Schloss Karlova Koruna

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Schloss Karlova koruna
Schloss Karlova Koruna (Karlskron): Marienkapelle
Schloss Karlova Koruna im Winter

Das Schloss Karlova Koruna (deutsch Karlskron) liegt oberhalb von Chlumec nad Cidlinou (Chlumetz an der Cidlina) im Okres Hradec Králové in Tschechien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Oberstkanzler von Böhmen, Franz Ferdinand Kinsky, ließ 1721–1723 oberhalb des Ortes Chlumec nad Cidlinou anlässlich der Krönung Kaiser Karls VI. auf einem dominierenden Hügel im Tal der Elbe ein Barockschloss nach Plänen des Architekten Johann Blasius Santini-Aichl errichten. Es zeigt einen ungewöhnlichen Grundriss: drei quadratische, dreigeschossige Seitenflügel sind jeweils mit einer Ecke an einen runden Mittelbau angefügt, der sie turmartig überragt. Die Bauleitung wurde Franz Maximilian Kaňka übertragen.[1] Das weiträumige Schloss enthielt eine bedeutsame Jagdsammlung und Pferdebilder aus der Hamilton-Schule, die auf die Verdienste der Familie Kinsky in der Pferdezucht hinweisen. Es war der Wohnsitz der älteren Linie der Grafen Kinsky, einem der berühmten Geschlechter in der Geschichte des Landes Böhmen. Der letzte Besitzer der Herrschaft Chlumetz vor der Enteignung durch die Tschechoslowakei im Jahr 1948 war Zdenko Radslav Graf Kinsky.

Als Kaiser Karl VI. anlässlich seiner Krönung zum böhmischen König dem Schloss, das von einem prächtigen Park umgeben war, 1723 einen Besuch abgestattet hatte, erhielt die Anlage ihm zu Ehren den Namen Karlskron.

Eine Ausstellung im Schloss Karlova Koruna beinhaltet Erinnerungen an das Leben der Adelsfamilie Kinsky und die von Octavian Joseph Graf Kinsky begründete Chlumetzer Pferdezucht der Kinsky-Pferde. Die im Schlosspark gelegene Marienkapelle diente den Grafen Kinsky als Familiengruft. Nach deren Enteignung 1948 wurde die Innenausstattung beseitigt und die Kapelle als Magazin genutzt. Nach der Restitution der Anlage wurde sie durch die Familie Kinsky renoviert und dient wieder als Sakralraum.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lillian Schacherl: Böhmen. Kulturbild einer Landschaft, Prestel-Verlag München, 1966, S. 307–309.
  • Joachim Bahlcke, Winfried Eberhard, Miloslav Polívka (Hrsg.): Handbuch der historischen Stätten. Böhmen und Mähren (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 329). Kröner, Stuttgart 1998, ISBN 3-520-32901-8, S. 96–97.
  • Marianne Mehling (Hrsg.): Knaurs Kunstführer in Farbe Tschechische Republik, Slowakische Republik. Droemer Knaur, München 1993, ISBN 3-426-26609-1
  • Hans-Ulrich Engel: Burgen und Schlösser in Böhmen. 2. Auflage 1978, Wolfgang Weidlich Frankfurt am Main, S. 61–63, Abbildung S. 187, ISBN 3 8035 8013 7

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Karl M. Swoboda (Hrsg.): Barock in Böhmen, Prestel-Verlag München 1964, Abschnitt: Böhmen und der kaiserliche Barock in Wien, S. 30 und 31 Grundriss von Schloss Karlova Koruna; weitere Textstellen S. 39, 47 und 48

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Karlova Koruna – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 50° 9′ 32″ N, 15° 27′ 4″ O