Rotfuchs (Zeitschrift)

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Kopf der Zeitschrift

Der Rotfuchs, Eigenschreibweise RotFuchs, ist eine in Berlin erscheinende, „von Parteien unabhängige kommunistisch-sozialistische Zeitschrift für Politik und Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft“. Sie ist nicht im Zeitschriftenhandel erhältlich, sondern wird monatlich im Eigenvertrieb versandt. Chefredakteur war bis zu seinem Tod am 9. April 2016 Klaus Steiniger[1], zu DDR-Zeiten Redakteur und Auslandskorrespondent des SED-Zentralorgans Neues Deutschland. Das Blatt versteht sich als Tribüne für Kommunisten und Sozialisten in Deutschland[2].

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitschrift wurde im Februar 1998 von der DKP-Gruppe Berlin-Nordost gegründet. Auseinandersetzungen mit dem Parteivorstand in Essen führten dazu, dass im Juli 2001 der „Rotfuchs“-Förderverein e. V. zur parteiunabhängigen Herausgabe gegründet wurde. 2003 hatte der Förderverein 560 Mitglieder.[3]

2016 bestand die Redaktion aus Wolfgang Metzger (V.i.S.d.P.), Arnold Schölzel und Bruni Steiniger[4], sie verwenden die bis 1996 geltenden Rechtschreibregeln. Nach Angaben von Steiniger lag die Auflage der Zeitschrift 2012 im Bereich von 11.000 bis 12.000 Exemplaren.[5]

Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein mit 36 Regionalgruppen wurde vom sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz 2009 als neostalinistisch[6] und linksextremistisch[7] eingeordnet.

Barbara Nolte sieht in der Zeitschrift das „Leitmedium“ ehemaliger Stasi-Offiziere.[8] Für Stefan Berg enthalte diese einen „schauerlichen Mix - von der Verherrlichung der Staatssicherheit bis zu Hetze gegen den Staat Israel“.[6] Rotfuchs bedient nach Einschätzung von Dominique Herbert einen „geschichtsrevisionistischen Erinnerungsdiskurs“ und verbreite eine „reaktionäre Anschauung“.[9]

Der „Rotfuchs“-Förderverein e.V. ist Mitglied im Ostdeutschen Kuratorium von Verbänden e. V. und im Antifaschistischen Komitee gegen Krieg und Sozialraub.[10][11][12]

Autoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Autoren im Rotfuchs waren oder sind:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arnold Schölzel und Patrik Köbele: Dialektik der Klassenkämpfe. In: junge Welt. 12. April 2016, abgerufen am 21. August 2016.
  2. Frank Junghänel: Schon vergriffen, Berliner Zeitung, 24. April 2002
  3. Dominique Herbert: DDR-Erinnerungsdiskurs in der Monatszeitschrift RotFuchs (1998-2011). In: Elisa Goudin-Steinmann, Carola Hähnel-Mesnard (Hg.): Ostdeutsche Erinnerungsdiskurse nach 1989: Narrative kultureller Identität, Frank & Timme 2013, S. 130
  4. Die Zeitschrift auf rotfuchs.net
  5. Interview in der Tageszeitung junge Welt, 18./19. Februar 2012 Online (PDF; 1,5 MB)
  6. a b Stefan Berg: Vergangenheitsbewältigung: Modrows Kontakte zu Neostalinisten belasten die Linke, Spiegel Online, 5. März 2009
  7. Sächsisches Handbuch zum Extremismus und sicherheitsgefährdenden Bestrebungen 2009 (PDF; 47 kB) des sächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz
  8. Die Stasi-Rentner in Die Zeit, 19. Juli 2006
  9. Dominique Herbert: DDR-Erinnerungsdiskurs in der Monatszeitschrift RotFuchs (1998-2011). In: Elisa Goudin-Steinmann, Carola Hähnel-Mesnard (Hg.): Ostdeutsche Erinnerungsdiskurse nach 1989: Narrative kultureller Identität, Frank & Timme 2013, S. 138
  10. http://berlin.k-p-d.org/htdoc/antifa-komitee/antifakomitee-start.html
  11. http://www.k-p-d-online.de/index.php/aktuell/inland/247-gemeinsame-erklaerung-jt-1-u-2-weltkrieg
  12. http://www.okv-ev.de/Dokumente/uebrige%20Vereine/Aufruf%20zum%208_Mai%202014.pdf
  13. Personalien: Oskar Lafontaine in Der Spiegel 49/2010