Scholz & Friends

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Scholz & Friends Group GmbH
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Rechtsform GmbH
Gründung 1981
Sitz Berlin, Deutschland
Leitung Frank-Michael Schmidt,
Vorsitzender
Mitarbeiter ~800 [1]
Umsatz 93,12 Mio (2006) [2]
Branche Werbung
Website www.s-f.com

Scholz & Friends (Eigenschreibweise: SCHOLZ & FRIENDS) ist eine Werbeagentur mit Hauptsitz in Berlin. Die Agentur wurde 1981 von Jürgen Scholz, Uwe Lang und Michael Menzel in Hamburg gegründet. Zur Gruppe gehören auch Unternehmungen mit PR- und anderen Kommunikations-Dienstleistungen. Die Hauptsitze befinden sich im Hackeschen Quartier in Berlin-Mitte sowie im Hanseatic Trade Center in Hamburg. Scholz & Friends gehört zur Commarco, die im April 2011 von WPP Group erworben wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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1985 verkauften die Gründer die Agentur an das internationale Netzwerk Bates - das im gleichen Jahr wiederum an Saatchi & Saatchi bzw. Cordiant verkauft wurde. Jürgen Scholz zog sich 1992 aus der Geschäftsleitung zurück. 2003 erwarben ca. 40 Führungskräfte angesichts einer drohenden Übernahme das Eigentum am Unternehmen durch ein Management-Buy-out. Die Klein-Anleger wurden per Squeeze-out abgefunden.

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bürogebäude Litfaß-Platz 1 ist der Berliner Sitz von Scholz & Friends

Heute hat „Scholz & Friends“ ca. 800 Angestellte an verschiedenen Standorten in Europa. Die Gruppe hat Büros in Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf und Ableger in mehreren Großstädten Europas (z. B. Prag, Rom, Warschau und Zürich).

Im Rahmen einer strategischen Allianz arbeitete Scholz & Friends zeitweise mit Lowe Worldwide (heute MullenLowe Lintas Group) zusammen. Lowe Worldwide vertrat Scholz & Friends auf internationalen Märkten, auf denen die Agenturgruppe selbst nicht vertreten war, insbesondere in Asien sowie Nord- und Südamerika. Seit April 2011 gehört Scholz & Friends zur weltweit agierenden Kommunikationsholding WPP.

Der Umsatz lag 2007 bei rund 77 Millionen Euro. Nach der Vereinigung mit der United Visions AG war sie zeitweilig an der Frankfurter Börse vertreten, um sich von der im wirtschaftlichen Niedergang befindlichen Cordiant-Gruppe unabhängig zu machen. Seit November 2005 ist die Firma an keiner Börse mehr notiert.

Die Agentur hat wiederholt Kreativ-Preise wie „Löwen“, diverse ADC-Nägel oder beim Clio gewonnen.

In der Berliner Niederlassung der Agentur, Scholz & Friends Berlin GmbH, ist 2012 erstmals ein Betriebsrat gewählt worden. Dies war offenbar eine Reaktion auf Kündigungen im Jahr 2011. [3]

Bekannte Kampagnen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steakhausketten-Reklame (2009)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik erntete die Agentur im März 2012, als über Twitter und Facebook eine nie veröffentlichte Steakhausketten-Reklame aus dem Jahre 2009 ihren Weg in die Öffentlichkeit fand. Werbesprüche wie „Tofu ist schwules Fleisch“ und „Wenn man Tiere nicht essen soll, warum sind sie dann aus Fleisch?“ hatten der Agentur bei der jährlichen Preisverleihung des ADC 2009 eine Auszeichnung in Silber eingebracht, wurden jedoch als geschmacklos, homophob oder machohaft kritisiert.[6]

„Rheinland wird Reinland“ (2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Auftrag des RWE-Tochterunternehmens innogy gestaltete die Agentur im Jahr 2016 eine Werbekampagne im Rheinland unter dem Motto „Rheinland wird Reinland“. Vor dem Hintergrund, dass RWE Braunkohle verstromt und zu den größten CO2-Emittenten zählt, wurde die Kampagne als zynisch kritisiert.[7][8][9]

#KeinGeldFürRechts (2016)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2016 stand das Unternehmen auf Grund der privaten Kampagne „#KeinGeldFürRechts“[10] des damaligen Strategy Directors von Scholz & Friends, Gerald Hensel, in der Kritik. Die Kampagne versuchte Werbetreibende zu beeinflussen, Werbebannerschaltungen auf Webseiten zu unterlassen, die Hensel als „rechts“ bewertete.[11] Nach diesem von einigen Beobachtern als Boykott eingestuften Aufruf, der sich in der ursprünglichen Fassung[12] unter anderem gegen Die Achse des Guten richtete, wurde dem Unternehmen von Achse-Autor Henryk M. Broder vorgeworfen, Hensel nutze seine Position dort aus, um Werbetreibende entsprechend zu kontaktieren und damit die wirtschaftliche Grundlage journalistischer Angebote sowie mittelbar die Meinungs- und Pressefreiheit zu beschädigen.[13][14] Michael Hanfeld kommentierte in der FAZ: „Wer auf so etwas setzt, erst recht als Stratege einer Werbeagentur, bringt wirtschaftliche Macht gegen die Meinungsvielfalt und die Pressefreiheit in Stellung.“[15]

Es folgte ein Proteststurm, den Hensel als Shitstorm bezeichnete, mit persönlichen Anfeindungen gegen Hensel und seinen Arbeitgeber und einer vierstelligen Zahl von Negativbewertungen für Scholz & Friends auf Facebook.[16][17] Scholz & Friends distanzierte sich inhaltlich am 14. Dezember 2016 von der Kampagne[11] und sprach von unnötigen Provokationen und beleidigenden Reaktionen Hensels auf die ersten Anfeindungen,[17] stellte sich als Arbeitgeber aber hinter Hensel.[18] Dennoch entschloss sich Hensel nach eigenen Angaben, das Vertragsverhältnis mit Scholz & Friends zu beenden.[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Scholz & Friends, Über uns. Abgerufen am 20. Januar 2011.
  2. Elektronischer Bundesanzeiger, 5. November 2007, Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007
  3. Mitarbeiter gründen Betriebsrat, W&V Februar 2012.
  4. Die politischen Strategien der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (PDF; 683 kB), Rudolf Speth, August 2004.
  5. "Das neue Herz Europas" (Memento vom 18. Januar 2011 im Internet Archive), Stuttgarter Zeitung, März 2008.
  6. Geschmacklose Werbung sorgt nach Jahren für Ärger, Spiegel online, 21. März 2012.
  7. Handelsblatt, Grüne Tochter provoziert RWE, 15.09.2016
  8. Horizont, JvM/Brand Identity gestaltet Erscheinungsbild der neuen RWE-Marke, 28. Juli 2016
  9. Lügendetektor klimaretter.info, RWE Innogy: Da stutzt sogar das Handelsblatt, 15. September 2016
  10. Webseite von Gerald Hensel, 10.12.2016 (mittlerweile passwortgeschützt)
  11. a b Michael Gassmann: Scholz & Friends geht auf Abstand zu #keingeldfürrechts. (welt.de [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  12. Gerald Hensel: Kein Geld für Rechts. Lasst uns rechtsradikalen Medien den Geldhahn zudrehen (via archive.org). Archiviert vom Original am 7. Dezember 2016, abgerufen am 18. Dezember 2016.
  13. Henryk M. Broder: Der schmutzige Erfolg der Denunzianten. (achgut.com [abgerufen am 12. Dezember 2016]).
  14. Denunzianten-Gate: Eine Chronik unheimlicher Zufälle. (achgut.com [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  15. Michael Hanfeld: Wirb nicht bei den Schmuddelkindern, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. Dezember 2016.
  16. a b „Ein Angriff auf mein persönliches Leben und mein Arbeitsumfeld“ – Interview mit Gerald Hensel. (stern.de [abgerufen am 15. Dezember 2016]).
  17. a b Michael Gassmann: Scholz & Friends geht auf Abstand zu #keingeldfürrechts, WeltN24, 14. Dezember 2016.
  18. Stefan Wegener: Scholz & Friends: Jetzt spricht der Chef von Gerald Hensel. (wuv.de [abgerufen am 15. Dezember 2016]).