-Show veranstaltet, so dass es 2007 einmalig zwei Gesamtsieger gab. 2011 wurde zusätzlich zum Event im Hafenklang eine Show auf dem Fusion Festival im Mecklenburg-Vorpommerschen Lärz aufgeführt.[3] 2013 erschienen ein Printmagazin zum Event sowie eine an die Panini-Bilder angelehnte Serie von Sammelbildchen.[4] 2017 fand die Veranstaltungsreihe anlässlich der 15. Aufführung an zwei Abenden statt. 2018 erfolgte zusätzlich zur Hamburger Veranstaltung eine Lizenzierung nach Zürich, wo in der Roten Fabrik eine gleichnamige Veranstaltung mit identischem Ablauf, aber lokalen Wrestlern stattfand.[5]

Die Show entstammt dem linksalternativen Milieu in St. Pauli. Gelegentlich nimmt die Veranstaltung Bezug auf aktuelle politische Themen, indem Personen oder Institutionen, die nach Meinung der Veranstalter negativen Einfluss auf die Entwicklung St. Paulis nehmen, als Heels dargestellt und demütigend besiegt werden. So wurden 2009 Immobilienspekulanten dargestellt und 2014 das Auftreten Corny Littmanns in der Lokalpolitik von St. Pauli aufgegriffen.

Rock & Wrestling ist gemeinsam mit dem Kölner Rock'n'Roll Wrestling Bash die erste derartige Veranstaltung in Deutschland und dient als Vorbild für ähnlich ausgerichtete Events wie das NBG Trash Wrestling in Nürnberg.

Jahr Veranstaltungsort Sieger Bands
2004 Komet Haidi Hitler Nik Neandertal, Mr. Brain W. Williams
2005 Hafenklang Nik Neandertal Nik Neandertal, Digger and the Pussycats
2006 Hafenklang Captain Penis Bitchfinga
2007 Hafenklang-Exil Bento III Ohlsen Syndrom, The Stilettos
2007 MS Stubnitz Dolly Duschenka Reverend Beat-Man, Chung, Muttersöhnchen
2008 Hafenklang-Exil Jesus Ohlsen Syndrom, Muttersöhnchen
2009 Hafenklang Muhfumba
2010 Hafenklang Loony Lobster Boy Division, D-66
2011 Hafenklang Iron Maidel Boy Division
2012 Hafenklang Haidi Hitler Animal Grind, Caracho
2013 Hafenklang & MS Dockville Nik Neandertal Hallo Werner Clan, Testsieger, Cheating Hearts, OB & BRRR
2014 Hafenklang Loony Lobster Mächtig, The Ricky Kings
2015 Hafenklang Team Bento El Cantina, The Bucky Rage
2016 Hafenklang Pink Zilla The Beasts, Leafoot Tea
2017, Tag 1 Hafenklang Renate & Die Katzenladys Cheating Hearts, The Black Drongos
2017, Tag 2 Hafenklang Thunder Cunt The Haemorrhoids, Boy Division

Medienrezension[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Norddeutsche Medien berichten regelmäßig über die Veranstaltung[6][7], ebenso überregionale Blogs[8][9]. Die Hamburger Morgenpost definierte das Event dabei als "trashiges Kult-Catchen".[10] 2008 erfolgte in der Hamburger Galerie Linda eine Ausstellung mit Fotos der Fotografen Anne Gabriel-Jürgens und Frank Egel, die diese im Laufe der Jahre im Showroom sowie im Backstagebereich der Veranstaltung erstellt hatte.[11] Im "Zuender"-Magazin von Zeit Online erschien in diesem Jahr außerdem eine Videoreportage über die Veranstaltung.[12] 2010 wurde die Dokumentation "Smash Trash Wrestling Bash" der Hamburger Filmemacherin Bianca Wiehmeier veröffentlicht.[13] 2012 folgte eine Soloausstellung von Egel im Kulturraum Projektor im Hamburger Karoviertel.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daniel van Eendenburg (Hrsg.): So fing alles an. In: Rock & Wrestling – Das Heft. 2015, S. 5.
  2. Hamburger Abendblatt vom 13. Dezember 2007, online abrufbar
  3. Fusion-Festival.de: Willkommen. Abgerufen am 20. April 2018. (PDF, 1,79 MB)
  4. Ankündigung auf Facebook. Abgerufen am 30. November 2014.
  5. RAWZH.ch: Rock and Wrestling. Abgerufen am 20. April 2018.
  6. Hamburger Morgenpost vom 23. Juli 2011, online abrufbar
  7. Eintrag im St. Pauli-Blog des Hamburger Abendblatts vom 26. Juli 2014. Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  8. Artikel auf Sounds Like Me. Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  9. Artikel auf Das hermetische Café. Abgerufen am 4. Dezember 2014.
  10. Mopo.de: Showkampf der Anarchos. Abgerufen am 23. Juli 2016.
  11. Website der Galerie Linda. Abgerufen am 2. Dezember 2014.
  12. Zuender-Reportage auf Youtube. Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  13. Eintrag auf Moviepilot.de. Abgerufen am 10. Dezember 2014.
  14. Ausstellungsankündigung auf Page Online. Abgerufen am 30. November 2014.