Herzogenrath

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Stadt Herzogenrath in Nordrhein-Westfalen, zum gleichnamigen deutschen Kunsthistoriker und Kurator siehe Wulf Herzogenrath.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Herzogenrath
Herzogenrath
Deutschlandkarte, Position der Stadt Herzogenrath hervorgehoben
Koordinaten: 50° 52′ N, 6° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Städteregion Aachen
Höhe: 140 m ü. NHN
Fläche: 33,38 km²
Einwohner: 46.583 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 1396 Einwohner je km²
Postleitzahl: 52134
Vorwahlen: 02406, 02407
Kfz-Kennzeichen: AC, MON
Gemeindeschlüssel: 05 3 34 016
Stadtgliederung: 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Rathausplatz 1
52134 Herzogenrath
Webpräsenz: www.herzogenrath.de
Bürgermeister: Christoph von den Driesch (CDU)
Lage der Stadt Herzogenrath in der Städteregion Aachen
Belgien Niederlande Kreis Düren Kreis Euskirchen Kreis Heinsberg Aachen Alsdorf Baesweiler Eschweiler Herzogenrath Monschau Roetgen Simmerath Stolberg (Rheinland) WürselenKarte
Über dieses Bild
Blick auf die Stadt von der Burg Rode

Die Stadt Herzogenrath (niederländisch ’s-Hertogenrade, französisch Rode-le-Duc, ripuarisch Herzeroa) ist eine mittlere regionsangehörige Stadt in der nordrhein-westfälischen Städteregion Aachen. Sie entstand 1972 aus der Zusammenlegung der Stadt Herzogenrath mit den Gemeinden Kohlscheid und Merkstein und bildet mit dem niederländischen Kerkrade die symbolische Doppelstadt Eurode. Jahrhundertelang prägte Bergbau die Stadt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Herzogenrath liegt noch im Übergangsbereich zwischen Eifel/Rheinischem Schiefergebirge und niederrheinischer Tiefebene. Nachbargemeinden sind, im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, Übach-Palenberg, Baesweiler, Alsdorf, Würselen, Aachen, Kerkrade (NL) und Landgraaf (NL). Herzogenrath gehört zum Nordkreis Aachen. Die Stadt hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 14 km, in der West-Ost-Achse sind es nur zwischen 1,5 und 4 km. Auf einer Länge von knapp 9 km ist die westliche Stadtgrenze gleichzeitig die Landesgrenze zu den Niederlanden, im Wesentlichen zur Stadt Kerkrade.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzogenrath besteht aus den drei Ortsteilen Herzogenrath, Merkstein und Kohlscheid:

Ferdinand-Schmetz-Platz in Herzogenrath
Bockreiter“ am Ferdinand-Schmetz-Platz in Herzogenrath
Apolloniastraße in Herzogenrath

Stadt Herzogenrath[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Straß
  • Kohlberg
  • Gasse
  • Hegge(n)
  • Pesch

Ehemalige Gemeinde Merkstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hofstadt
  • Worm
  • Wildnis
  • Herbach
  • Plitschard
  • (Alt) Merkstein
  • Floess
  • Thiergarten (teils zu Merkstein, teils zu Herzogenrath)
  • Streiffeld
  • Nievelstein
  • Finkenrath
  • Ritzerfeld
  • Magerau
  • Noppenberg (teils zu Merkstein, teils zu Herzogenrath)
  • Ophoven
  • Neumerberen
  • Rimburg (1816 bis 1972)

Ehemalige Gemeinde Pannesheide (ab 1908 Kohlscheid)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pannesheide
  • Schützenheide
  • Schweyerhof
  • Roland
  • Spidell
  • Kessels
  • Klinkheide
  • Vorscheid
  • Bank
  • Wilsberg
  • Rumpen
  • Dornkaul
  • Berensberg
  • Hasenwald
  • Mitteluersfeld
  • Pley
  • Kircheich
  • Forensberg
  • Neu-Forensberg
  • Feld

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kerkrade-Eygelshoven Übach-Palenberg Baesweiler
Kerkrade Nachbargemeinden Alsdorf und Würselen-Bardenberg
Richterich Aachen Würselen

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wurm, wichtigster Nebenfluss der Rur, fließt zunächst östlich an den Herzogenrather Stadtteilen Kohlscheid und Straß vorbei, um dann den Ortskern der Stadt Herzogenrath in einen südlichen Teil rund um die Burg und einen nördlichen Teil (Afden) mit dem Bahnhof, Industriegebiet und Rathaus zu trennen. Der aus westlicher Richtung von Alsdorf her fließende Broichbach (auch: Broicher Bach) mündet genau im Herzen Herzogenraths in die Wurm und trennt Afden und den Westen Herzogenraths (mit Niederbardenberg, Ruif und Wefelen) vom übrigen Stadtgebiet. Ein Stausee etwa 500 Meter oberhalb der Mündung im Naherholungsgebiet Broichbachtal gelegen, reguliert den Wasserzufluss vom Broichbach in die Wurm. Hier liegt auch die historische Erkensmühle. Die Wurm passiert nördlich der Altstadt das Gelände der St. Gobain Glasfabrik an deren Ende sie auf niederländisches Staatsgebiet trifft, um bis Übach-Palenberg beziehungsweise Rimburg (NL) Grenzfluss zwischen den Niederlanden und Deutschland zu bleiben.

Am Boscheler Berg zwischen dem Ortsteil Merkstein und Boscheln, nahe dem Gut Neumerberen, entspringt der Übach, der von dort nördlich des Ortsteils Plitschard und westlich des Ortsteils Herbach weiter nach Übach fließt.

Ein weiteres Fließgewässer tangiert Herzogenrather Stadtgebiet, der im Nordwesten Aachens entspringende Amstelbach. Dieser verläuft von Aachen-Richterich kommend in nördlicher Richtung und passiert dabei die jeweils westlich liegenden Ortsteile Kircheich, Mühlenbach und Pannesheide, während der Ortsteil Bank direkt durchschnitten wird. Bei Pannesheide wird der Amstelbach kurzzeitig zum Grenzfluss zwischen Deutschland und den Niederlanden um anschließend als Anselderbeek das Anstelvallei (Amsteltal), Kerkrades grünes Herz, zu durchqueren. Gegenüber dem Ortsteil Hofstadt (Finkenrath) mündet der Bach, gemeinsam mit dem Strijthagerbeek in die Wurm.[2]

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf Herzogenrath

Die Stadt Herzogenrath liegt im Übergangsbereich zweier Landschaften mit grundlegend unterschiedlicher geologischer Entstehung. Von Süden (Eifel, Ardennen) fällt das während der variszischen Gebirgsbildung aufgefaltete und später wieder eingerumpfte Rheinische Schiefergebirge in nördlicher Richtung in zunehmende Tiefe ab. Darüber haben sich nach Norden mächtiger werdende Sedimente aus jüngeren Erdzeitaltern schichtweise abgelagert. In beiden Bereichen ist der Untergrund durch teils noch aktive Verwerfungen in Bruchschollen untergliedert. Eine dieser Bruchlinien, der Feldbiss, durchzieht Herzogenrath.

Die älteren, nach Norden zunehmend in größere Tiefen vordringenden Schichten des Schiefergebirgsrumpfes gliedern sich von oben (jung) nach unten (alt) in Kreide, Karbon, Devon und ältere. Darüber lagernde Sedimente stammen großteils aus dem Zeitalter des Tertiär. Die jüngsten Lagen (z. B. örtlich auftretende Lößlehmdecken) stammen aber aus dem Quartär, sind also geologisch noch brandneu. Für den ehemals in und um Herzogenrath betriebenen Steinkohlebergbau bedeutete dieser geologische Aufbau des Untergrundes den Vorteil von knapp unter der Erde liegenden Kohleflözen südlich des Feldbiss (Kohlscheid, Straß, Pannesheide), aber ebenso die Notwendigkeit zum Tiefbau mit erheblichem Entwässerungsaufwand infolge wasserreicher Deckgebirgsschichten nördlich davon (Merkstein).

Niederschläge

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 760 mm. Der Niederschlag liegt im mittleren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. 54 % zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der Oktober; am meisten regnet es im Mai. Im niederschlagreichsten Monat fällt etwa 1,4mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur 1 % aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urkundlich erwähnt wird Herzogenrath erstmals im Jahre 1104, als Burgsiedlung der Grafen von Saffenberg „Castrensis Viculus“. Später geht die Burg Rode an die Herzöge von Limburg und wird schließlich 1282 unter dem Namen „’s Hertogenrode“, sinngemäß „des Herzogs Rodung“, urkundlich belegt. Die Stadtrechte (einschließlich des Münzrechts) erhielt der Ort durch König Rudolf von Habsburg im selben Jahr. Im Jahre 1283 rückte das brabantische Heer unter Winnemar von Gijmenich gegen Herzogenrath vor. Durch die Belagerung herrschte in der Bevölkerung Hungersnot. Bei einer Inspektion wurde der Anführer des gegnerischen Heeres durch eine Heldentat eines unbekannten Herzogenrather Armbrustschützen getötet. Durch den Schock im Heer über den Verlust des Heerführers zogen sich die Ritter zurück. Noch heute wird der Held als „Schütz von Rode“ gefeiert. Zwischen 1730 und 1780 war die „Bande“ der Bockreiter in Herzogenrath und Umgebung aktiv. Auf dem Wiener Kongress (1814–1815) wurde das Land Rode aufgeteilt. Das heutige Herzogenrath wurde Preußen zugeschlagen, die andere Hälfte ging an die Vereinigten Niederlande und wurde zur Gemeinde Kerkrade. Dabei verlor Herzogenrath die Stadtrechte, die ihr erst wieder 1919 verliehen wurden. Anlässlich der kommunalen Neugliederung in Nordrhein-Westfalen wurde Herzogenrath am 1. Januar 1972 um die ehemaligen Gemeinden Kohlscheid im Süden und Merkstein im Norden erweitert[3] und wuchs über Nacht von 9.000 auf 43.000 Einwohner. Diese Eingemeindung war nicht unumstritten, und es wurden Alternativnamen wie „Komerath“ (= Kohlscheid + Merkstein + Herzogenrath) vorgeschlagen. Trotz stetigen Wachstums um etwa 10.000 Einwohner sind bis heute die drei Teile noch nicht vollständig zusammengewachsen, obschon seit den 1970ern neue Wohngebiete bevorzugt zwischen den alten Kerngemeinden entstanden.

Vom Bergbau zur Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seilscheibe im Grube-Adolf-Park

Im Wurmtal südwestlich von Herzogenrath befand sich der älteste für Mitteleuropa dokumentierte Steinkohlenbergbau, von dem die Aufzeichnungen des im Nachbarort Kerkrade gelegenen Klosters Rolduc (Annales Rodenses) erstmals im Jahre 1113 berichten. Jahrhunderte währender Bergbau und die Bergbaugeschichte haben den Nordkreis Aachen und damit auch die Stadt Herzogenrath geprägt. Die markante Haldenlandschaft ist dafür zum weithin sichtbaren Wahrzeichen geworden. Allerdings hatte der Kernort Herzogenrath kaum Anteil am Bergbau. Dieser prägte vielmehr die Ortsteile wie Kohlscheid, Kohlberg, Merkstein, Kämpchen und Pannesheide, wo sich die Bergwerke befanden. Außerdem lassen sich im Wurmtal zwischen Kohlscheid/Straß und Bardenberg/Pley noch sehr viele Spuren des Bergbaus entdecken.

Der Eschweiler Bergwerksverein (EBV) förderte von 1899 bis 1972 auf der Grube Adolf in Merkstein mit bis zu 2.700 Beschäftigten 37,5 Mio. Tonnen Kohle. Danach wurden die oberirdischen Anlagen abgerissen, bis nur noch das Fördermaschinenhaus als letztes Gebäude übrig blieb. Überlassenschaft des Bergbaus ist die mit Hilfe einer Lorenbahn aufgeschüttete Abraumhalde.

Nach Rekultivierung von Zeche und Halde durch gezielte Anpflanzungen in den 1970er Jahren war das Gelände über Jahrzehnte sich selbst überlassen. Die Natur hat sich hier urwüchsig entwickelt und eine wilde Schönheit entfaltet. Die Lebensräume sind außergewöhnlich vielfältig: Wald, Gebüsche, trockene Ödlandflächen, feuchte Senken und kleinere Stillgewässer wechseln sich ab.

In den Jahren 1998–1999 wurde das gesamte Areal vom EBV mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union als Landschaftspark umgestaltet.

Der „Grube-Adolf-Park Merkstein“ umfasst zirka 60 Hektar und besteht aus dem ehemaligen Zechenstandort, von dem nur noch das Fördermaschinenhaus übrig geblieben ist (Besucherzentrum des Parks), der zirka 100 m aufragenden Abraumhalde und einem zirka 1 km langen Waldgürtel.

Weitere Steinkohlenbergwerke auf Herzogenrather Gebiet waren die von Eduard Honigmann erschlossene und betriebene Grube Nordstern zwischen Merkstein und Alsdorf-Busch, die Gruben Laurweg, Langenberg und Kämpchen in Kohlscheid sowie die Grube Voccart in Straß. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es an den Hängen des Wurmtals zahlreiche kleinere Gewerke (Schächte, Pingen, Stollen etc.). Davon sind nicht alle namentlich bekannt. Eine Vielzahl an Schächten wurde im Bereich von Straß/Kohlberg/Pannesheide angelegt. Bis zur Säkularisierung durch Napoleon kontrollierte das nahe gelegene Kloster Rolduc den dortigen Bergbau. Mindestens ein Dutzend seigere, also senkrechte Schächte sowie eine Reihe von Erbstollen, die das Grubenwasser zur Wurm ableiteten, solange es noch keine leistungsfähigen Pumpen gab, existierten allein rund um den „Kohlberg“ bei Straß/Pannesheide/Kohlscheid in diesem Bereich.

Wurmtal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das angrenzende Wurmtal ist zum Spazieren und Fahrradfahren hervorragend geeignet. Dieses Gebiet umfasst einen etwa 3 Kilometer (nur der Herzogenrather Teil des Wurmtales) langen Abschnitt des Flachlandflusses Wurm, welcher zwischen Herzogenrath und Übach-Palenberg die Staatsgrenze zwischen den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen bildet. Die bis zu 8 Meter breite Wurm mäandriert zunächst in teilweise weit ausholenden Bögen durch eine vorwiegend mit Silberweiden, Erlen, Eschen, Weidensträuchern und Hochstaudenfluren dicht bewachsene Aue. Gleit- und teilweise mehrere Meter hohe Prallhänge, sandig-schottrige und teils auch lehmige Mäanderinseln und durch natürliche Laufverlagerungen als Altwasser und Altarme abgeschnürte ehemalige Flussabschnitte kennzeichnen das renaturierte Fließgewässer. Früher als Feuchtgrünland genutzte Flächen sind inzwischen zum Teil der Sukzession überlassen und verbuschen mit Feuchtgehölzen. In höher gelegenen Bereichen stockt ein vor allem aus Eichen und Birken zusammengesetzter Laubwald. Die letzten rund 400 Meter der Wurm innerhalb des Gebietes sind ausgebaut. Auf Herzogenrather Seite befinden sich in der Aue ferner einige Kleingewässer, die auf einen Quellhorizont hinweisen, welcher sich auch auf niederländischer Seite und in den Tälern der westlichen Wurmzuflüsse (Dentgenbach, Strijthagerbeek Anselderbeek/Amstelbach) fortsetzt, sowie zwei als Angelteiche genutzte Stillgewässer.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 23. September 2008 wurde die Stadt Herzogenrath von der Bundesregierung mit dem Titel „Ort der Vielfalt“ ausgezeichnet.[4]

Ergebnisse der Kommunalwahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[5]
Wahlbeteiligung: 47,45 % (2009: 51,2 %)
 %
40
30
20
10
0
38,8 %
35,8 %
10,2 %
5,8 %
5,7 %
3,7 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+5,7 %p
-3,1 %p
-1,4 %p
-0,8 %p
-4,1 %p
+3,7 %p
Expression-Fehler: Unerwartete schließende eckige Klammer

Am 24. Februar 2008 wurde der Christdemokrat Christoph von den Driesch mit 48,45 Prozent der Stimmen zum Bürgermeister gewählt. Bei der Wiederwahl im Januar 2014 erreichte er bereits im ersten Wahlgang mit 52,38 Prozent die notwendige Absolute Mehrheit.

Seit Juni 2014 verteilen sich die Sitze des Stadtrats folgendermaßen auf die einzelnen Parteien und Wählervereinigungen:

Partei Stimmenanteil Ratssitze
SPD 38,8 %0 17 (+ 2)0
CDU 35,8 %0 16 (− 1)0
GRÜNE 10,2 %0 4 (− 1)
LINKE 5,8 % 3 (± 0)
FDP 5,7 % 2 (− 2)
PIRATEN 3,7 % 2 (+ 2)

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Herzogenrath pflegt Städtepartnerschaften mit:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Mariä Himmelfahrt, Kleikstraße
Kirche und Monumentalbau

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Herzogenrath gibt es viele verschiedene Sportvereine: von zehn Fußballvereinen über Turnvereine und drei Schwimmvereine (und die DLRG Ortsgruppe Herzogenrath) bis hin zu Schützenvereinen, Handball- und Volleyballgruppen, Kampfsportgruppen und Wandervereinen.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der WDR-Radiosender Eins Live veranstaltete in den Jahren 2004 und 2005 sein Königstreffen in Herzogenrath. Für das Musikfestival war eine jährliche Austragungsweise vorgesehen, doch in den beiden folgenden Jahren kam es nicht zu einem weiteren Königstreffen in Herzogenrath.

Das Rodarockfestival wurde erstmals 2006 ausgerichtet, damals nur mit wenigen regionalen Bands. 2007 waren es 11 Bands die in 11 Stunden ihr Können zeigten. Neben Regionalbekannten Bands wie Susp.act, Longing For Tomorrow und HADG war auch die als Vorgruppe von Tokio Hotel bekannt gewordene Band Peilomat vertreten. In den folgenden Jahren traten weitere Bands auf wie Eskimo Callboy, Deadlock (beide 2012), D-Sailors, EMMA6 (beide 2008), His Statue Falls (2009–2011, 2013) sowie We Butter the Bread with Butter (2010).

Auf dem Parkplatz an der Bergerstraße findet in den Sommermonaten (März bis Oktober) jeden Samstag ein Trödelmarkt statt.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzogenrath, Burg Rode

Alteingesessene Industriebranchen waren die Glasherstellung wegen der Nähe zu Sandlagerstätten mit hochreinem (bis zu 98,8 Prozent SiO2) Quarzsand im Ortsteil Worm Vereinigte Glaswerke (VEGLA), seit den 1990er Jahren Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH und seit 1851 die Herstellung von Nähmaschinennadeln durch die Firma Schmetz, welche am 4. Oktober 2010 Insolvenz anmelden musste.

Ursprünglich eine Bergbauregion (Steinkohle, Wurmrevier), versucht die Stadt seit einiger Zeit den Wandel hin zu modernen Technologien. Einen regionalen Bekanntheitsgrad hat dabei der Technologiepark Herzogenrath auf dem Gelände der ehemaligen Steinkohlengrube Laurweg im Stadtteil Kohlscheid erlangt. Auf dem Gelände des Technologieparks finden sich neben diversen kleinen und häufiger wechselnden Gründerfirmen auch ein Werk der Firma AIXTRON, ein führendes Unternehmen bei Maschinen zur Chipherstellung, und ein Forschungszentrum des Telekommunikationsausrüsters Ericsson. Ebenso ist dort das Unternehmen CEROBEAR ansässig, ein führender Hersteller von keramischen Wälzlagern, die zum Beispiel in den Turbopumpen des Haupttriebwerks des Space Shuttles verwendet werden.

An der Grenze zur niederländischen Nachbarstadt Kerkrade liegt das grenzüberschreitende Dienstleistungszentrum Eurode Business Center.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bahnhof Herzogenrath
Bahnhof Herzogenrath
Bahnhof Kohlscheid

Die Stadt gehört dem Aachener Verkehrsverbund an. Der Bahnhof Herzogenrath liegt an der Strecke Aachen – Mönchengladbach, an der Strecke Herzogenrath – Heerlen und an der Strecke nach Stolberg mit den Haltepunkten Herzogenrath-Alt-Merkstein, Herzogenrath August-Schmidt-Platz, Alsdorf-Busch, Alsdorf-Annapark, Alsdorf-Kellersberg, Alsdorf-Mariadorf, Alsdorf-Poststraße und Eschweiler-St.Jöri.

Auf der Strecke nach Mönchengladbach fahren die Rhein-Niers-Bahn nach Heinsberg und Duisburg über Krefeld und der Wupper-Express nach Dortmund über Düsseldorf, Wuppertal und Hagen; sie halten im Bahnhof Herzogenrath. Die Rhein-Niers-Bahn und die euregiobahn halten zusätzlich im Bahnhof Kohlscheid. Im Fernverkehr ist Herzogenrath im Jahr 2016 nur durch ein IC-Paar, das seit 2009 zwischen Aachen und Berlin verkehrt, angebunden. Bis zum Jahr 1999 hielten im zweistündigen Takt Interregios in Herzogenrath.

Der Bahnhof verfügt über mehrere Bushaltestellen und ein P+R-Parkhaus.

ÖPNV[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1902 wurde eine Straßenbahnstrecke von Aachen bis Kohlscheid eröffnet, welche in mehrere Abschnitten über Herzogenrath bis Merkstein verlängert wurde. Der Endpunkt Merkstein wurde 1910 erreicht. Bis 1912 und in der Zeit des Zweiten Weltkriegs sowie kurz danach wurden mit der Straßenbahn auch Kohlentransporte durchgeführt.

In den Jahren 1957 bis 1960 wurde diese Linie – ebenfalls abschnittsweise – stillgelegt. Seitdem wird der Nahverkehr vollständig mit Bussen betrieben. Zur gegenwärtigen Lage des Busnetzes im Kreis Aachen siehe den Artikel Aachener Verkehrsverbund. Seit 2004 gibt es die Euregiobahn, die zwei Haltepunkte in Merkstein wieder bedient und 2005 bis Alsdorf-Annapark verlängert wurde. 2011 folgte die Verlängerung über Mariadorf bis Alsdorf Poststraße. Die Bahn soll in den nächsten Jahren noch über Merzbrück bis nach Stolberg weitergeführt werden.

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet führt weder eine Autobahn noch eine Bundesstraße. Jedoch ist Herzogenrath durch Zubringerstraßen an das Autobahnnetz angeschlossen. Die nächstgelegenen Anschlussstellen sind für den südlichen Bereich der Stadt die Anschlussstelle Aachen-Laurensberg der A 4, für den mittleren Bereich die Anschlussstelle Broichweiden der A 44 und für den nördlichen Bereich die Anschlussstelle Alsdorf der A 44.

Radwege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist an mehrere Radwanderwege angeschlossen:

  • Die 524 km lange Wasserburgen-Route verbindet mehr als 130 Burgen am Rand der Eifel und in der Kölner Bucht.
  • Die Grünroute führt auf 370 km entlang der schönsten Naturgebiete zwischen Beringen in Belgien, Heerlen in den Niederlanden und Düren in Deutschland durch eines der ehemals größten Steinkohlereviere Europas.
  • Die Zwei-Länder-Route (kurz 2LR) schlängelt sich auf 270 km zwischen Aachen und Nijmegen durch das Land an Maas und Niederrhein. Als „Route mit den vielen Gesichtern“ bietet die 2LR einen Mix aus Natur und Kultur.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herzogenrath besitzt eine Reihe von Bildungsanstalten, darunter neun Grundschulen, wobei die meisten eine Nachmittagsbetreuung anbieten, oder Ganztagesschulen sind. Weiterhin gibt es eine Gesamtschule (Europaschule) in Merkstein, sowie eine Gesamtschule in Kohlscheid und ein Gymnasium in Herzogenrath Mitte. Auf demselben Gelände wie das Gymnasium befindet sich auch das Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung. Herzogenrath verfügt über eine Förderschule mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, die Roda-Schule, eine Förderschule im Verbund mit den Förderschwerpunkten "Lernen, emotionale und soziale Entwicklung sowie Sprache", die Käthe-Kollwitz-Schule. Darüber hinaus bietet die Volkshochschule Nordkreis Aachen, zu deren Trägern die Stadt Herzogenrath zählt und die in Herzogenrath eine Geschäftsstelle unterhält, ein abwechslungsreiches Bildungsprogramm für Erwachsene u. a. mit Sprachkursen (z. B. Niederländisch) an.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten mit Bezug zu Herzogenrath[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norman Becker (* 1984), mehrfacher Deutscher Meister im Turm- und Wasserspringen,
  • Kurt Berkner (1907–1938), starb nach Folter in nationalsozialistischer Untersuchungshaft; mit der „Kurt-Berkner-Plakette“ wurden bis 1970 Menschen aus der Region ausgezeichnet
  • Ursula Foitzik (1945) AWO-Funktionärin und Trägerin des Verdienstkreuzes am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland
  • Moritz Honigmann (1844–1918), Chemiker, Erfinder und Unternehmer
  • Anna Klöcker (1895–1977), 1945–1972 Stadtverordnete; setzte sich für die Gleichberechtigung der Frau ein
  • Gerhard Neitzke (1948), sozialdemokratischer Politiker und Gewerkschafter
  • Karl Rubner (1901–1988), Bergarbeiter, Gewerkschafter, Politiker und Widerstandskämpfer gegen das Naziregime
  • Hans Vorpeil (* 1937), Landtagsabgeordneter

Ehrenbürger (seit 1977)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wilhelm Schultheis (1924–2010), Bürgermeister a. D. (seit 10. September 1991)
  • Petra Meisler, Bürgermeisterin a. D. (seit 31. März 2000)
  • Gerd Schwartz, Bürgermeister a. D. (seit 31. März. 2000)

Ehrenringträger (seit 1977)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1977 hat die Stadt Herzogenrath den Ehrenring an insgesamt 28 ehrenamtlich verdiente Kommunalpolitikerinnen und –politiker verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden Personen geehrt, die sich mindestens seit 25 Jahren ehrenamtlich kommunalpolitisch betätigt haben.

Zu den Ehrenringträger gehören, nach Datum der Verleihung:

  • 7. Dezember 1977: Josef Uebachs († 28. Juni 1988), Josef Schultheis († 22. Dezember 1995)
  • 15. Mai 1979: Wilhelm Schultheis († 7. Januar 2010)
  • 23. Mai 1982 Annelies Schmetz († 7. März 2005)
  • 23. September 1986: Franz-Josef Terodde, Harald Rucmann
  • 24. Juni 1987 Otto Prast († 23. März 1996), Wilhelm Plum († 16. April 1994), Heinz Grouls († 21. April 1987)
  • 28. September 1989: Gerd Schwartz, Heinz Rasche († 2. Februar 1998)
  • 14. Dezember 1994: Heinz Küppers († 6. August 2001), Wilhelm Hackenbroich († 15. November 2006)
  • 20. Juni 1995: Josef Königs († 22. März 2003)
  • 10. September 1997: Egidius Schiffler († 11. Dezember 2008), Gerhard Neitzke
  • 24. August 2000: Hubert Hammers († 19. März 2012)
  • 30. August 2001: Herbert Aretz
  • 16. Juli 2002: Alfons-Reimund Billmann
  • 15. Juli 2003: Karl-Hans Hermanns († 24. Juni 2009)
  • 20. Juli 2004: Jakob Engels, Herbert Nilges, Willi Penners († 25. August 2005)
  • 14. Oktober 2008: Erwin Künkeler
  • 10. September 2009: Günter Backhaus, Bruno Barth, Gerhard Guthörl, Bernd Simons
  • 12. Dezember 2012: Anne Fink, Manfred Fleckenstein, Folker Moschel
  • 17. Dezember 2014: Josef Dautzenberg, Wolfgang Goebbels, Ulrich Hoffmann-Siemes, Herbert Horbach, Peter Joerißen, Helmut Königs, Wolfgang Krott, Günter Prast, Norbert Thönnissen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grenzverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil der Grenze zu Kerkrade (und damit zu den Niederlanden) verläuft auf der Neustraße, deren eine Straßenseite zu Deutschland (und damit zu Herzogenrath) und die andere zu den Niederlanden gehört, wobei die eigentliche Grenzlinie auf dieser Straße nicht immer in deren Mitte verläuft, sondern mehrfach verspringt, So überfahren die Verkehrsteilnehmer mehrfach unbewusst die Nationalgrenze zwischen den Königreich der Niederlande und der Bundesrepublik Deutschland.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedenkblätter für die verfolgten jüdischen Mitbürger Herzogenraths. (Hrsg. Arbeitskreis „Wege gegen das Vergessen“), Herzogenrath 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herzogenrath – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Herzogenrath – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Herzogenrath – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtliche Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 18. Juli 2016. (Hilfe dazu)
  2. Eelaart, A.W.A. van den: Eygelshoven 850 Jahr, passim. (vgl. insbesondere Kartenbeilage!)
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 305.
  4. orte-der-vielfalt.de: Herzogenrath (Memento vom 6. September 2012 im Webarchiv archive.is)
  5. Stadt Herzogenrath - Gesamtergebnis. Abgerufen am 18. September 2014.