Schloss Putbus

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Rückseite Schloss Putbus (1906)
Seeterrasse des Schlosses – heutiger Zustand (Aufnahme 2008)

Das Schloss Putbus ist der ehemals herrschaftliche Sitz der Fürsten von Putbus in der gleichnamigen 1810 gegründeten Stadt Putbus auf Rügen. Das Gebäude wurde 1962 gesprengt und die Reste bis 1964 abgetragen, so dass heute nur noch der Umriss des Gebäudes in der Grünfläche und die Seeterrasse erkennbar sind.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Baus reicht bis in die slawische Zeit zurück. An der Stelle des Schlosses befand sich eine Burganlage. Mit dem Aussterben der rügenschen Fürsten im Jahr 1325 errang die Familie derer von Putbus schnell die führende Rolle unter den rügenschen Adelsgeschlechtern. Ihr erwählter Stammsitz an dieser Stelle, das sogenannte „Steinhaus“, wurde 1371 mehrfach in Urkunden erwähnt. Bei dem „Steinhaus“ handelte es sich um ein rechteckiges massives Gebäude, das genau in der Mitte einer durch einen Ringgraben eingefassten Fläche stand. Die urkundliche Bezeichnung des Bauwerkes änderte sich 1416 vom „Haus“ zum „Schloss“.

Die ursprüngliche Burganlage aus dem 14. Jahrhundert wurde im 15. Jahrhundert gotisch erweitert und Anfang des 17. Jahrhunderts zu einer dreiflügeligen Schlossanlage umgebaut. Diese Anlage wurde 1725 fast vollständig erneuert, nur der gotische Flügel sowie der Renaissanceteil blieben erhalten. Von 1827 bis 1832 wurde das Schloss nach Entwürfen des Berliner Architekten Johann Gottfried Steinmeyer umgebaut, der das Schloss im klassizistischen Stil prägte.[1] Auftraggeber war der Putbusser Stadtgründer Malte.

Ein Brand – wahrscheinlich ausgelöst durch eine später eingebaute Heißluftheizung – zerstörte am 23. Dezember 1865 weite Teile des neuen Schlosses. Für den schnell beginnenden Wiederaufbau konnte der Berliner Architekt J. Pavelt gewonnen werden, der es 1872 im Stil des Neoklassizismus umbaute. Der in der Mitte angeordnete Binnenhof wurde abgebrochen und ein Saal errichtet, dem sich eine rückwärtig zum Schwanenteich sechsfach gestaffelte Terrassenanlage anschloss. Dabei ging auch der letzte Rest des mittelalterlichen „Steinhauses“ verloren. Die Proportionen wurden entscheidend verändert. Das Schloss selbst erfuhr später eine Umnutzung für einen Fliegergeneralstab und wurde noch für die fürstliche Verwaltung genutzt. Es war bis zum Jahr 1944 im Besitz der Familie zu Putbus und stand nach der Inhaftierung von Malte zu Putbus wegen dessen vermeintlicher Beteiligung am Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 unter Zwangsverwaltung der NSDAP.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgte die Plünderung und da keine Nutzung vorgesehen wurde, begann Materialabtrag und der Verfall. 1955 versuchte man zaghaft, das Schloss wiederherzustellen, die Maßnahme wurde jedoch nicht vollendet.

Im Jahr 1957 wurde dann schließlich der Abriss des Schlosses aus ideologischen und finanziellen Gründen beschlossen. 1962 erfolgte die Sprengung des Gebäudes, bis 1964 wurden die Reste dann abgetragen. Anschließend erfolgte die Planierung des Schlossplatzes. Übrig blieb schließlich nur die Seeterrasse.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Putbus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andreas Vogel: Johann Gottfried Steinmeyer und Putbus. Thomas Helms Verlag, Schwerin 2003
  2. Putbus, Eine Einladung zum Verweilen, Themenspaziergänge durch Rügens weiße Fürstenstadt, Herausgeber IT-College Putbus

Koordinaten: 54° 21′ 1″ N, 13° 28′ 14″ O