Schoss (Steuer)

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Schoss (der; mit kurzem Vokal) ist eine schon in der Bibel erwähnte,[1] bis in die frühe Neuzeit in Nord- und Mitteldeutschland gebräuchliche Bezeichnung für Steuern, insbesondere Vermögenssteuern.[2] Das mhd. schoz, mnd., mndl. schot geht auf das germanische Wort sceutan („schießen“) zurück. In den Wörtern „Vorschuss“, „Zuschuss“ oder „etwas dazuschießen“ hat es sich bis heute erhalten. Der Schoss wurde durch den Schösser eingetrieben.

In Städten wie Lübeck, Stendal, Quedlinburg oder Köln wurde ähnlich wie in anderen Städten die fixe Abgabe des Vorschoss (Kopfsteuer) von der proportionalen Vermögensteuer, dem Hauptschoss oder Schwörschoss, unterschieden. Der unter König Friedrich Wilhelm I. in Ostpreußen eingeführte Generalhufenschoß war eine besondere Grundsteuer.

Notiert wurden diese Abgaben in den städtischen Steuerregistern (Schossregistern). Auf dem Lande wurden Erbregister geführt, die außer dem Schoss, auch Erb- und/oder Burgschoss genannt, noch weitere Abgaben wie den Erbzins und die dem Grundherrn zustehenden Frondienste nennen. Diese Verzeichnisse sind eine sehr wichtige Quelle der Bevölkerungs- und Sozialgeschichte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Römer 13:7
  2. Stichwort Schoß Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 18. Leipzig 1909, S. 12