Schönberg-Höhlensystem

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Schönberg-Höhlensystem

BW

Lage: zwischen Oberösterreich und Steiermark
Geographische
Lage:
47° 42′ 5,5″ N, 13° 46′ 20,4″ OKoordinaten: 47° 42′ 5,5″ N, 13° 46′ 20,4″ O
Schönberg-Höhlensystem (Steiermark)
Schönberg-Höhlensystem
Katasternummer: 1626/300
Geologie: Dachsteinkalk
Schauhöhle seit: Nein
Gesamtlänge: 147 km
Niveaudifferenz: 1061 m
Besonderheiten: Längste Höhle der EU, viertlängste Höhle Europas
Website: www.hoehlenforschung.at

Das Schönberg-Höhlensystem im Toten Gebirge ist mit einer derzeit bekannten Länge von 147 km[1][2] die längste Höhle Österreichs und der Europäischen Union. Es erhielt seinen Namen, nachdem 2007 der Zusammenhang des ungefähr 33 km langen Feuertal-Höhlensystems mit der rund 86 km langen Raucherkarhöhle entdeckt wurde. Der darüber liegende Schönberg (2093 m) gab dem System seinen Namen.

Die weitverzweigte Höhle mit 34 Eingängen liegt bei Bad Ischl im Grenzgebiet zwischen Oberösterreich und der Steiermark. Das Gebiet um das Schönberg-Höhlensystem wird vom Landesverein für Höhlenkunde Oberösterreich erforscht, vermessen und kartographiert. Das Schönberg-Höhlensystem liegt an Platz 14 der Liste der längsten Höhlen der Welt.[3] Innerhalb Europas befinden sich auf dem Gebiet der Ukraine (Optymistytschna Petschera) und der Schweiz (Hölloch, Siebenhengste-Hohgant-Höhle) längere Systeme.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schönberg-Höhlensystem liegt im Gebiet des Schönbergs (2093 m) im westlichen Toten Gebirge. Die Gipfel des Vordern (1786 m) und Hintern Raucher (1734 m) sind die Hauptgipfel über dem südlichen Teil (Raucherkarhöhle). Die meisten Eingänge befinden sich am Raucherplateau westlich der Rauchergipfel bzw. im nördlich davon gelegenen Raucherkar, das auch namensgebend für die Höhle ist. Die zentralen Teile liegen unter dem Gipfel des Schönbergs. Die nördlichsten Ausläufer unterlagern das Feuertal und reichen bis zum Hangenden Kogel (1895 m), unter dem sich auch die Endhalle ("Another Day In Paradise") befindet.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schönberg-Höhlensystem liegt in einem großen Block des Dachsteinkalks der Nördlichen Kalkalpen. Diese wurden bei der alpidischen Gebirgsbildung in mehreren tektonischen Teildecken nach Norden über die Gesteine des europäischen Kontinentalrandes überschoben. Die Gesteine wurden dabei stark beansprucht, zum Teil gefaltet und geklüftet. Entlang dieser Klüftung drang Niederschlagswasser in das Gestein und führte zur Ausbildung von Höhlen als typische Karsterscheinungen. Die bevorzugte Orientierung der Klüftung im Gestein verläuft von Südwesten nach Nordosten, so dass auch die entstehenden Höhlensysteme diese Orientierung aufweisen.[4]

Geschichte des Zusammenschlusses[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alljährlich etwa in der ersten Augustwoche findet auf der Ischler Hütte eine Forschungswoche statt. Im Rahmen der Forschungswoche 2007 gelang es den teilnehmenden Höhlenforschern, den lange gesuchten Durchgang zwischen den beiden Höhlensystemen zu finden.

Diesen Zusammenschluss der beiden Höhlensysteme machten einige vorangegangene Touren möglich. So führten mehrere zwei- bis dreitägige Biwaktouren im Feuertal-Höhlensystem in ein neues System, das parallel zum großen Horizontalgang immer näher an die Raucherkarhöhle führte. In drei großen Touren wurden 1.500, 1.800 und 2.300 m vermessen und die Überdeckung, also der Abstand zwischen Fels und Oberfläche, immer geringer.

Während der gesamten Forschungswoche wurden Versuche gestartet, die Verbindung zu finden, jedoch stellten sich die meisten Gänge in Richtung Raucherkar als Sackgassen heraus. Am vorletzten Tag wurde noch ein vielversprechender Gang („Feuchter Tropfsteingang“) gefunden und vermessen. Am 3. August 2007 wurde noch einmal ein letzter Versuch in diesem Gang unternommen, um die zwei unerforschten Gänge noch zu untersuchen. Der erste Gang stellte sich wiederum als Sackgasse heraus. Der zweite, ein 20 m tiefer Schacht, führte durch ein eng verzweigtes Gangsystem („Konstante Inhumanität“) direkt Richtung Raucherkarhöhle, wo schließlich der Zusammenschluss durch die Höhlenforscher Gerhard Wimmer, Clemens Tenreiter und Gabriel Wimmer stattfand.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesverein für Höhlenkunde in Oberösterreich: Schönberg Höhlensystem, Stand Juni 2018
  2. Verband Österreichischer Höhlenforscher: Die längsten Höhlen Österreichs, Stand: Oktober 2017
  3. Bob Gulden: Worlds longest caves. In: GEO2 Committee on long and deep caves. NSS, 7. April 2019, abgerufen am 1. Juli 2019 (englisch).
  4. Schönberg-Höhlensystem. Landesverein für Höhlenkunde Oberösterreich

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]