Room 40

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Room 40 (englisch für Zimmer 40) war während des Ersten Weltkriegs eine nachrichtendienstliche Abteilung der britischen Admiralität. Er stand damit in der Tradition der „Schwarzen Kammern“. Die Codeknacker von Room 40 befassten sich mit der Entzifferung geheimer Nachrichten des Deutschen Reichs. Die Grundlage bildete das geborgene Codebuch der im August 1914 an der russischen Ostseeküste gestrandeten SMS Magdeburg. Ihr wohl größter Erfolg war die Entzifferung des Zimmermann-Telegramms, die entscheidend zum Kriegseintritt der Vereinigten Staaten beitrug.

1914 gewann Konteradmiral Oliver den schottischen Physiker James Alfred Ewing dafür, eine kryptologische Abteilung aufzubauen. Nachdem diese Abteilung anwuchs, zog sie im November 1914 in das Zimmer 40 des alten Admiralitätsgebäudes und wurde seitdem Room 40 genannt. Zur Zeit der Entzifferung des Zimmermann-Telegramms beschäftigte sie etwa 800 Funker und 80 Kryptologen und Büroangestellte. Im Oktober 1916 verließ Ewing die Gruppe und neuer Leiter wurde Admiral William Reginald Hall.

Später wurde Room 40 aufgelöst. Einige der Mitarbeiter fanden sich in Bletchley Park wieder, wo im Zweiten Weltkrieg deutsche Enigma-Nachrichten entziffert wurden.

Literatur[Bearbeiten]

  • Patrick Beesly: Room 40. British naval intelligence 1914–1918. Oxford University Press, Oxford u. a. 1984, ISBN 0-19-281468-0.
  • William James: The Eyes of the Navy. A Biographical Study of Admiral Sir Reginald Hall. Reprinted edition. Methuen & Co., London 1956.
  • Rudolph Kippenhahn: Verschlüsselte Botschaften. Die Geheimschrift des Julius Caesar, Geheimschriften im I. und II. Weltkrieg, das Codebuch des Papstes, Enigma. 4. Auflage. Nikol Verlagsgesellschaft, Hamburg 2006, ISBN 3-937872-37-X, S. 60–79.
  • Robert K. Massie: Castles of Steel. Britain, Germany, and the winning of the Great War at sea. Random House, New York 2003, ISBN 0-679-45671-6.
  • Barbara Tuchman: Die Zimmermann-Depesche. Lübbe, Bergisch-Gladbach 1982, ISBN 3-404-65039-5.
  • Jonathan Reed Winkler: Information Warfare in World War I. In: The Journal of Military History 73 (2009), S. 845–867, doi:10.1353/jmh.0.0324.
  • Werner Rahn: Der Einfluss der Funkaufklärung auf die deutsche Seekriegsführung im Ersten und Zweiten Weltkrieg. In: Winfried Heinemann (Hrsg.): Führung und Führungsmittel (= Potsdamer Schriften zur Militärgeschichte. Bd. 14). Militärgeschichtliches Forschungsamt, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941571-14-3, S. 15–56.
  • David Ramsay: „Blinker“ Hall. Spymaster. The Man who Brought America into World War I. Reprinted edition. Spellmount, Stroud 2009, ISBN 978-0-7524-5398-9.
  • Jonathan Reed Winkler: Nexus. Strategic communications and American security in World War I (= Harvard Historical Studies. Bd. 162). Harvard University Press, Cambridge MA u. a. 2008, ISBN 978-0-674-02839-5.