Santa Muerte (Album)

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Santa Muerte (Album)
Studioalbum von Broilers
Veröffentlichung 10. Juni 2011
Label People Like You Records
Format CD
Genre Punkrock, Ska-Punk, Oi!-Punk
Anzahl der Titel Intro + 13

Besetzung

Alle Lieder arrangiert, eingespielt und gesungen von:

  • Christian Kubzcak, Ronald Hübner, Ines Maybaum, Andi Brügge, Sammy Amara sowie
  • Julius Schmitter, Jörg Brohm, Denis Gäbel und Renzo Perlotti
Produktion Vincent Sorg
Studio Principal Studios, Senden (Westfalen)
Chronologie
Vanitas
(2007)
Santa Muerte (Album) Noir
(2014)

Santa Muerte ist das fünfte Studioalbum der deutschen Oi- und Punkband Broilers. Es erschien am 10. Juni 2011 bei People Like You Records.[1] Es erreichte Platz 3 der deutschen Charts.[2]

Entstehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Album Santa Muerte wurde unter dem Label People Like You Records herausgebracht. Produziert wurde es von Vincent Sorg in den Principal Studios in Senden. Der Sound der Broilers hat sich mit den Jahren gewandelt. Auf Santa Muerte findet sich Punkrock mit Einflüssen aus Ska, Reggae und Offbeat. Doch verwenden sie auch Folk-, Country- oder Rockabilly-Elemente in ihren Songs[3]. Textlich geht es vorherrschend um den Mut zur Veränderung. Sammy Amara, der alle Songs komponiert und getextet hat, resümiert größtenteils die vergangenen Jahre. Neben Partytexten werden auch nachdenkliche Geschichten verarbeitet, wie zum Beispiel in Schwarz, Grau, Weiß. Sänger Sammy Amara sagte: „Wir versuchen, den Fans eine gute Zeit und vielleicht auch bisschen Kraft zu geben. Wenn wir on top noch ein paar Denkanstöße liefern können, dann haben die Songs einen guten Job getan.“[4] 2012 erschien das Live-Album zur Tournee Santa Muerte Live Tapes.[5][6]

Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cover des Albums
Broilers, 2011

Link zum Bild
(Bitte Urheberrechte beachten)

Das Cover wurde ebenso wie das Booklet von Sammy Amara gestaltet. Santa Muerte ist eine fiktive Stadt, die für jeden etwas anderes bedeuten kann. Der Begriff selbst kommt aus dem mexikanisch-katholischen Glauben und beschreibt eine Heiligenfigur in Skelettform, die dort verehrt wird. Das Artwork ist bewusst reduziert gehalten. Auf rotem Untergrund befinden sich schematisch dargestellt Gebäude, Grabsteine und Palmen, darauf steht schwarz in Schreibschrift geschrieben "Greetings from", in weißen Großbuchstaben "Broilers" und in schwarzen Großbuchstaben "Santa Muerte". In der rechten unteren Ecke steht in einem Kreis wie ein Stempel untereinander Santa und Muerte, beides durch eine gezackte Linie getrennt.[3] Für die schwarz-weiß Fotos zeichnet Eric Weiss aus Berlin[7] verantwortlich. Sie zeigen die Mitglieder der Band an Bahngleisen oder an Gebäudekomplexen und illustrieren die daneben abgedruckten Songtexte.[8]

Themen und Titelliste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titelliste
  1. Preludio: Santa Muerte – 0:28
    (Sammy Amara)
  2. Harter Weg (Go!) – 3:22
    (Sammy Amara)
  3. In ein paar Jahren – 3:17
    (Sammy Amara)
  4. Tanzt Du noch einmal mit mir – 2:54
    (Sammy Amara)
  5. Schwarz, Grau, Weiß – 2:48
    (Sammy Amara)
  6. Verdammte Stille – 3:39
    (Sammy Amara)
  7. Gemeinsam – 3:29
    (Sammy Amara)
  8. 33 Rpm – 3:08
    (Sammy Amara)
  9. Vom Scheitern (The World Is Yours, Nicht!) – 4:04
    (Sammy Amara)
  10. Alles geht weiter – 2:44
    (Sammy Amara)
  11. Weckt die Toten – 3:13
    (Sammy Amara)
  12. Wie weit wir gehen – 2:59
    (Sammy Amara)
  13. Stoßen wir an – 3:04
    (Sammy Amara)
  14. Singe, seufze & saufe – 3:27
    (Sammy Amara)

Die Songs sind zum Teil schon während der Aufnahmen zum Album Vanitas entstanden, zum Teil aber auch erst sehr viel später.

Harter Weg (Go!) ist schon 2009 entstanden. Es hat einen sehr simplen Refrain, aber durch die in der Punkrock oder Rock’n’Roll-Szene unüblichen Halbtonschritte schwierig klingende Strophen.[9][10]

In ein paar Jahren beschreibt das Lebensgefühl, noch lange nicht satt und gar keine Lust behäbig sein zu wollen: „Vor ein paar Jahren sollte alles brennen und vor uns lag, wo wir heute stehen – in ein paar Jahren, frag mich was leichteres, ich muss die Welt in Flammen sehen.“[9]

In Schwarz, grau, weiß geht es um Patriotismus. Ein Phänomen, das für Amara nicht nachvollziehbar ist. Er sagt selbst auf ox-fanzine.de: „Stolz ist ja per se nichts Schlechtes, aber auf den Zufall, auf das Land, in dem du zufällig geboren wurdest?“[11]

„Ganz egal, ob ich Blut schwitz', bittere Tränen wein', alles erträglich, es muss nur immer Musik da sein.“ Das ist der Refrain von 33 Rpm, der die Liebe zur Musik thematisiert.[12]

Vom Scheitern (The World is Yours, Nicht!) erzählt vom Scheitern in einer fremden Stadt. Es orientiert sich an dem Sendeformat im Fernsehen, das Menschen zeigt, die ausgewandert sind, um sich eine neue Existenz aufzubauen. Amara sagt: „Wenn du schon hier in Deutschland scheiterst, dann scheiterst du auch überall wo anders in der Welt.“ Die Grundaussage dieses Songs sei: „Nicht nur faul konsumieren und lethargisch auf dem Sofa sitzen, um darauf zu hoffen, dass irgendjemand was für dich ändert.“[9]

Singe, seufze & saufe: „Und am Ende des Tages Vertrauen und Freundschaft verschenkt, die Erinnerung und das Gewicht der Enttäuschung, das alles verdrängt.“ Er ist bewusst der letzte Song auf diesem Album, da, wie er im Interview sagt, nicht alles Happy End im Leben sei und man sich der Realität stellen müsse.[9]

Tour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Santa Muerte Backdrop

Am 15. Juni 2011 starteten die Broilers ihre Welcome to Santa Muerte-Tour in Köln im E-Werk. Es folgten mehr als 30 zum Teil ausverkaufte Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Shows in Bremen, Leipzig und Dortmund wurden für ein Live-Album aufgezeichnet, das 2012 unter dem Namen Santa Muerte Live Tapes veröffentlicht wurde.[13] Seinen Abschluss fand die 18 Monate dauernde Tour am 14./15. Dezember 2012 in der ausverkauften Mitsubishi Electric Halle in ihrer Heimat Düsseldorf.[14] Daneben sah man sie auch als Support der Die Toten Hosen wie auch auf einigen Festivals, zum Beispiel Rock am Ring.[15]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Edel von Laut.de vergab 4 von 5 Sternen. Manche Stücke seien "für manchen ein wenig zu glatt gebügelt", aber die Band habe "jede Menge guter Songs abgeliefert".[16] Andreas Schulz von Musikreviews.de schrieb in Anspielung auf Bands wie Frei.Wild: "Was ist es schön zu sehen, dass es keinen billigen Patriotismus und kein Märtyrer-und-Opfer-Geheule eines ach so missverstandenen Geistes braucht, um mit deutschsprachigem (Punk)Rock Erfolg zu haben."

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. cd-lexikon.deabgerufen am 7. August 2013
  2. musikreviews.deabgerufen am 27. September 2013
  3. a b Broilers: Sammy Amara im großen Santa Muerte-Interview - Teil 2 – Interview im Pressuremagazin im Mai 2011 (Memento vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive) abgerufen am 19. September 2013
  4. laut.de abgerufen am 27. September 2013
  5. laut.de abgerufen am 27. September 2013
  6. Broilers:„Santa Muerte“ alles über das Album Teil 1 abgerufen am 5. Oktober 2013
  7. Eric Weiss
  8. Die Angaben sind dem Booklet entnommen.
  9. a b c d Broilers: Sammy Amara im großen Santa Muerte-Interview - Teil 1 – Interview im Pressuremagazin im Mai 2011 (Memento vom 22. Oktober 2013 im Internet Archive) abgerufen am 19. September 2013
  10. Broilers:„Santa Muerte“ alles über das Album Teil 2abgerufen am 5. Oktober 2013
  11. ox-fanzine.de Interview mit Sammy Amara abgerufen am 5. Oktober 2013
  12. Angaben aus dem Booklet entnommen
  13. musikreviews.deabgerufen am 27. September 2013
  14. kingstar-music.comabgerufen am 27. September 2013
  15. rock-am-ring.comabgerufen am 27. September 2013
  16. laut.deabgerufen am 27. September 2013