Root Beer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ein Glas Root Beer mit Schaum.

Root Beer (zu dt.: Wurzelbier) ist ein in den Vereinigten Staaten und Kanada beliebtes alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Es wird häufig mit dem deutschen Malzbier gleichgesetzt, unterscheidet sich im Geschmack aber erheblich.

Meist wird es mit Kohlensäure versetzt. Ein beliebter Nachtisch in den Vereinigten Staaten ist der Root Beer Float, bei dem typischerweise Vanilleeis in Root Beer schwimmt - dabei wird in den USA auch heute noch gerne diskutiert, ob dabei zuerst das Root Beer oder das Vanilleeis zugegeben wird.

In älteren deutschen Synchronisationen amerikanischer Filme wird der Begriff Root Beer zumeist mit Kräuterbier übersetzt.

Geschichte und Zutaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Root Beer wurde von Charles E. Hires kommerziell erstmals 1876 auf der Centennial Exhibition vorgestellt.[1] Ursprünglich wollte er das Extrakt-haltige Getränk root tea nennen, da seine beabsichtigte Kundschaft jedoch Bergleute in den Gruben von Pennsylvania waren, nannte er es root beer.[2] Charles Hires war Quäker und Anhänger der Abstinenzbewegung, weshalb es eine alkoholfreie Alternative zu Bier darstellen sollte.[1] "Root beer" selbst war jedoch bereits im 18. Jahrhundert bekannt, nachdem Samuel Adams die Entwicklung eines alkoholfreien Bieres anstieß, um seinen Kindern ein solches zu ermöglichen. Das ursprüngliche root beer wird aus Extrakten der Wurzelrinde des Sassafrasbaumes hergestellt. Wegen der Karzinogenität des Sassafrasextrakts wird heute jedoch nur noch künstliches Sassafras-Aroma verwendet. Es hat einen sehr eigentümlichen, extrem süßen Geschmack. Andere Rezepturen waren leicht alkoholhaltig und vor allem aus Wacholderbeeren, Vanilleschoten, Hopfen, Sarsaparilla und Süßholz zusammengesetzt und zeichneten sich durch einen medizinisch bittersüßen Geschmack aus. Eine weitere geschmacksgebende Zutat ist das Wintergrün. Eine erfolgreiche Vermarktung ohne den Inhalt psychotroper Substanzen gelang dem Unternehmer John Willard Marriott, einem Angehörigen der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, der damit dem „mormonischen“ Wort der Weisheit entsprechend handelte.[3][4]

Verkauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem nordamerikanischen Markt gibt es mehrere hundert Rootbeermarken, die als Softdrink oft jedoch nur lokale oder regionale Bedeutung haben. Das geschmackliche Spektrum ist weit größer, was an den verarbeiteten Zutaten, den Brauverfahren und den regionalen Vorlieben liegt. Zu den bekannteren überregionalen Marken gehören unter anderem die Marken A&W Root Beer, Dad’s Root Beer, Mug Root Beer und Barq's. Letzteres wurde 1995 nach einem Rechtsstreit mit der Coca-Cola Company von dieser aufgekauft. Im zweisprachigen Kanada wird Root Beer auf Französisch als Racinette (zu deutsch ‚Würzelchen‘) bezeichnet, obwohl ursprünglich ein anderes Kräutergetränk diesen Namen trug.

Im deutschen Einzelhandel ist das Getränk auch in städtischen Großräumen selten erhältlich, da der Geschmack in der Regel mit Hustensaft, Mundwasser oder anderen zahnhygienischen Produkten in Verbindung gebracht wird. Um eine kleine Zielgruppe des angebotenen Produktes anzusprechen, wird vom Einzelhandel der Anglizismus „Root-Bier“ auf Getränkeverpackungen als Werbung für ein „original US-Produkt“ verwendet, obwohl auch in ausgewählten Geschäften häufig lediglich Erzeugnisse aus EU-Ländern mit „angepasstem Geschmack“ verkauft werden.[5][6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Root Beer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Don Yates: Charles E. Hires Company 1870 - Present, Philadelphia, Pennsylvania. In: Bottles and extras (2005). Federation of historical bottle collectors. PDF.
  2. Anne Cooper Funderburg: Sundae Best: A History of Soda Fountains. Popular Press 2002. ISBN 978-0879728540. S. 93–95.
  3. Joseph Smith, angeblicher Prophet: Lehre und Bündnisse. Abschnitt 89. Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, abgerufen am 28. Februar 2016.
  4. J. Willard Marriott. Launching the family business. Marriott International, abgerufen am 28. Februar 2016.
  5. USA Erklärt. Root Beer oder wie man Deutsche und Amerikaner unterschiedet. Scot W. Stevenson, 29. Juli 2006, abgerufen am 28. Februar 2016.
  6. Wir probieren. A&T Root Beer. Max Beckmann, abgerufen am 28. Februar 2016.