Sébastien Japrisot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jean-Baptiste Rossi (* 4. Juli 1931 in Marseille; † 4. März 2003 in Vichy) war ein französischer Schriftsteller, Drehbuchautor und Übersetzer. Er ist besser bekannt unter seinem Pseudonym Sébastien Japrisot, ein Anagramm aus seinem bürgerlichen Namen.

Werk[Bearbeiten]

Seinen ersten Roman, Les mal partis, veröffentlichte er 1950 mit 19 Jahren. Der Roman wurde in Frankreich nicht beachtet, aber in den USA positiv aufgenommen.[1] 1976 verfilmte Japrisot seinen ersten Roman.[2]

1953 erschien seine französische Übersetzung von J. D. Salingers Roman Der Fänger im Roggen.[3] Weil Japrisot mit seiner schriftstellerischen Tätigkeit keinen richtigen Erfolg hatte, arbeitete er in leitender Position in einer Pariser Werbeagentur. Ermutigt von einem Freund schreibt er 1962 mit dem Kriminalroman Mord im Fahrpreis inbegriffen seinen ersten großen Erfolg, der von Constantin Costa-Gavras verfilmt wird.

Ab diesem Zeitpunkt ist er als Drehbuchautor sehr gefragt und alle seine Romane werden verfilmt. Hervorzuheben sind vor allem Falle für Aschenbrödel (1963), Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr (1966) und Blutiger Sommer (1977), sowie dessen Verfilmung von Jean Becker. 1991 wurde sein Roman Die Mimosen von Hossegor [4] veröffentlicht, der 2004 von Jean-Pierre Jeunet unter dem Titel Mathilde – Eine große Liebe mit Audrey Tautou verfilmt wurde.

Die meisten seiner Werke sind Kriminalromane, die eine sehr eigenwillige Struktur haben. Am Anfang stehen meist extrem rätselhafte Charaktere, die erst langsam zu konkreten Figuren werden. In den Romanen und Drehbüchern von Japrisot sind häufig scheinbar hilflose Frauen die Hauptfiguren, die im Lauf der Geschichte eine starke Kraft entwickeln. Oft beginnen die Geschichten gegen Ende der eigentlichen Handlung und werden dann in Rückblenden erzählt. Daraus beziehen die Romane eine meisterhafte Spannung. Seine ausdrucksstarke, sehr bildhafte Sprache machen ihn zu einem der einflussreichsten französischen (Krimi-)Autoren. In all seinen Büchern spürt man eine starke Faszination für das Kino.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1952: Prélude d’amour (Les Mal Partis)
  • 1962: Mord im Fahrpreis inbegriffen (Compartiment tueurs)
  • 1963: Falle für Aschenbrödel (Piège pour Cendrillon)
  • 1966: Die Dame im Auto mit Sonnenbrille und Gewehr (La Dame dans l’auto avec des lunettes et un fusil)
  • 1968: Weekend im Tresor (Adieu l’ami)
  • 1972: Lauf, wenn du nicht schießen kannst (La Course du lièvre à travers les champs)
  • 1977: Blutiger Sommer (L’Été meurtrier)
  • 1991: Die Mimosen von Hossegor [4] (Un long dimanche de fiançailles)

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. englische Wikipedia. Abgerufen am 6. Juni 2013.
  2. imdb. Abgerufen am 6. Juni 2013.
  3. französische Wikipedia. Abgerufen am 6. Juni 2013.
  4. a b c d erschien nach DNB erstmals 2005 unter dem Titel Mathilde – eine große Liebe
  5. französische Wikipedia. Abgerufen am 6. Juni 2013.