SAM global

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SAM global
Rechtsform Freiwilligen-Verein
Gründung 1889
Gründer Fredrik Franson und Carl Polnick
Sitz Winterthur, Schweiz
Motto Mit Bildung Leben verändern
Schwerpunkt Ausbildung und Hilfe zur Selbsthilfe
Methode Personelle Entwicklungszusammenarbeit
Aktionsraum China, Indien, Kambodscha, Sri Lanka, Angola, Burkina Faso, Guinea, Kamerun, Tschad, Brasilien, Schweiz
Mitarbeiter 80 Mitarbeitende (2018)
Website Website von SAM global

SAM global (bis 2017 Schweizer Allianz Mission) ist eine schweizerische christliche Non-Profit-Organisation mit Sitz in Winterthur. Während die Abkürzung SAM früher für Schweizer Allianz Mission stand, bedeutet sie seit 2017 serve and multiply (deutsch: dienen und multiplizieren). SAM global will mit Bildung Leben verändern und ist im Bereich der personellen Entwicklungszusammenarbeit tätig. Hier liegt der Fokus auf Ausbildung in verschiedenen Bereichen und Hilfe zur Selbsthilfe. Menschen verschiedener Kulturen und Religionen soll ganzheitlich nach dem Vorbild von Jesus Christus gedient werden, damit sie Gottes Liebe praktisch erfahren und an andere weitergeben können.[1]

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SAM global, mit Hauptsitz in Winterthur, hat Zweigstellen in Ecublens (Romandie), Frankreich und Belgien. Die Organisation beschäftigt etwa 80 europäische Mitarbeitende, etliche Freiwillige und zahlreiche einheimische Mitarbeitende. Sie sind weltweit tätig in den Ländern China, Indien, Japan (bis 2008), Kambodscha, Sri Lanka, Angola, Burkina Faso, Guinea, Kamerun, Tschad, Brasilien und in der Schweiz.

SAM global engagiert sich schwerpunktmässig in den Bereichen Grund- und Berufsbildung, Aufbau von Kleingewerbebetrieben (Business for Transformation B4T), medizinische Arbeit und Gesundheitsprävention, theologische Bildung und Praxis, Verbesserung der Lebensgrundlagen und Sensibilisierung. 2017 besuchten 1'236 Schüler und 234 Berufsschüler eine Schule, die von der SAM gegründet wurde. Im medizinischen Bereich erfolgten 3.300 chirurgische Eingriffe. 342 Personen wurden in Theologie und pastorale Dienste ausgebildet. 42.721 Personen wurden unterstützt, um ihre Lebensgrundlagen zu verbessern.[2] Das Jahresbudget betrug 2013 7,5 Mio Franken.[3]

SAM global ist Mitglied bei der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Missionen[4] und der Schweizerischen Evangelischen Allianz.[5]

Das deutschsprachige Informationsorgan, das regelmässig erscheint, heisst SAM FOCUS (früher: SAM-Bote), das französischsprachige Magazin SAM Allons.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1865 wurde die China-Inland-Mission durch den britischen methodistischen Mediziner und Missionar Hudson Taylor gegründet. 1889 half er Fredrik Franson und Carl Polnick die Deutsche China-Allianz-Mission ins Leben zu rufen. 1896 reiste der erste Schweizer, Ernst Fröhlich, als Mitarbeiter nach China aus. 1897 gründete Héli Chatelain in Angola die Philafrikanische Mission. 1902 wurde ein Schweizer Komitee der Allianz-China-Mission gegründet. Als Folge des Ersten Weltkrieges wurden 1919 alle deutschen Missionare aus China ausgewiesen, die neutralen Schweizer konnten jedoch bleiben. Deshalb hiess die Organisation ab 1922 nur noch Allianz-China-Mission (ACM). 1940 wurde der Schweizer Verein Allianz-China-Mission gegründet. 1951 mussten auch die letzten Schweizer Mitarbeitenden aus der kommunistischen Volksrepublik China zurückkehren, und kurz darauf entstand eine Zusammenarbeit mit der in Angola tätigen Philafrikanischen Mission.

1953 konnte ein neuer Arbeitsbereich in Japan aufgenommen werden, 1963 in Brasilien. Wegen des Unabhängigkeitskrieges in Angola 1961 bis 1974 und dessen Folgen wurden Mitarbeitende vermehrt nach Brasilien gesandt. 1967 wurde die Allianz-China-Mission zur Schweizer Allianz Mission (SAM) umbenannt, die Philafrikanische Mission dagegen nannte sich ab 1968 Alliance Missionnaire Evangélique (AME). 1977 wurde die Mitarbeiterin Gandhi Marinova von der angolanischen Widerstandsbewegung Unita entführt und erst 1978 wieder freigelassen.

1981 begann eine medizinische Arbeit in Guinea auf Einladung der Regierung. Seit 1992 engagierte sich die SAM in Sri Lanka. Im gleichen Jahr fusionierten SAM und AME, wobei sie ihre Namen behielten. 1999 wurde die Mitarbeiterin Therese Fuhrer in Angola ermordet.

Im Jahr 2000 fand ein Strategiewechsel statt, seither liegt der Fokus auf partnerschaftlicher Projektarbeit. Verschiedene Projekte konnten seither in die Hände einheimischer Mitarbeitender und deren Organisationen übergeben werden. Seit 2008 wird die Organisation von Jürg Pfister geleitet. Im gleichen Jahr übergab die SAM ihre Arbeit in Japan an die Überseeische Missions-Gemeinschaft (ÜMG). 2011 wurde die Hilfsorganisation Vision Africa (VIA) in die SAM integriert, wodurch Kamerun, Burkina Faso und Tschad zu Einsatzländern der SAM wurden.[7][8]

Im Jahr 2014 erhielt die SAM erneut Publizität, weil SAM-Mitarbeitende in Guinea in Macenta, im Gebiet des Ebolavirus-Ausbruchs tätig waren, weiter Menschen medizinisch versorgten und das Land auch während der Epidemie nicht verliessen.[9][10]

Seit 2016 ist die SAM in Indien und Kambodscha tätig. 2017 wurde ein Projekt unter Migrantinnen und Migranten in der Schweiz gestartet. Im gleichen Jahr änderten die SAM und die AME ihre Namen in SAM global, wobei SAM neu für serve and multiply, dienen und multiplizieren, steht. Vorwiegend mit Bildung und Hilfe zur Selbsthilfe sollen Lebensgrundlagen verbessert und Menschen verändert werden.[11]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Voegelin u. a.: 100 Jahre Schweizer Allianz Mission. Dankbarkeit, Standortbestimmung, Ausblick. An der Schwelle des zweiten Jahrhunderts. Schweizer Allianz Mission, Winterthur 1989.
  • Klaus Fiedler: Die Glaubensmissionen in Afrika: Geschichte und Kirchenverständnis, Luviri Press, 2018, ISBN 978-9-99606-600-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Website sam-global
  2. Willy Zurbrügg: In Liebe dienen und multiplizieren. Wie kann man Armut und Not in Entwicklungsländern am besten bekämpfen? Wie können möglichst viele Menschen von Jesus hören und Gottes Liebe ganz praktisch erfahren? Die Antworten der SAM, Evangelische Nachrichtenagentur idea, Liestal 25. April 2018, S. 15
  3. Highlights 2013. In: SAM FOCUS, 2/2014.
  4. aem.ch (Memento des Originals vom 26. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.aem.ch SAM global bei AEM
  5. each.ch SAM global bei each
  6. Zeitschrift SAM FOCUS. Schweizer Allianz Mission seit 1889. Winterthur 1/2014
  7. erf-medien.ch SAM als Hilfswerk bei ERF Medien
  8. Zeitschrift SAM FOCUS. Schweizer Allianz Mission seit 1889. Winterthur 1/2014
  9. sonntag.ch (Memento des Originals vom 8. August 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sonntag.ch TV-Sendung auf Fenster zum Sonntag 2013
  10. srf.ch Interview am 5. August 2014 mit Dr. David Leuenberger von SAM in der Schweizer TV-Sendung 10vor10
  11. Kirche & Gesellschaft: Aus SAM wird SAM global, Life Channel, 9. Dezember 2016