SMS Zenta

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Zenta
SMS Zenta mit hellem Anstrich 1899

SMS Zenta mit hellem Anstrich 1899

Schiffsdaten
Flagge Osterreich-UngarnÖsterreich-Ungarn (Seekriegsflagge) Österreich-Ungarn
Schiffstyp Kleiner Kreuzer
Klasse Zenta-Klasse
Bauwerft k.k. Seearsenal Pola
Kiellegung 8. August 1896
Stapellauf 18. August 1897
Indienststellung 25. Mai 1899
Verbleib am 16. August 1914 vor Castellastua versenkt
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
96 m (Lüa)
Breite 11,3 m
Tiefgang max. 4,24 m
Verdrängung Standard: 2524 tons
 
Besatzung 292 (bei Indienststellung)
Maschinenanlage
Maschine 8 Yarrow Wasserrohr-Kessel, 2 stehende 4-Zylinder 3-fach Expansionsmaschinen
Maschinen-
leistung
7200 PSi
Höchst-
geschwindigkeit
21 kn (39 km/h)
Propeller 2
Bewaffnung
  • 8 × 1 Škoda 12cm-L/40
  • 8 × 1 47mm-L/44
  • 2 × 1 47mm-L/33
  • 2 × 1 Ø 45cm Torpedorohre

SMS Zenta war ein Kleiner Kreuzer der k.u.k. Kriegsmarine und das Typschiff der Zenta-Klasse. Sie absolvierte mehrere Auslandseinsätze und wurde schließlich kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 bei einer Seeschlacht versenkt. Der Kreuzer war nach der Schlacht bei Zenta von 1697 benannt.

Baugeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem Gesamtkonzept der allgemeinen Entwicklung hinterherhinkend, sah sich die k.u.k. Kriegsmarine 1896 gezwungen zwei neue Kreuzertypen auf Kiel zu legen. Dies betraf einerseits die Kaiser Karl VI.-Klasse als gepanzerten Kreuzertyp und die Zenta-Klasse in einer ungepanzerten Ausführung. Entworfen wurde die Zenta-Klasse von dem Konstrukteur Siegfried Popper, der mit diesem Schiff der Forderung nach großem Aktionsradius bei relativ hoher Geschwindigkeit nachkommen konnte, womit es auch die Bedingungen für Aufklärungs- und Sicherungsdienst in den Überseegebieten erfüllte. Dafür war auch eine Hilfsbesegelung von insgesamt 586 Quadratmeter vorgesehen, die sich jedoch bald als überflüssig erweisen sollte. Die lebenswichtigen Bereiche waren durch ein gewölbtes, leicht gepanzertes Oberdeck geschützt, als Bewaffnung wurden ausschließlich Geschütze der Firma Škoda verwendet.

Im Gegensatz zu den beiden Schwesterschiffen war der Stahlrumpf der SMS Zenta bis zur Wasserlinie mit einer 20 Millimeter starken Teakholzschicht verkleidet, auf die man Platten aus sogenanntem Muntzmetall (einer Legierung aus zwei Teilen Kupfer und drei Teilen Zink) aufgelegt hatte. Diese Maßnahme erhöhte allerdings die Gesamttonnage um 106 ts. Obwohl man sich davon einen geringeren Arbeitsaufwand bei der Wartung der Schiffshülle versprochen hatte - man hoffte auf eine Verringerung des Bewuchses –, hat sich diese Bauweise nicht bewährt und wurde nicht mehr angewendet.

Als Österreich-Ungarn diese Klasse auf Kiel legte, besaß Italien bereits drei, Deutschland sechs, Frankreich fünf und Großbritannien 33 dieser Schiffe. Dies verdeutlichte wiederum die Schwerfälligkeit und das schneckenhafte Tempo, mit der die österreichisch-ungarische Administration zu arbeiten pflegte – die Schiffe dieser Klasse galten bei Indienststellung bereits als veraltet und hätten schon 1910 ersetzt werden müssen. Trotzdem waren sie bei Kriegsbeginn gefechtsbereit, auch wenn sie von geringem Nutzen und dementsprechend nur wenig in Kampfhandlungen verwickelt waren.

Die Zenta konnte erst mit 17-monatiger Verspätung fertiggestellt werden, weil man zwischenzeitlich die für das Schiff vorgesehenen Geschütze an Spanien verkauft hatte. Der Kreuzer wurde am 8. August 1896 im Seearsenal in Pola auf Kiel gelegt, der Stapellauf erfolgte am 18. August 1897 und die Indienststellung am 25. Mai 1899.

Einsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SMS Zenta mit Kriegsanstrich.
  • 1900, ab Ende Mai: Teilnahme an der internationalen Eingreifflotte anlässlich des Boxeraufstandes in China; Verstärkung des Wachdetachement des Gesandtschaftsviertels in Peking, Teilnahme an der Erstürmung der Taku-Forts.
  • 1901: Rückkehr von diplomatischen Besuchen in Kōbe, Hongkong, Bangkok, Shanghai, Nagasaki, Singapur in den Heimathafen Pula.
  • 1902–1903: Handelspolitische Missionsreise um Afrika herum und bis nach Südamerika.
  • 1909: Teilnahme an der Flottendemonstration in der Levante.
  • 1911: Teilnahme an den Feierlichkeiten anlässlich des Stapellaufes der SMS Viribus Unitis
  • 1912: Außer Dienst/in die Reserve gestellt.
  • 1914: Reaktiviert. Bei Kriegsbeginn gemeinsam mit SMS Szigetvár Patrouillenfahrten zur Blockadedurchsetzung vor der montenegrinischen Küste.

Untergang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

SMS Zenta und SMS Ulan im Gefecht vor Castellastual, Adria, am 16. August 1914“ Gemälde von Harry Heusser, 1914

Während sich der Kern der k und k Flotte in Pola aufhielt, waren SMS Zenta und das Torpedobootszerstörer SMS Ulan vor der Küste Montenegros im Einsatz um vor dem Hafen Antivari zu kreuzen. 27 km nördlich von Antivari entfernt unterhielt Österreich-Ungarn in Kotor eine Flottenbasis, die nach der Kriegserklärung Montenegros praktisch von Land her eingeschlossen war. Zum Schutz waren drei alte Linienschiffe der Monarch-Klasse und einige Kreuzer und Zerstörer dahin abkommandiert worden. Sie wurden abwechselnd eingeteilt, um Antivari zu blockieren.[1]

Die Mittelmeerflotte Frankreichs, unter dem Kommando von Admiral Boué, hatte den Auftrag erhalten die Marine Österreich-Ungarns als Bedrohung auszuschalten und Boué befahl seine Flotte in die Adria um den Gegner zur Schlacht zu provozieren. Die modernen Schlachtschiffe Courbet und Paris führten den Verband, gefolgt von zehn Linienschiffen, einem Panzerkreuzer und zwei Zerstörerflottillen. Die Royal Navy schloss sich der Flotte mit den Panzerkreuzern HMS Defence und HMS Warrior, sowie vier Zerstörern an. Das k. und k. Linienschiff SMS Monarch entdeckte die feindliche Flotte am Morgen des 16. August und flüchtete mit seinen Begleitschiffen nach Kotor ohne jedoch die SMS Zenta zu warnen. Gegen 8:45 Uhr stellte die französische Flotte Zenta und Ulan und begann sie um 9:03 Uhr aus 13.500 Metern Entfernung zu beschiessen. Fünfhundert 12-inch (304,8 mm) Granaten wurden auf die beiden Schiffe verschossen, SMS Zenta blieb nach Treffern gestoppt liegen, Kommandant Pachner gab Befehl zum Verlassen des Schiffs. Gegen 9:30 kenterte die Zenta und versank, die schnelle Ulan konnte sich absetzen und erreichte gegen 10:00 Uhr Kotor.[2] 174 Besatzungsmitglieder der SMS Zenta waren getötet worden, 144 gelang es zur Küste Montenegros zu schwimmen.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wasserverdrängung: 2524,37 ts / 2631,64 ts max
  • Länge: 96 m
  • Breite: 11,73 m
  • Tiefgang: 4,24 m
  • Antrieb: 8 Yarrow Wasserrohr-Kessel, 2 stehende 4-Zylinder 3-fach Expansionsmaschinen, 2 Schrauben
  • Leistung: 7200 PSi
  • Höchstgeschwindigkeit: 21 Knoten
  • Fahrstrecke: 3800 sm bei 12 Knoten
  • Bewaffnung: 8 x 12 cm L/40 Kanonen von Skoda in Einzellafetten – 8 x 47 mm L/44 SFK – 2 x 47 mm L/33 SFK - 2 x 45-cm-Überwasser-Torpedorohre seitlich
  • Panzerung: Deck 20 – 50 mm, Geschützschilde 45 mm, Kommandoturm 50 mm, Geschützerker 35 mm
  • Besatzung: 292 Mann

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erwin S. Sieche: Die Kreuzer der k. und k. Marine (= Marine-Arsenal mit internationalen Flottennachrichten und Marinerundblick 27). Podzun-Pallas u. a., Wölfersheim-Berstadt u. a. 1994, ISBN 3-7909-0506-2.
  • Christian Ortner: „Mit SMS Zenta in China. Mich hat auch diesmal der Tod nicht gewollt...“. Aus dem Tagebuch eines k.u.k. Matrosen während des Boxeraufstandes, Verlag Mittler & Sohn, Wien 2000, ISBN 3-7046-1586-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lawrence Sondhaus: The Great War at Sea: A Naval History of the First World War, Cambridge University Press, 2014, ISBN 978-1-107-03690-1 ,S. 129
  2. Spence C. Tucker:"World War I: The Definitive Encyclopedia and Document Collection", ISBN 978-1-85109964-1, ABC Clio, S. 116