Provinz Santa Fe

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Santa Fe
Basisdaten
Wappen

(Details)

Flagge

(Details)

Hauptstadt: Santa Fe
Fläche:

 - Gesamt
 - Anteil an Argentinien

Rang 10 von 24

133.007 km²
4,8 %

Bevölkerung:

 - Gesamt 2010
 - Dichte

Rang 3 von 24

3.194.537 Einwohner
24,0 Einwohner/km²

Chile Bolivien Paraguay Uruguay Brasilien Falklandinseln: de-facto Teil des Vereinigten Königreiches. Wird von Argentinien als Teil der Provinz Feuerland, Antarktis und südatlantische Inseln beansprucht Jujuy Salta Formosa Misiones Chaco Tucumán Catamarca Santiago del Estero Corrientes La Rioja Santa Fe Entre Ríos San Juan Córdoba San Luis Mendoza Buenos Aires Provinz Buenos Aires La Pampa Neuquén Río Negro Chubut Santa Cruz Feuerland, Antarktis und südatlantische InselnLage der Provinz Santa Fe
Über dieses Bild
ISO 3166-2-Code: AR-S
Politik
Region: Región Centro
Gliederung: 19 Departamentos
Gobernador: Miguel Lifschitz
Internetpräsenz der Provinz Santa Fe

Santa Fe ist eine argentinische Provinz im östlichen Zentrum des Landes. Benachbarte Provinzen sind im Uhrzeigersinn von Norden Chaco, Corrientes, Entre Ríos, Buenos Aires, Córdoba und Santiago del Estero. Die Provinz ist Teil der Región Centro.

Sante Fe ist eine der bevölkerungsreichsten Provinzen des Landes. Hauptstadt ist die gleichnamige Stadt Santa Fe mit 400.000 Einwohnern (500.000 im Ballungsraum). Die größte Stadt der Provinz ist das im Süden gelegene Rosario (950.000 Einwohner, 1,2 Mio. im Ballungsraum).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der reiche Süden der Provinz ist fruchtbar und gehört zur feuchten Pampa, mit vielfältiger Land- und Viehwirtschaft. Der Norden der Provinz gehört dagegen zur subtropischen Chaco-Ebene und ist nur dünn besiedelt. Größere Erhebungen gibt es in der gesamten Provinz nicht.

Das Klima ist gemäßigt bis subtropisch, mit warmen Sommern (23–27 °C) und milden Wintern (9–15 °C). Der jährliche Niederschlag liegt zwischen 800 mm im Südwesten und 1200 mm im Nordosten, dabei ist der Sommer deutlich feuchter als der Winter.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Santa Fe wurde in der Einwanderungswelle zwischen 1880 und 1920 nach Buenos Aires am zweitstärksten von europäischen Einwanderern besiedelt, viele davon in den zwei großen Städten Rosario und Santa Fe. Im Provinzinneren bildete sich jedoch auch viele sogenannte colonias, Kolonien von landwirtschaftlichen Siedlern, die ethnisch oft sehr homogen waren, d. h., sie wurden von Bewohnern eines und desselben Landes bewohnt, vor allem von Italienern, Schweizern und Deutschen. Viele dieser Kolonien wurden später zu Städten.

Der Mestizenanteil in Santa Fe ist ähnlich wie in der Provinz Buenos Aires als Folge dieser Einwanderung relativ gering. Er steigt jedoch heute durch Binnenwanderung vor allem in Rosario und Santa Fe an. Im Norden der Provinz gibt es eine geringe Anzahl von Ureinwohnern (Tobas).

Der ehemalige Formel-1 Rennfahrer Carlos Reutemann war lange Zeit Gouverneur und Senator der Provinz.

Die Analphabetenrate der Provinz beträgt 3,7 % und liegt damit auf einem für Argentinien durchschnittlichen Niveau.

Größere Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rosario, Hafen- und Industriestadt und Kulturzentrum der Provinz, drittgrößte Stadt Argentiniens (950.000 Einwohner)
  • Santa Fe, die Provinzhauptstadt, vor allem administratives Zentrum, jedoch auch Industrie (500.000 Einwohner)
  • Rafaela, ehemalige landwirtschaftliche Kolonie (110.000 Einwohner)
  • Venado Tuerto, größte Stadt im Südwesten der Provinz (83.000 Einwohner)
  • Reconquista, größte Stadt im Norden der Provinz (75.000 Einwohner)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftliches Zentrum ist der bedeutende Exporthafen Rosario, der daneben auch die Industrie der Provinz (insbesondere die Automobil- und Schwerindustrie) ballt, daneben befindet sich dort die bedeutendste Getreidebörse Argentiniens, deren Preise landesweit als Referenz gelten. Ein weiterer wichtiger Hafen ist die Hauptstadt Santa Fe, während das im Norden gelegene Reconquista als Hafenstadt an Bedeutung verloren hat, als Industrie- und Landwirtschaftszentrum jedoch weiterhin bedeutend ist.

Landwirtschaft wird in der gesamten Provinz betrieben, dabei dominieren im Süden Getreideanbau und Rinderzucht, während im Norden Baumwolle und Tabak angebaut werden. Ebenfalls im Norden ist die Forstwirtschaft von Bedeutung.

In den 1980er und 1990er Jahren wurde der Río Paraná zwischen Santa Fe und Rosario zur sogenannten Hidrovía ausgebaut, so dass er auf dieser Strecke für kleinere Hochseeschiffe befahrbar ist. Ab Rosario ist er auch für größere Schiffe schiffbar.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stark befahrene Fernstraßen der Provinz sind die zum größten Teil autobahnähnlich ausgebaute Ruta Nacional 9 (von Südost nach West, Verbindung mit Córdoba, San Miguel de Tucumán und San Salvador de Jujuy) sowie die in Rosario von dieser abzweigenden Ruta Nacional 34 (nach Profesor Salvador Mazza, Salta) und Ruta Nacional 11 (Ziel Clorinda, Formosa). Parallel zur Ruta 11 verbindet die Autobahn A029 die beiden größten Städte Rosario und Santa Fe. Die Ruta Nacional 19 verbindet Santa Fe direkt mit Córdoba und ist Teil einer geplanten Schnellverbindung, die bei ihrer Fertigstellung über argentinisches Territorium Chile mit Brasilien verbinden soll.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgliederung der Provinz Santa Fe

Die Provinz Santa Fe ist in 19 Departamentos untergliedert.

Departamento Hauptstadt Fläche in km² Einwohner (2010)
Belgrano Las Rosas 02.386 0.044.788
Caseros Casilda 03.449 0.082.100
Castellanos Rafaela 06.600 0.178.092
Constitución Villa Constitución 03.225 0.086.910
Garay Helvecia 03.964 0.020.890
General López Melincué 11.558 0.191.024
General Obligado Reconquista 10.928 0.176.410
Iriondo Cañada de Gómez 03.184 0.066.675
La Capital Santa Fe 03.055 0.525.093
Las Colonias Esperanza 06.439 0.104.946
Nueve de Julio Tostado 16.870 0.029.832
Rosario (Santa Fe) Rosario 01.890 1.193.605
San Cristóbal San Cristóbal 14.850 0.068.878
San Javier San Javier 06.929 0.030.959
San Jerónimo Coronda 04.282 0.080.840
San Justo San Justo 05.575 0.040.904
San Lorenzo San Lorenzo 05.575 0.157.255
San Martín Sastre 04.860 0.063.842
Vera Vera 21.096 0.051.494

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die einheimischen Ethnien, die diese Region bewohnten, waren die Tobas, die Timúes, Mocoviés, Pilagás, Guaycurúes und Guaraníes. Sie waren Nomaden und lebten von der Jagd, dem Fischfang und dem Sammeln von Früchten.

Die erste europäische Siedlung wurde 1527 am Zusammenfluss des Paraná und des Carcarana errichtet, als Sebastien Gaboto bei seinem Weg nach Norden ein Kastell namens Sancti Spiritus gründete, das zwei Jahre später von den Indios zerstört wurde.

1573 wurde von Juan de Garay die Stadt Santa Fe in der Umgebung der heutigen Stadt Cayastá gegründet, doch wurde die Stadt 1651 und 1660 an ihre heutige Stelle verlegt.

1812 schuf und breitete der Anwalt und General Manuel Belgrano das erste Mal die argentinische Flagge an den Ufern des Paraná in Rosario aus.

1815 während sich die Zentralregierung gegen den Aufstand unter Ignacio Alvarez Thomas wehren musste, übernahm Francisco Candioti, der Chef des lokalen Militärs, friedlich die Regierung und startete die Ära von Santa Fe als eine autonome Provinz. Diese Periode war nur von kurzer Dauer, da Candioti schon im selben Jahr starb und die Zentralregierung die abhängige Regierung wieder etablierte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Santa Fe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 31° S, 61° W