Edlef Köppen

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Edlef Köppen

Edlef Köppen (* 1. März 1893 in Genthin; † 21. Februar 1939 in Gießen) war ein deutscher Schriftsteller und Rundfunkredakteur.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Edlef Köppen wurde 1893 in Genthin als Sohn eines Arztes geboren. 1907 zog die Familie nach Potsdam, wo er das Viktoria-Gymnasium besuchte, das er 1913 abschloss.

Nachdem Köppen drei Semester Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte zuerst an der Universität Kiel und anschließend an der Universität München studiert hatte, trat er als Kriegsfreiwilliger ins preußische Heer ein und nahm von Oktober 1914 bis Oktober 1918 als Artillerist am Ersten Weltkrieg teil. Bei Kriegsende war er Reserveoffizier, durch eine Lungenquetschung gesundheitlich beeinträchtigt und durch die Kriegserlebnisse traumatisiert, was ihn zu Sanatoriumsaufenthalten nötigte.

Nach dem Krieg beendete er sein Studium, arbeitete ab 1921 als Lektor im Gustav Kiepenheuer Verlag und heiratete Hete Witt. 1923 versuchte er erfolglos mit der Gründung des Hadern-Verlags, sich eine Existenzgrundlage zu schaffen. Nebenher schrieb er Romane.

Seit 1925 war Köppen freier literarischer Mitarbeiter der Funk-Stunde Berlin, dem ersten deutschen Radiosender, bei dem er sich unter anderem als Regisseur der Hörspiele seines Schulfreundes Hermann Kasack einen Namen machte. 1929 wurde Köppen Leiter der literarischen Abteilung der Funk-Stunde.[1]

Nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten, wurde Köppen als Literaturleiter der Funk-Stunde Berlin abgesetzt. Köppens 1930 erschienener Weltkriegsroman Heeresbericht fiel der Bücherverbrennung 1933 in Deutschland zum Opfer. 1935 wurde der Roman verboten. Köppen schlug sich in der Folgezeit mit Rezensionen und Kurzgeschichten durch, die er unter dem Pseudonym Joachim Felde veröffentlichte. 1934 verarbeitete Köppen seinen Hausbau in Wilhelmshorst am Friedensplatz 6-9 humoristisch in dem Buch Vier Mauern und ein Dach. Als Chefdramaturg der Filmfirma TOBIS, bei der er ab 1936 tätig war, wurde er erneut in politische Auseinandersetzungen verwickelt, als die Firma dem Reichspropagandaministerium unterstellt wurde. Köppen lehnte es ab, der NSDAP beizutreten und sich für ein antisemitisches und pronazistisches Filmprogramm zu engagieren.

Edlef Köppen starb 1939 in einem Lungensanatorium in Gießen an den Spätfolgen seiner Kriegsverletzung. Sein Grabstein ist auf dem Waldfriedhof in Wilhelmshorst zu finden, sein Geburtshaus in Genthin trägt ein Schild zu seinem Gedenken. In Gießen wurde eine Straße an der ehemaligen Artilleriekaserne (bis 1945 „Bleidorn-Kaserne“, bis 1991 „Pendleton Barracks“) nach Köppen benannt. Teile seines Nachlasses befinden sich heute in der Sammlung des Potsdam Museums - Forum für Kunst und Geschichte.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Histori von ein trocken Schiffsfahrt darinnen drey Studenten sampt ihren Libsten gar fein und lustig Schwänk erzelen. Hadern Verlag, Potsdam 1924
  • Der Bericht. Hamburg 1925
  • Willkommen und Abschied. 1925
  • Heeresbericht. 1930
  • Andreas der Stumme. 1933
  • Vier Mauern und ein Dach. 1934

Werkausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Edlef Köppen: Heeresbericht. List Verlag, Berlin 2005, ISBN 978-3-548-60577-7
  • Jutta Vinzent (Hrsg.): Edlef Köppen: Aufzeichnungen. Ein Lesebuch, Anhang zu Leben und Wirken. Märkischer Verlag, Wilhelmshorst 2006, ISBN 3-931329-03-8

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv: Organigramme der Funk-Stunde Berlin 1924–1933.
  2. a b Potsdam Museum digitalisiert Teilnachlass Edlef Köppens. Pressemitteilung Nr. 514 der Stadt Potsdam vom 22. August 2016; abgerufen am 17. September 2016.