SLM Solutions Group

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SLM Solutions Group AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A111338
Gründung 2006
Sitz Lübeck, DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung
  • Uwe Bögershausen (CFO)
  • Gereon W. Heinemann (CTO)
  • Axel Schulz (CSO)
Mitarbeiterzahl

370 weltweit (Jahresdurchschnitt 2017)

Umsatz 82,49 Mio.
Branche Maschinenbau
Website slm-solutions.de
Stand: 31. Dezember 2017

Die SLM Solutions Group AG mit Hauptsitz in Lübeck ist ein börsennotierter Hersteller von 3D-Metalldruckern und Mitinhaberin der Wortmarke SLM®. Gemessen an der Anzahl der verkauften Maschinen war SLM Solutions 2012 der weltweit drittgrößte Hersteller, nach dem Marktführer EOS und Concept Laser[1]. Alle drei haben ihren Sitz in Deutschland.

Die Aktien der SLM Solutions Group AG sind seit dem 9. Mai 2014 im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse notiert.

Produkte und Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es werden Selective Laser Melting Maschinen (Laserschmelzmaschinen) mit Laserleistungen von 100 bis 2800 Watt angeboten, Letzteres verteilt auf vier Laser. Das Spitzenmodell war laut Herstellerangaben im April 2014 der leistungsfähigste Metall-3D-Drucker auf dem Markt und kostet etwa 1,5 Millionen Euro.[2] Die Geräte verarbeiten verschiedene Materialien wie Aluminium, Stähle, Titan und Inconel. Die Maximalgröße der gefertigten Bauteile beträgt je nach Modell 125 × 125 × 75 mm bis 500 × 280 × 325 mm.

Ein Hauptvorteil des 3D-Drucks liegt darin, dass auch Teile mit komplizierten Geometrien in nur „einem Durchgang“ herstellbar sind. Das macht dieses Verfahren besonderes interessant für das Rapid Prototyping und Kleinserien, aber auch für die Serienproduktion in der Luft- und Raumfahrttechnik, wo Gewichtsersparnis eine große Rolle spielt. Man erreicht diese z. B. durch Hohlräume oder Poren im Werkstück.

Weitere Anwendungsbereiche für Drucker der SLM Solutions sind die Energietechnik (z. B. Turbinenteile), Fahrzeugtechnik und Medizintechnik (z. B. für Implantate). Als Blue-Chip-Kunden nennt das Unternehmen u. a. die NASA, EADS, General Electric, Siemens und BMW. Viele Geräte wurden auch an Forschungseinrichtungen verkauft.

Neben den Laserschmelzgeräten vertreibt SLM Solutions Group AG auch herkömmliche Gießsysteme für das Rapid Prototyping. Auf diesen Geschäftsbereich entfällt ein kleinerer, abnehmender Umsatzanteil.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1996 und 1998 begannen die Firmen F & S Stereolithografietechnik GmbH (Fockele & Schwarze) und Trumpf GmbH sowie das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik mit ersten Forschungen im Bereich Laserschmelzverfahren. Nach Gründung eines europäischen Technologiezentrums für „Rapid Prototyping“ in Kaarst führte die britische Mining and Chemical Products Ltd. (MCP) die Technik des Selektiven Laserschmelzens ein, während Fockele & Schwarze sich diverse Patente in diesem Bereich erarbeiteten.

2002 gingen F & S und MCP eine Partnerschaft ein und entwickelten gemeinsam marktreife SLM-Geräte. MCP leistete Pionierarbeit in der Laserverarbeitung von Aluminium und Titan. Entwicklung und Herstellung der Geräte war beim Tochterunternehmen HEK GmbH in Lübeck angesiedelt. Im Zuge eines Konzernumbaus bei MCP wurde dieser Geschäftsbereich 2008 unter Leitung von Hans-Joachim Ihde in die 2006 gegründete MTT Technologies GmbH – später SLM Solutions GmbH – ausgegliedert und an Ihde und Henner Schöneborn verkauft. Beide sind bis heute (Stand Mai 2014) an der SLM AG beteiligt.

Über ihren Fonds Parcom Deutschland I beteiligte sich auch die ING Groep an SLM und übernahm gut die Hälfte der Anteile. Zur Vorbereitung auf den geplanten Börsengang wurde das Unternehmen in die neu gegründete SLM Holding GmbH eingebracht, die 2014 zur SLM Solutions Group AG umfirmierte.

Das formale Gründungsjahr der Aktiengesellschaft ist somit 2014, während die Ursprünge des Unternehmens bis in die 1990er Jahre zurückreichen. In einer Selbstdarstellung werden sie gar bis zur Gründung einer bolivianischen Wismutmine in den 1860er Jahren zurückverfolgt.[3] Der Wertpapierprospekt zum Börsengang nennt 2006 als Gründungsdatum der operativen Gesellschaft.

Im Rahmen des Börsengangs im Mai 2014 erlöste die SLM Solutions Group AG 75 Mio. € durch die Ausgabe neuer Aktien. Gleichzeitig verkauften die Altaktionäre – hauptsächlich Parcom – Aktien zum Kurswert von 105 Mio. €. Geplant war die Abgabe von Altaktien zum Kurswert von 103 bis 163 Mio. €.[4][5]

Im Jahr 2016 wurden wichtige strategische Partnerschaften etabliert. Im Bereich Anwendungssoftware wurde im Februar 2016 zusammen mit der österreichischen CADS GmbH aus Perg die SLM Solutions Software GmbH gegründet. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung einer Software, die die optimale Gestaltung von Bauteilen für die additive Fertigung erleichtert. Außerdem wurde am 14. Juli 2016 die 3D Metal Powder GmbH in das Handelsregister eingetragen, um passgenaue Verbrauchsmaterialien für die jeweiligen Kundenanwendungen liefern zu können.[6]

Im Jahr 2016 gab es einen über Monate andauernden Übernahmeversuch von SLM Solutions durch GE Aviation, der an der Preisvorstellung eines bedeutenden Aktionärs, dem Hedgefonds Elliott, scheiterte.[7]

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Geschichte des Metallgussgeschäfts der SLM AG; Produkt- und Technologiehistorie
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Geschäfts- und Finanzlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren vor dem Börsengang erlebte SLM Solutions eine steigende Nachfrage nach 3D-Druckern und ein entsprechend starkes Wachstum. Die folgende Tabelle gibt einige Geschäftskennzahlen wieder:

Jahr verkaufte
SLM® Maschinen
Umsatz
(Mio. €)
EBITDA*
(Mio. €)
EBITA*
(Mio. €)
Mitarbeiter
(Jahresdurchschnitt)
2011 7 11,9 1,2 0,8 46
2012 21 17,5 1,9 1,5 52
2013 28 21,6 2,5 1,5 74
2014 49 33,5 4,5 −6,0** 148
2015 93 66,1 8,1 4,9 200
2016 118 80,7 2,6 -2,6 300
2017 113 82,5 2,0 -3,8 370

* EBITDA bereinigt um „Einmalaufwand“, wie vom Unternehmen angegeben; EBIT laut Gewinn- und Verlustrechnung, bereinigt um Abschreibungen aus Kaufpreisallokation

** einschließlich 8,4 M€ Aufwand im Zusammenhang mit dem Börsengang

Unternehmensleitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uwe Bögershausen (CFO) wurde erst 2013 bei der SLM Solutions Group AG angestellt. Uwe Bögershausen ist Ökonom, arbeitete als Berater und führte als Finanzvorstand die aleo solar AG und die Derby Cycle AG an die Börse. Beide Unternehmen wurden zwischenzeitlich übernommen und sind nicht mehr börsennotiert. Gereon W. Heinemann (CTO) und Axel Schulz (CSO) sind seit 2018 im Vorstand der SLM Solutions Group AG.[8]

Aktionärskreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Börsengang sind gut 55 % der Aktien im Streubesitz.[5] Die übrigen Aktien sind überwiegend im Besitz des Mitgründers und Aufsichtsratsvorsitzenden Hans-Joachim Ihde und von Parcom.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wertpapierprospekt auf stage.slm-solutions.com
  2. SLM Solutions vor dem Börsengang: 3D-Druck made in Germany, www.deraktionaer.de, 8. Mai 2014, abgerufen am 9. Mai 2014.
  3. Meilensteine in der Geschichte der heutigen SLM Solutions GmbH, www.slm-solutions.com, abgerufen am 9. Mai 2014.
  4. Pressemeldung der SLM AG zum Aktienangebot, 25. April 2014, abgerufen am 9. Mai 2015
  5. a b Pressemeldung der SLM AG zum abgeschlossenen Börsengang, 8. Mai 2014, abgerufen am 9. Mai 2014
  6. SLM Solutions Group AG: Geschäftsbericht 2016. Hrsg.: SLM Solutions Group AG. Lübeck März 2017.
  7. Desirée Backhaus; Michael Hedtstück: GE scheitert mit Übernahme von SLM Solutions. In: https://www.finance-magazin.de/deals/ma/ge-scheitert-mit-uebernahme-von-slm-solutions-1390691/. Finance Magazin, 27. Oktober 2016, abgerufen am 27. Juni 2018 (deutsch).
  8. Vorstand | SLM Solutions. Abgerufen am 14. September 2018.

Koordinaten: 53° 51′ 52″ N, 10° 36′ 49,3″ O