Gisela Steineckert

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Gisela Steineckert während des XII. DFD-Bundeskongresses 1987 im Berliner Palast der Republik

Gisela Steineckert (* 13. Mai 1931 in Berlin) ist eine deutsche Schriftstellerin und Lyrikerin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gisela Steineckert wurde als zweites von vier Kindern eines Dienstmädchens und eines Schneiders in Berlin geboren und wuchs dort unter ärmlichen Verhältnissen auf. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie nach Österreich evakuiert und besuchte dort eine Volksschule. 1946 kehrte sie nach Berlin zurück und arbeitete als Sozialhelferin in Kindergärten. Später machte sie eine kaufmännische Lehre und arbeitete als Sprechstundenhilfe.

Seit 1957 war sie in der DDR mit kurzen Unterbrechungen freischaffend tätig. 1962 bis 1963 war sie Kulturredakteurin bei dem Satire-Magazin Eulenspiegel. Ab 1965 war sie Mitglied des Bezirksvorstandes Berlin des Schriftstellerverbandes der DDR und begann mit der Arbeit in der Singebewegung (bis 1973). 1979 wurde sie Mitglied des Komitees für Unterhaltungskunst in der DDR, dessen Präsidentin sie von 1984 bis 1990 war. Ihr wurde von Schriftstellerkollegen eine Nähe zu einigen Größen der SED nachgesagt.[1] Als Gremienmitglied des Zentralen Lektorats beim Staatlichen Komitee für Rundfunk der DDR hatte sie Zensur-Einfluss auf Pop- und Rocktexte und stellte sich u.a. gegen Titel der Gruppe Pankow [2] 1987 erschien das Lied Als ich fortging der Band Karussell, dessen Text von ihr stammt. Seit 1990 ist sie ehrenamtliche Vorsitzende des Demokratischen Frauenbundes.

Gisela Steineckert lebt in Berlin. Sie ist seit 1973 in dritter Ehe mit Wilhelm Penndorf, einem ehemaligen Rundfunk-Chefredakteur für Musik, verheiratet. Die Schriftstellerin Kirsten Steineckert ist ihre Tochter aus erster Ehe. In zweiter Ehe war sie mit Heinz Kahlau verheiratet.

Neben Büchern (Lyrik, Kurzprosa, Briefe) verfasste sie viele Liedtexte (Schlager, Chansons, Kinderlieder, Rockmusik) für unterschiedliche Interpreten und arbeitete an Filmen der DEFA mit.

Seit der Wende in der DDR erscheinen ihre Bücher in der Eulenspiegel Verlagsgruppe.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alt genug um jung zu bleiben. Das Neue Berlin, Berlin 2006.
  • Aus der Reihe tanzen. Ach Mama. Ach Tochter. Verlag Neues Leben, Berlin 1992.
  • Brevier für Verliebte. Verlag Neues Leben, Berlin 1972.
  • Briefe 1961–1983. Verlag Neues Leben, Berlin 1984.
  • Das Schöne an den Frauen. Das Neue Berlin, Berlin 1999.
  • Das Schöne an den Männern. Das Neue Berlin, Berlin 1998, ISBN 3-360-01232-1.
  • Das Schöne an der Liebe. Das Neue Berlin, Berlin 2000
  • Der Mann mit der goldenen Nase. (gemeinsam mit Arndt Bause) Das Neue Berlin, Berlin 1986, ISBN 3-360-00949-5.
  • Die blödesten Augenblicke meines Lebens. Verlag Neues Leben, Berlin 1996.
  • Einfach Zuneigung. 22 Beispiele in Prosa. Verlag Neues Leben, Berlin 1986.
  • Er hat gesagt. EheDialoge. Verlag Neues Leben, Berlin 1993.
  • Erkundung zu zweit. Verlag Neues Leben, Berlin 1974.
  • Erster Montag im Oktober. Gedichte. Verlag Neues Leben, Berlin 1986.
  • Gedichte. Poesiealbum Nr. 199, Verlag Neues Leben, Berlin 1984.
  • Gesichter in meinem Spiegel. Porträts. Verlag Neues Leben, Berlin 1977.
  • Ich umarme dich in Eile. Briefe an Frauen. Verlag Neues Leben, Berlin 1992.
  • Laß dich erinnern. Lieder. Verlag Neues Leben, Berlin 1987.
  • Lieber September. Gedichte. Verlag Neues Leben, Berlin 1981.
  • Liebesgedichte. (Hrsg. G. Steineckert), Volk und Welt, Berlin 1962.
  • Liederbriefe. Henschel-Verlag, Berlin 1984.
  • Mehr vom Leben. Gedichte. Verlag Neues Leben, Berlin 1983.
  • Musenkuß und Pferdefuß. Verse, vorwiegend heiter. (Hrsg. G. Steineckert), Verlag Neues Leben, Berlin 1964.
  • Nachricht von den Liebenden. Gedichte und Photos. (Hrsg. G. Steineckert), Aufbau-Verlag, Berlin 1964.
  • Neun-Tage-Buch. Die X. Weltfestspiele. (gemeinsam mit Joachim Walther), Verlag Neues Leben, Berlin 1974.
  • Nun leb mit mir. Weibergedichte. Verlag Neues Leben, Berlin 1976.
  • Presente. Gedichte. Verlag Neues Leben, Berlin 1988.
  • Und dennoch geht es uns gut. Briefe 1992–1998. Das Neue Berlin, Berlin 1998.
  • ... und mittendrin das dumme Herz. Das Neue Berlin, Berlin 2005, ISBN 3-360-01269-0.
  • Unsere schöne Zeit mit dem bösen Rudi. Verlag Volk und Wissen, Berlin 1988.
  • Veronika Fischer, diese Sehnsucht nach Wärme. Das Neue Berlin, 2001.
  • Vor dem Wind sein. Lieder. Verlag Neues Leben, Berlin 1980.
  • Wie ein Waisenkind. Fernseh-Erzählung. Eulenspiegel-Verlag, Berlin 1970.
  • Wild auf Hoffnung. Verlag Neues Leben, Berlin 1990.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rainer Schmitz: Was geschah mit Schillers Schädel? (Literaturlexikon), München 2008, S. 991 und 1811
  2. Michel Rauhut: Schalmei und Lederjacke, Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1996, S. 259

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gisela Steineckert – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien