Rolf Schwartmann

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Rolf Schwartmann (2011)

Rolf Schwartmann (* 1965 in Düren) ist ein deutscher Jurist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwartmann wuchs in Würselen bei Aachen auf.

1992 absolvierte Schwartmann das erste juristisches Staatsexamen. 1995 folgte die Promotion in Köln über das Thema Verfassungsfragen der Allgemeinfinanzierung politischer Parteien. Nach dem zweiten juristischen Staatsexamen im Jahre 1996 arbeitete Schwartmann als Rechtsanwalt und Fachanwalt für Verwaltungsrecht in einer Kölner Rechtsanwaltskanzlei. Von 2000 bis 2004 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. 2004 habilitierte er sich in Mainz mit einer Arbeit über Private im Wirtschaftsvölkerrecht. Seit 2004 ist Schwartmann Professor insbesondere für Öffentliches und Internationales Wirtschaftsrecht an der Technischen Hochschule Köln. Seit 2006 ist er Leiter der von ihm gegründeten Kölner Forschungsstelle für Medienrecht und seit 2012 Vorsitzender der Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit (GDD).

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwartmann erstellt praxisorientierte Studien, etwa zum Urheberrecht, Leistungsschutzrecht für Presseverleger oder zum Datenschutzrecht. Daneben hat Schwartmann Studien für öffentliche Auftraggeber erstellt. Er erstellte 2009 ein Gutachten für die Landesregierung Nordrhein-Westfalens (Beteiligung von Presseunternehmen am Rundfunk in Nordrhein-Westfalen – Rechtsgutachten zur Novellierung des § 33 Abs. 3 LMG NRW), das 2009 wesentlich in die Novelle des dortigen Medienkonzentrationsrechts einfloss.

Im Frühjahr 2012 legte seine Forschungsstelle im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Energie eine Studie zu Modellen zur Versendung von Warnhinweisen durch Internet-Zugangsanbieter an Nutzer bei Urheberrechtsverletzungen vor. Ergebnis dieser Studie ist das „Vorgerichtliche Mitwirkungsmodell“, das im Jahr 2012 Gegenstand einer Sachverständigenanhörung vor dem Unterausschuss „Neue Medien“ des Deutschen Bundestages war. Er wurde verschiedentlich als Sachverständiger im Landtag NRW und im Deutschen Bundestag gehört,[1] gehört, zuletzt 2017 zum Netzwerkdurchsetzungsgesetz.

Im Jahr 2013 war er zweiter Kandidat für das Amt des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.[2]

Seit März 2015 ist er Mitglied der vom Bundesinnenminister Horst Seehofer geleiteten „Plattform Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft“, insbesondere für den Bereich Datenschutz im Rahmen des Nationalen IT-Gipfels.[3] In dieser Eigenschaft leitet er die Fokusgruppe Datenschutz der Plattform, die im Juni 2017 ein Whitepaper zur Pseudonymisierung nach der Datenschutz-Grundverordnung herausgegeben hat.[4]

Schwartmann ist seit 2018 Gründungsmitglied des von Chef der Staatskanzlei NRW Nathanael Liminski initiierten Beirats „Medien-Digital-Land NRW“.[5]

Am 18. Juli 2018 wurde Schwartmann vom Bundeskabinett in die Datenethikkommission der Bundesregierung berufen.[6]

Schwartmann ist Gastautor der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und wöchentlicher Kolumnist des Kölner Stadt-Anzeiger und des EXPRESS.

Ehrenämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwartmann ist seit 2012 Vorsitzender der „Gesellschaft für Datenschutz und Datensicherheit e.V.“ (GDD). BV.[7]

Werke (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Informationsfreiheitsrecht in der behördlichen Praxis (Schwartmann/Lohmann), 2017, Bundesanzeiger Verlag, ISBN 978-3-8462-0761-1.
  • Falltraining im Urheberrecht (Rolf Schwartmann, Christian-Henner Hentsch) C.F. Müller, 2016, ISBN 978-3-8114-5255-8.
  • Datenschutz-Grundverordnung im Überblick (Gola/Jaspers/Müthlein/Schwartmann) DATAKONTEXT, 2016, ISBN 978-3-89577-796-7.
  • Recht der Sozialen Medien (Schwartmann/Ohr) C.F. Müller, 2015, ISBN 978-3-8114-4122-4.
  • Medienrecht (Dörr/Schwartmann), 5. Auflage. C.F. Müller, 2015, ISBN 978-3-8114-9534-0.
  • Sicherheit beim Surfen und Kommunizieren im Internet – Was Sie beachten sollten (Schwartmann/Keber/Godefroid) C.H. Beck, 2014, ISBN 978-3-406-64690-4
  • Praxishandbuch Medien-, IT- und Urheberrecht 3. neu bearbeitete Auflage. C.F. Müller, 2014, ISBN 978-3-8114-3826-2.
  • Völker und Europarecht mit WTO-Recht 9. neu bearbeitete Auflage. C.F. Müller, 2013, ISBN 978-3-8114-9459-6.
  • Europäisches und Internationales Medienrecht (Fink/Schwartmann/Cole), 2. neu bearbeitete Auflage. C.F. Müller, 2012, ISBN 978-3-8114-9656-9.
  • Leben im Schwarm- Wie das Internet uns verändert. Schriftenreihe der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht, Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, 2011, ISBN 978-3-631-60751-0.
  • Der Vertrag von Lissabon 4. überarbeitete Auflage. C.F. Müller, 2011, ISBN 978-3-8114-9682-8.
  • Umweltrecht 2. neu bearbeitete Auflage. C.F. Müller, 2011, ISBN 978-3-8114-9671-2.
  • Fesseln für die Vielfalt? Das Medienkonzentrationsrecht auf dem Prüfstand (Schwartmann/Krautscheid), C.F. Müller, 2010, ISBN 978-3-8114-7726-1.
  • IT- und Internetrecht (Schwartmann/Gennen/Völkel), C.F. Müller, 2009, ISBN 978-3-8114-9617-0.
  • Baurecht Umweltrecht (Schwartmann/Maus), 2. Auflage. C.F. Müller, 2007, ISBN 978-3-8114-8787-1.
  • Private im Wirtschaftsvölkerrecht Mohr Siebeck, 2005, ISBN 978-3-16-148457-5.
  • Verfassungsfragen der Allgemeinfinanzierung politischer Parteien, Duncker & Humblot, 1995, ISBN 978-3-428-08483-8.

Mitautor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeberschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schwartmann/Jaspers/Thüsing/Kugelmann, DS-GVO/BDSG, Heidelberger Kommentar, 2018, ISBN 978-3-8114-4664-9.[8]
  • Datenschutz-Grundverordnung und Bundesdatenschutzgesetz, Vorschriftensammlung (Hrsg. Rolf Schwartmann/ Andreas Jaspers), C.F. Müller, 2017, ISBN 978-3-8114-9578-4.
  • Schwartmann/Sporn: Landesmediengesetz Nordrhein-Westfalen Kommentar, C.F. Müller, 2013.
  • Schriftenreihe der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht,[9] Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften:
    • Band 1: Philip Kempermann: Content- Regulierung in konvergenten Medien. 2010, ISBN 978-3-631-60175-4.
    • Band 2: Sebastian Kocks, Stefan Sporn: Electronic Program Guides. Eine urheberrechtliche Bewertung. 2011, ISBN 978-3-631-62034-2.
    • Band 3: Rolf Schwartmann (Hrsg.): Leben im Schwarm. Wie das Internet uns verändert. 2011, ISBN 978-3-631-60751-0.
  • Datenschutzrecht (Schwartmann/ Lamprecht-Weißenborn), C.F. Müller, 2010, ISBN 978-3-8114-9689-7.
  • Res Publica (Fink/ Dörr/ Schwartmann): Öffentliches und Internationales Recht. Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://www.bundestag.de/blob/510886/002a8ce4b15005b96318abacee89199d/schwartmann-data.pdf
  2. Zweiter Kandidat für das Amt des Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.
  3. Plattform Sicherheit, Schutz und Vertrauen für Gesellschaft und Wirtschaft
  4. https://www.gdd.de/downloads/whitepaper-zur-pseudonymisierung
  5. „Medien-Digital-Land NRW“
  6. [1]„Datenethikkommission“
  7. GDD
  8. ISBN 978-3-8114-4664-9. (Online)
  9. Schriftenreihe der Kölner Forschungsstelle für Medienrecht