Saint-Gobain Glass Deutschland

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SAINT-GOBAIN GLASS Deutschland GmbH
SAINT-GOBAIN GLASS-Logo
Rechtsform GmbH
Gründung 1853
Sitz Aachen
Mitarbeiter ca. 2.800
Website www.saint-gobain-glass.com

Die Saint-Gobain Glass Deutschland gehört zur Firmengruppe Compagnie de Saint-Gobain.

Die Firma produziert, transformiert und vertreibt Gläser für den Hochbau (unter dem Firmennamen Saint-Gobain Glass und den Automobilmarkt unter dem Firmennamen Saint-Gobain Glass Sekurit). Sie liefert Spezialgläser für Luftfahrt, elektrische Hausgeräte, gewerbliche Tiefkühlung und Optik.

Die Branche ist in Europa und Amerika in insgesamt 33 Ländern sowie in China, Indien, Korea, Japan und Thailand vertreten und hat insgesamt 35.000 Mitarbeiter. In Europa liegt sie in der Floatglasherstellung an der Spitze und weltweit auf Rang 2. Die Bauaktivitäten der Branche Vitrage werden unter dem Namen Saint-Gobain Glass zusammengefasst.

Nationale Gesellschaften[Bearbeiten]

Die Nationale Gesellschaften produzieren und vertreiben Basisprodukte (Float, in der Masse gefärbte, beschichtete, laminierte, verspiegelte und Ornamentgläser) unter dem gemeinsamen Namen Saint-Gobain Glass mit Zusatz des Namens des betreffenden Staates.

Die nationalen Gesellschaften waren an verschiedenen bedeutenden europäischen Bauprojekten beteiligt, wie an der Pyramide im Louvre, dem europäischen Parlament, der Greater London Authority, den Opernhäuser in Beijing und Shanghai und dem Kanzleramt in Berlin.

Geschichte[Bearbeiten]

VEGLA-Haus (Verwaltungsgebäude in der Viktoriaallee in Aachen)

Die Anfänge des Unternehmens liegen in der Mitte des 19. Jahrhunderts: 1853 gründet Saint-Gobain eine Spiegelmanufaktur in Mannheim und pachtet eine weitere in Aachen und Stolberg[1]. Achtzig Jahre später entstand aus diesen beiden Unternehmen zusammen mit zwei anderen Glashütten die VEGLA Vereinigte Glaswerke GmbH.

Obwohl die Produktionsanlagen im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört worden waren, wuchs das Unternehmen zwischen 1945 und 1950 aufgrund der Bautätigkeit und des Aufschwungs im Automobilbau in Deutschland kontinuierlich. Im Jahre 1952 übernahm die für Deutschland und Mitteleuropa zuständige Hauptvertretung VEGLA GmbH Aachen als Tochterunternehmen die dort ansässige und von Ferdinand Kinon aufgebaute und von seinem Vater 1871 gegründete Spezialglasfabrik, die fortan unter Kinon GmbH Aachen firmierte. Damit erhielt Saint Gobain auch die Patentrechte für das 1909 patentierte Verbund-Sicherheitsglas des Chemikers Édouard Bénédictus, die zwischenzeitlich im Jahr 1927 Ferdinands Bruder Viktor Kinon erworben hatte. Kinonglas war führend auf dem Sektor für schussfestes Glas für Kriegspanzer, gefärbte Verbundgläser für Fliegerbrillen und Verbund-Sicherheitsglas.

1965 wurde in Köln-Porz die erste deutsche Floatglasanlage in Betrieb genommen. 1966 etwa nahm VEGLA als erster deutscher Glashersteller eine Floatglasanlage in Betrieb - ein Produktionsverfahren, das die Flachglasproduktion revolutionierte und den Weg zum modernen Funktionsglas eröffnete.

In den 70er Jahren wurde die VEGLA als 100%ige Tochter von Saint-Gobain zur GmbH, zusätzlich wurde die deutsche Flachglasproduktion der Glaceries de Saint-Roch übernommen und alle Verkaufs- und Verwaltungsstellen im neuen Firmensitz in Aachen zusammengelegt.

1982 und 1983 wurde ein umfangreiches Investitionsprogramm gestartet. Neben zwei neuen Floatglasanlagen in den Werken Köln-Porz und Herzogenrath wurde zudem eine Hochvakuumanlage für die Beschichtung von Gläsern in Köln-Porz errichtet. Auch die Fertigungslinien für Autoglas wurden ausgebaut. In Herzogenrath steht die modernste Anlage zur Fertigung von Autoglas in Europa. 1994 wird das gesamte Geschäftsfeld Autoglas von der neugegründeten Tochtergesellschaft "Sekurit Saint-Gobain Deutschland" übernommen und der Firmenname im Zuge der Internationalisierung der Bauaktivitäten im Jahr 2000 ein weiteres mal geändert.

Heute betreibt Saint-Gobain Glass Deutschland vier Floatanlagen mit vollautomatischer, auf Bruchteile von Temperaturgraden genauer Wannenführung: in Herzogenrath, Köln-Porz, Stolberg und im sächsischen Torgau. Im vollkontinuierlichen Prozess produziert jede Anlage bis zu 750 Tonnen Glas täglich - bei 4 mm Glasdicke entspricht das rund 67.000 Quadratmeter.

Dieses Floatglas, auch Basisglas genannt, wird zu Multifunktionsgläsern für die Automobilindustrie und den Hochbaumarkt weiterverarbeitet. Zur Veredlung des Floatglases zu Wärmedämm- und Sonnenschutzglas stehen in Köln-Porz und Torgau zwei Magnetron-Beschichtungsanlagen zur Verfügung. Die Werke in Herzogenrath und Stolberg produzieren in erster Linie Dünnglas für die Automobilindustrie. Ein weiteres Werk und gleichzeitig die größte Produktionsstätte für Gussglas in Europa befindet sich in Mannheim.

Zur Unternehmensgruppe gehören ferner insgesamt 28 Bauglasfilialen aus den Bereichen Handel, Verarbeitung und Montage. Unter dem einheitlichen Firmennamen "Saint-Gobain Glass Deutsche Glas" erfüllen diese Filialen die Kundenwünsche über ein flächendeckendes Netz dezentraler Betriebe.

Die Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH hat circa 2.800 Mitarbeiter. Im Mai 2013 wurde bekannt, dass die Gesellschaft ihren Standort in der Viktoriaallee in Aachen verlassen will. Man plant einen Neubau auf dem Gelände des Alten Tivoli in der Soers.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Glas aus Stolberg (PDF; 1,0 MB)
  2. Innovativer Neubau

Weblinks[Bearbeiten]