Schutzverband deutscher Schriftsteller

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Der Schutzverband deutscher Schriftsteller (SDS) wurde 1909 gegründet und sollte Rechtsschutz gegen staatliche Eingriffe in das Literaturschaffen gewähren. Der SDS wurde nach der Machtübernahme der NSDAP am 31. Juli 1933 in den Reichsverband deutscher Schriftsteller überführt.

In Paris gründeten Schriftsteller, die aus Deutschland emigriert waren, in Antwort auf die Bücherverbrennungen 1933 in Deutschland am 30. Oktober 1933 den Schutzverband deutscher Schriftsteller im Ausland. Der von der KPD dominierte Exilverband verfolgte eine Volksfront-Politik gegen die nationalsozialistische Diktatur.[1]

Eine sehr tätige SDS-Gruppe bildete sich in Prag. Landes- oder Ortsgruppen entstanden zudem in Kopenhagen, England, Belgien, den Niederlanden, der Schweiz, Luxemburg, Österreich, Südafrika und Mexiko. In New York City wurde 1939 ein Landesverband für die USA gegründet, Ehrenvorsitzender war Thomas Mann, Vorsitzender Oskar Maria Graf.[2]

Literaten und Journalisten, die den Stalinismus ablehnten, gründeten nach innerverbandlichen Konflikten am 7. Juli 1937 den Bund Freie Presse und Literatur.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ernst Fischer: Der „Schutzverband deutscher Schriftsteller“. 1909 – 1933. Buchhändler-Vereinigung, Frankfurt am Main 1980, ISBN 3-7657-0948-4, (Archiv für Geschichte des Buchwesens Bd. 21, Lfg. 1–3).
  • Dieter Schiller: Zur Arbeit des Bundes proletarisch-revolutionärer Schriftsteller im Pariser Exil. In: UTOPIE kreativ Heft 102, April 1999, ISSN 0863-4890, S. 57–63, (Online-Version – (PDF; 65 kB)).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ursula Langkau-Alex: Deutsche Volksfront 1932–1939: Bd. Vorgeschichte und Gründung des Ausschusses zur Vorbereitung einer deutschen Volksfront. Akademie Verlag, 2004. ISBN 978-3050040318, S. 101 auf Google Books
  2. Walter A. Berendsohn: Die humanistische Front. In: Heinz Ludwig Arnold (Hg.): Deutsche Literatur im Exil 1933–1945. Band II: Materialien, Frankfurt am Main 1974, S. 3–23, hier S. 14.