schlott gruppe

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schlott gruppe AG
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0005046304
Gründung 1947
Sitz Freudenstadt, Baden-Württemberg
Leitung Siegfried Beck, Insolvenzverwalter
Mitarbeiter 2.400 (2009) [1]
Umsatz 365,4 Mio. Euro (2009)
Branche Druckerei
Website www.schlottgruppe.de

Die schlott gruppe AG mit Unternehmenssitz in Freudenstadt beschäftigte rund 2.400 Mitarbeiter und war einer der größten europäischen Druckdienstleister. Betrachtet man die Kapazitätsanteile der Unternehmen am europäischen Tiefdruckmarkt (basierend auf der rechnerischen Normalkapazität in Prozent) so rangierte die schlott gruppe AG vor der Insolvenz auf Rang 2 hinter Prinovis. Im Jahr 2011 meldete die Gruppe Insolvenz an.

Geschichte[Bearbeiten]

Die schlott gruppe AG wurde 1947 in Freudenstadt als Druckerei Schlott von Friedrich Schlott gegründet.[2] 1992 erfolgte ein Management-Buy-out und die bisherige Schlott Tiefdruck KG wurde in eine GmbH umgewandelt. 1997 wurde die Gesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und es erfolgte der Börsengang als erste Tiefdruckerei Deutschlands. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen in die Sebaldus Gruppe einschließlich meiller direct und 2002 in die Broschek Gruppe integriert. Im Jahr 2003 wurde die schlott sebaldus AG zur schlott gruppe AG umfirmiert.[2] Zum 1. Mai 2006 wurde die Reus s.r.o. Pilsen sowie deren Vertriebsgesellschaften AIB Industrie-Buchbinderei GmbH und Oldenbourg Taschenbuch GmbH, Kirchheim, von der Oldenbourg Gruppe, Kirchheim übernommen. Um sich jedoch besser auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können, wurde heckel und meiller direct 2006, bzw. 2007, veräußert. Ende November 2008 wurde auch die Bogenoffset-Tochter sachsendruck GmbH Plauen (rückwirkend zum 1. Oktober 2008) wieder verkauft, die erst Anfang der 90er Jahre übernommen worden war.[3]

Insolvenz[Bearbeiten]

Am 18. Januar 2011 beantragte das Unternehmen die Eröffnung des Insolvenzverfahrens.[4] Das Insolvenzverfahren wurde am 1. April 2011 eröffnet. Bereits zwei Jahre vor der Insolvenz befand sich die Gruppe in einem intensiven Restrukturierungsprozess. Dabei wurde die Kostenstruktur des Unternehmens massiv verändert sowie die Druckkapazitäten an die Marktbedingungen angepasst reduziert. Laut Firmenangaben haben diese Maßnahmen aber nicht ausgereicht, um den unerwarteten Verfall der Marktpreise für Druckprodukte und die steigenden Rohstoffpreise auszugleichen.[5]

Der Insolvenzverwalter hat am Standort Nürnberg inzwischen drei Unternehmensbereiche verkauft: Der Geschäftsbereich der Schlott-Werbeagentur media2print GmbH wurde an die Stark Unternehmensgruppe in Bremen verkauft. Insgesamt 33 der ursprünglich 47 Mitarbeiter wurden übernommen. Die U. E. Sebald Druck GmbH wurde Anfang Juni 2011 von der Burda Druck GmbH in Offenburg gekauft. Diese will 220 Arbeitsplätze erhalten. Die "broschek rollenoffset GmbH" in Lübeck wird von der Druckereigruppe Schießl aus Augsburg als "VS Broschek Druck GmbH" fortgeführt. Für den Schlott-Unternehmensteil in Landau wurden noch Investoren gesucht. Für das Stammwerk in Freudenstadt konnte kein Investor gefunden werden. Im Mai 2011 wurde die Stilllegung des Standorts vorbereitet. Die Broschek Tiefdruck und die Broschek Service GmbH in Hamburg wurden stillgelegt.[6]

Auf Antrag des Insolvenzverwalters wurde die Zulassung der auf den Inhaber lautenden Stammaktien, ISIN DE0005046304, zum regulierten Markt (General Standard) widerrufen. Der Widerruf wird mit einer Frist von 6 Monaten nach Veröffentlichung wirksam. Die Veröffentlichung erfolgte am 8. Juni 2011 auf der Internetseite der Deutsche Börse AG, sodass der Widerruf mit Ablauf des 8. Dezember 2011 wirksam wird.[7]

Das Unternehmen[Bearbeiten]

Der Vorstand setzt sich zusammen aus: Bernd Rose (Vorsitzender), Heiko Arnold und Joachim Kühn.

Von den 7.031.426 Aktien befinden sich rund 44 % im Streubesitz.

Kennzahl 05/06 06/07 07/08 08/09
Umsatz 425,6 Mio. € 482,2 Mio. € 468,8 Mio. € 365,4 Mio. €
Wertschöpfungsumsatz 244,6 Mio. € 251,7 Mio. € 239,3 Mio. € 194,3 Mio. €
EBT 26,7 Mio. € 11,0 Mio. € −17,5 Mio. € −26,8 Mio. €*
Verarbeitete Gesamttonnage Papier 549.000 t 576.600 t 604.000 t 525.000 t
Gesamtzahl Mitarbeiter 2.994 2.793 2.400
Ergebnis je Aktie 2,87 € 3,04 € −2,71 €* −3,81 €*

(* nach Aufwand für Kostensenkungsprogramm)

Umwelt[Bearbeiten]

Bereits im Juni 1996 wurde das Unternehmen nach dem „Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung“ entsprechend der EG-Verordnung 1836/93 validiert – als eine der ersten Tiefdruckereien in Europa.

Die Umweltpolitik der schlott gruppe berücksichtigt die Anforderungen aus der EMAS-III-Öko-Audit-Verordnung.

Struktur[Bearbeiten]

Das Unternehmen hat das strategische Geschäftsfeld print. Dieses deckt mit seinen Leistungen alle Prozesse digitaler und gedruckter Kommunikation ab.

Das Geschäftsfeld print umfasst eine Reihe von Standorten, an denen im Tiefdruckverfahren sowie Offsetdruck (Rollenoffset) gefertigt wird, sowie Druckweiterverarbeitungsstandorte europaweit.

Zu den Druckstandorten gehören die selbstständigen Druckereien:

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschäftsbericht 2009 im elektronischen Bundesanzeiger
  2. a b Website der Schlott Gruppe, Die Entwicklung der schlott gruppe AG, abgerufen am 17. Januar 2011, (WebCite-Archiv)
  3. Artikel zum Verkauf von sachsendruck
  4. schlott gruppe AG stellt Insolvenzantrag insolvenz-ratgeber.de vom 18. Januar 2011
  5. vgl. Mitteilung der Gruppe
  6. Schlott zerschlagen
  7. Pressemitteilung