Spurkranz

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Spurkranz
Schiene und Spurkranz, Sicht von der Innenseite

Der Spurkranz ist ein etwa drei Zentimeter hoher vertikaler Wulst, der sich an der zur Mitte des Gleises gerichteten Seite der Räder moderner Eisenbahnfahrzeuge befindet. Seine Aufgabe ist die Spurführung: Er sorgt dafür, dass das Rad mittig auf der Schiene bleibt. Ein einzelner Spurkranz verhindert nur ein Auslaufen seines Rades nach außen; die Spurkränze der beiden Räder einer Achse verhindern gemeinsam das Auslaufen ihrer Räder in beiden Richtungen.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An die Spurkranzkuppe schließt sich die in der Regel 70 Grad geneigte Spurkranzflanke an, bevor der Spurkranz über die Hohlkehle in die Lauffläche übergeht. Der Abstand der beiden Spurkränze eines Radsatzes wird Spurmaß genannt. Die Gesamtheit der beiden Räder mit Spurkränzen, der mit ihnen fest verbundenen Radsatzwelle und gegebenenfalls den Bremsscheiben heißt Radsatz. Durch die Spurkränze wird das Spurspiel, innerhalb dessen sich das Eisenbahnfahrzeug in Querrichtung bewegen kann, jeweils durch einen Spurkranzanlauf, also das Anlaufen eines Spurkranzes an den inneren Schienenkopf, begrenzt. Dadurch wird vor allem im unteren Geschwindigkeitsbereich eine sichere Spurführung gewährleistet. Um in Kurven Geräuschentwicklungen und übermäßigen Verschleiß des Spurkranzes durch das Anlaufen an die Flanke der Schiene zu vermeiden, verfügen viele Lokomotiven, Steuerwagen und Triebzüge über Einrichtungen zur Spurkranzschmierung.

Sonderausführungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wagen von Standseil- und Bergbahnen mit zungenlosen Abtschen Weichen erhalten asymmetrische Radsätze mit je einem Doppelflanschrad mit zwei Spurkränzen. Das gegenüberliegende Rad ist spurkranzlos und wegen des erforderlichen Überlaufens der Schienenlücken für die Seilführung deutlich breiter, es ähnelt einer Walze.

Räder für Kranbahnen, Einschienenbahnen, Hängebahnen, wie der Wuppertaler Schwebebahn, oder Seilbahnen haben Räder mit beidseitigen Spurkränzen. Doppelspurkranzräder galten bei der 1884 entwickelten Spaldingbahn und anderen pferdebetriebenen Feldbahnen als vorteilhaft, um ein Aufweiten der Spurweite zu vermeiden, aber sie erforderten aufwändige Bahnübergänge und Schlepp- oder Kletterweichen mit ebenfalls aufwändigen Herzstückkonstruktionen. Auch im Netz der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn wurden zu Anfang Radsätze mit Doppelflanschrädern verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Artikel Spurkranz in: Lexikon der Eisenbahn. transpress VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin, 5. Auflage 1978.