Rubin Carter

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Rubin Carter Boxer
Rubin Carter 2011

Rubin Carter 2011

Daten
Geburtsname Rubin Carter
Kampfname Hurricane
Gewichtsklasse Mittelgewicht
Nationalität US-amerikanisch
Geburtstag 6. Mai 1937
Geburtsort Clifton (New Jersey)
Todestag 20. April 2014
Todesort Toronto
Stil Linksauslage
Kampfstatistik
Kämpfe 40
Siege 27
K.-o.-Siege 19
Niederlagen 12
Unentschieden 1

Rubin „Hurricane“ Carter (* 6. Mai 1937 in Clifton, New Jersey; † 20. April 2014 in Toronto, Ontario, Kanada) war ein US-amerikanischer Mittelgewichtsboxer, der zwischen 1961 und 1966 aktiv war. Ab 1966 war er wegen Mordes inhaftiert und wurde 1985 nach Wiederaufnahme des Verfahrens durch ein Bundesgericht freigelassen.

Leben[Bearbeiten]

Boxkarriere[Bearbeiten]

Carter verfügte – vor allem mit dem linken Haken – über eine große Schlagkraft und gute Nehmerfähigkeiten, es fehlte ihm aber an boxerischer Klasse, so dass er oft nach Punkten verlor. Er konnte allerdings 1962 den Kubaner Florentino Fernandez in Runde eins und 1963 als einziger Emile Griffith frühzeitig k.o. schlagen. Ein ungewöhnlicher Punktsieg gelang ihm 1964 gegen Jimmy Ellis. Diese Erfolge brachten ihm einen Titelkampf gegen Joey Giardello ein, den er aber einstimmig knapp nach Punkten verlor. Nach weiteren Niederlagen, unter anderem gegen Dick Tiger und Luis Rodríguez, fiel er in den Ranglisten zurück.

Mordprozess[Bearbeiten]

Seine Boxkarriere endete 1966, als er und sein Freund John Artis in New Jersey des Mordes an drei Weißen für schuldig befunden und mit dem Urteil "dreimal lebenslänglich" ins Gefängnis geschickt wurden. In der Jury war kein Farbiger und die Geschworenen fällten ihr Urteil aufgrund fragwürdiger Zeugenaussagen zweier Krimineller. Nach zahlreichen Gerichtsverfahren und einem erneuten Schuldspruch in einem zweiten Prozess 1976 folgte jedoch 1985 der Freispruch, nachdem das Bundesgericht festgestellt hatte, dass „grobe Verfahrensverstöße“ vorlagen und die Staatsanwaltschaft daraufhin die Anklage fallen ließ (John Artis wurde schon einige Jahre früher auf Bewährung entlassen). Der Fall ging damit als Justizskandal in die US-amerikanische Rechtsgeschichte ein. Zuvor hatten sich Prominente wie zum Beispiel Bob Dylan, der 1975 für ihn den Song Hurricane schrieb, oder auch Muhammad Ali für Rubin Carter eingesetzt. Der Song Hurricane erschien erstmals auf Dylans Album Desire und eröffnet das Album.

Rubin Carter lebte zuletzt in Toronto und leitete dort langjährig die Association in Defense of the Wrongfully Convicted, die sich für zu Unrecht Verurteilte einsetzt. 1993 wurde ihm als erstem Boxer außerhalb des Rings vom World Boxing Council der Weltmeisterschaftsgürtel verliehen.

Verfilmung[Bearbeiten]

Große Aufmerksamkeit erregte auch die 1999 gedrehte Verfilmung der Geschichte Carters (Hurricane) mit Denzel Washington in der Hauptrolle, der für seine Darstellung den Golden Globe sowie den Silbernen Bären der Internationalen Filmfestspiele in Berlin zugesprochen bekam. Bei einigen Kritikern ist die Wahrheitstreue der Verfilmung allerdings umstritten. Insbesondere die Familie des ermittelnden Polizeibeamten legt Wert auf die Feststellung, dass dieser in keiner Weise dem Filmpolizisten entsprach. Der Boxer Joey Giardello verklagte die Filmgesellschaft erfolgreich auf Schadenersatz, da der Sieg in einem im Film gezeigten Kampf aufgrund einer rassistischen Jury an ihn ging, er in Wirklichkeit aber regulär gewonnen hatte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ulf Harms: Glanz und Elend des Boxers Rubin Carter. Tatsachen, Band 317. Militärverlag der Deutschen Demokratischen Republik, Berlin 1988; ISBN 3-327-00616-4
  • Rubin „Hurricane“ Carter: The 16th Round (Autobiografie); New York: Viking Press, 1974; ISBN 0670647500. Neuauflage: Chicago, Illinois: Lawrence Hill, 2011; ISBN 9781569765678
  • Sam Chaiton & Terry Swinton: Hurricane. Die wahre Geschichte des Rubin „Hurricane“ Carter (Taschenbuch) Goldmann; ISBN 3-442-44715-1

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Rubin Carter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien