Schloss Schwindegg

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Schloss Schwindegg
Gedenktafel bei der Einfahrt zum Schloss Schwindegg
Nordostturm

Schloss Schwindegg ist ein Renaissance-Wasserschloss in der Ortsmitte von Schwindegg, einer ländlichen Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Mühldorf am Inn. Als Hofmarkschloss war es Herrensitz der Hofmark Schwindegg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 14. Jahrhundert gab es in Schwindegg einen Herrschaftssitz. 1389 war Friederich von Tättenpeck erster urkundlich erwähnter Besitzer.[1] Im Jahr 1394 wurden die Herren von Fraunhofen Eigentümer, eine bayerische Adelsfamilie mit Stammsitzen in Alt- und Neufraunhofen im Landkreis Landshut. In ihrem Besitz blieb Schwindegg über 100 Jahre lang. Im Jahr 1504 wurde das Schloss im Landshuter Erbfolgekrieg niedergebrannt. Jakob I. von Fraunhofen war der letzte männliche Vertreter seiner Familie auf Schwindegg. Über seine Tochter Anna kam die Herrschaft an ihren Ehemann Ulrich Marschall von Pappenheim († 1539), der 1518 von Kaiser Maximilian I. mit der Herrschaft Schwindegg belehnt wurde.[2] 1553 wurde Annas Sohn Veit zu Pappenheim Besitzer der Hofmark Schwindegg. 1591 verkaufte der in Schwindegg geborene Veit zu Pappenheim das Anwesen samt Schloss an den Ritter Sebastian von Haunsperg.

Der geschlossene Vierflügelbau mit Ecktürmen und Torturm wurde 1594 bis 1620 von Sebastian und seinem Erben Ferdinand von Haunsperg auf mittelalterlichen Grundmauern erbaut. Zum Schloss gehört das sogenannte Vorschloss (ehemaliger Wirtschaftshof) mit zwei Stalltrakten aus der Zeit um 1750 und der Schlosspark aus dem 19. Jahrhundert.

Seit 1816 war das Schloss im Besitz der Familie von Moreau. 1851 kaufte der ehemalige Verwalter Josef Fischer das Schloss. 1912 übernahm es der Kyffhäuserbund und der Bayerische Veteranen- und Kriegerverein und nutzte es als Erholungsheim, später diente es als SA-Führerschule. 1945 wurde es Sitz des Kreiskrankenhauses des Landkreises Mühldorf. Das Schloss befindet sich seit 1956 in Privatbesitz und ist nicht öffentlich zugänglich, der Gesamtkomplex wurde 1980 von Professor Franz Schilke zu einer Eigentumswohnanlage im Rahmen einer Bauherren-Gesellschaft umgebaut. Von 1959 bis 1968 führten die Ursulinen hier eine Hauswirtschaftsschule.

Sehenswert sind das mächtige Wasserschloss sowie das Schlossensemble. Am schönsten erschließt sich der Charakter der Anlage jedoch bei einem kurzen Spaziergang beginnend an der ehemaligen Schlossgaststätte, entlang der Goldach nach Süden und zurück um das Pflegeheim des Collegium Augustinum, auf dem Gehweg entlang der Rimbachstraße. Dabei sehenswert sind auch die Gebäude direkt um das Schloss, allesamt stattliche, ehemalige Wohn- oder Wirtschaftsgebäude aus dem 17. und 18. Jahrhundert, die zum geschützten Schlossensemble gehören.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schloss Schwindegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Günther Vorbach: Schloss Schwindegg
  2. Historisches Lexikon Bayerns: Fraunhofen, Adelsfamilie

Koordinaten: 48° 16′ 17″ N, 12° 15′ 26″ O