Scheinerdbeere

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Scheinerdbeere
Scheinerdbeere (Potentilla indica)

Scheinerdbeere (Potentilla indica)

Systematik
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Rosengewächse (Rosaceae)
Gattung: Fingerkräuter (Potentilla)
Art: Scheinerdbeere
Wissenschaftlicher Name
Potentilla indica
(Andrews) Th.Wolf

Die Indische Scheinerdbeere (Potentilla indica) ist eine aus Südostasien stammende Pflanzenart, die in Mitteleuropa als Zierpflanze gezogen wird und stellenweise verwildert. Weitere deutschsprachige Trivialnamen sind Scheinerdbeer-Fingerkraut, Scheinerdbeere, Falsche Erdbeere oder Indische Erdbeere; alle deutschen Namen beziehen sich auf die Ähnlichkeit der Scheinfrucht mit einer Erdbeere.

Beschreibung[Bearbeiten]

Radiärsymmetrische Blüte im Detail
Scheinfrucht
Sammelnussfrucht und Früchtchen

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Scheinerdbeere ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 30 Zentimetern erreicht. Sie bildet ausläuferartige, bis 50 Zentimeter lange, an den Knoten Wurzeln bildende Stängel.

Die an der Bewurzelungsstelle rosettig, ansonsten wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Der Blattstiel ist 12, selten bis zu 15 Zentimeter lang. Die Fiederblättchen sind 1 bis 3 Zentimeter lang gestielt, auf beiden Seiten behaart. Der Blattgrund ist ganzrandig und keilförmig, die Endfieder ist rhombisch bis verkehrt-eiförmig und hat Kerbzähne. Die Seitenfiedern sind schief eiförmig, der Blattrand gekerbt bis eingeschnitten-gekerbt. Die Nebenblätter sind bei den Rosettenblättern rund 10 mm lang, bis zur Hälfte mit dem Blattstiel verwachsen, wobei der freie Teil schmal dreieckig ist. Bei den Kriechsprossen sind die Nebenblätter kerbzähnig.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blüten stehen scheinbar einzeln in Blattachseln an einem 2 bis 8 Zentimeter langen Stiel, überragen die Blätter also nicht. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von 15 bis 20 Millimetern radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf Außenkelchblätter sind zur Anthese 3 bis 5 Millimeter und bis zur Fruchtreife bis 10 Millimeter lang. Die fünf Kelchblätter sind schmal dreieckig, 4 bis 6 Millimeter lang, nach der Blüte ebenfalls länger. Die fünf Kronblätter sind gelb und 6 bis 8 Millimeter lang. Es gibt 15 bis 20 Staubblätter.

Die kugelige Scheinfrucht ist in unreifem Zustand von Kelch und Außenkelch umschlossen, die sich zur Fruchtreife ausbreiten und die Frucht freigeben. Die Scheinfrucht ähnelt der Erdbeere, ist leuchtend rot und essbar - hat jedoch nur wenig Geschmack.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 84.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Scheinerdbeere ist in Süd- und Südostasien beheimatet und kommt in China, Afghanistan, Indien, Bhutan, Nepal, Indonesien, Japan und Korea vor. In China wächst sie an Berghängen, in Wiesen, an Flussufern, Feldrändern und feuchten Standorten in Höhenlagen bis zu 3100 Metern.[2]

In Mitteleuropa wurde sie seit der Mitte des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze eingeführt und ist stellenweise verwildert. In Österreich ist sie seit 1918 verwildert, ist seit rund 1990 eingebürgert und gilt als potenziell invasiv.[3] In Mitteleuropa wächst sie zerstreut in frischen Hecken, in Zierrasen, in städtischen Innenhöfen, Gärten und an Waldrändern.[3]

In Nordamerika ist die Scheinerdbeere in den meisten Bundesstaaten ebenfalls verwildert.[4]

Taxonomie[Bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1807 unter dem Namen (Basionym) Fragaria indica durch Henry Charles Andrews. Die Neukombination zu Potentilla indica (Andrews) Th.Wolf wurde 1904 durch Franz Theodor Wolf veröffentlicht.[5] Ein weiteres Synonym für Potentilla indica (Andrews) Th.Wolf ist Duchesnea indica (Andrews) Focke.

Sie wurde lange als Duchesnea indica geführt, die Gattung Duchesnea wurde allerdings in die Gattung Potentilla integriert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Siegmund Seybold (Hrsg.): Schmeil-Fitschen interaktiv (CD-Rom), Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2001/2002, ISBN 3-494-01327-6

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. bellarmine.
  2. Li Chaoluan, Hiroshi Ikeda, Hideaki Ohba: Duchesnea.: Duchesnea indica (Andrews) Focke, S. 338 - textgleich online wie gedrucktes Werk, PDF 4,6 MB, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 9 - Pittosporaceae through Connaraceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2003. ISBN 1-930723-14-8.
  3. a b  Manfred A. Fischer, Karl Oswald, Wolfgang Adler: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 3. verbesserte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2008, ISBN 978-3-85474-187-9.
  4. Datenblatt bei USDA - Natural Resources Conservation Service, abgerufen 10. August 2008.
  5. Scheinerdbeere bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 7. November 2015.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Scheinerdbeere (Potentilla indica) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien