Schwabentorbrücke

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Aktuelles Bild mit allen Elementen der Brücke
Fotografie von Hermann Dischler (1899)
Bild der Brücke aus dem Buch Freiburg im Breisgau. Die Stadt und ihre Bauten 1898
Durch Hochwasser zerstörte Schwabentorbrücke (1896)

Die Schwabentorbrücke ist eine der beiden ältesten Brücken in Freiburg im Breisgau. Der Übergang über die Dreisam führt vom Schwabentor, einem der beiden erhaltenen Stadttore Freiburgs, in Richtung Schwarzwald.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An dieser Stelle standen im Laufe der Jahrhunderte mehrere Brücken in Holz- oder Steinbauweise. Nachdem beim Jahrhunderthochwasser am 9. März 1896 zwei der drei Bögen der Steinbrücke weggerissen wurden, wurde eine Eisenbrücke an diesem Dreisamübergang errichtet. Die heutige moderne Betonbrücke stammt zu großen Teilen aus dem Jahre 1974, als die Eisenbrücke dem hohen Verkehrsbedarf und der Verkehrsführung der Leo-Wohleb-Straße angepasst wurde. In die Neukonstruktion wurden Elemente der Brücke von 1897 integriert, so zum Beispiel das gusseiserne Geländer mit den Wappenfeldern.

Zur Brücke gehören zwei Türme und ein Brunnenhaus in neogotischer Bauweise und zwei in historisierender Weise von Julius Seitz gefertigte Skulpturen; diese stellen Albertus Magnus an der Nordseite und Martin Malterer mit Leopold III. von Habsburg an der Südseite dar. Die Brücke wurde so stilistisch dem Schwabentor angepasst. Der nördliche Turm diente der Hochwasserwache, der südliche beherbergte das Stellwerk für den Kronenmühlenkanal. Am Nordturm ist eine Tafel zur Erinnerung an die Geheimen Oberregierungsräte Karl Siegel und Leopold Sonntag angebracht, die in der Nacht vom 9. März 1896 trotz Warnung der Feuerwehr sich selbst von der Standfestigkeit der Brücke überzeugen wollten, beim Einsturz von den Wassern mitgerissen wurden und so zu Tode kamen. Ebenso erinnert dort ein Schlussstein aus dem Jahr 1609 an die frühere Steinbrücke.[1]

Schon bevor die Freiburger Straßenbahn ab dem 2. Dezember 1901 die Schwabentorbrücke passierte, fuhren Pferdeomnibusse vom Hauptbahnhof zur Nägelseestraße über die Brücke, Vorläufer der Straßenbahnlinien B zum Alten Messplatz und C zur Lorettostraße. Heute fährt die Linie 1 von Landwasser nach Littenweiler über die Brücke.

Verkehrsführung und Nachbarbrücken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute fahren über die Schwabentorbrücke nur von Westen stadteinwärts kommende Fahrzeuge und die Straßenbahn. Stadtauswärts fahren Autos und Straßenbahnen über die Greiffeneggbrücke , die wenige Meter westlich der Schwabentorbrücke über die Dreisam führt und 1967 errichtet wurde. Im Bewusstsein der Bevölkerung gelten diese beiden Brücken als eine Einheit, vergleichbar mit der Kronenbrücke. Dazu trägt wohl auch bei, dass sich auf der Greiffeneggbrücke eine Straßenbahnhaltestelle mit der Bezeichnung „Schwabentorbrücke“ befindet. Etwa hundert Meter weiter östlich befindet sich die Leo-Wohleb-Brücke , die den von Osten kommenden Verkehr aufnimmt. Für den Bau der darüber führenden Trasse mussten einige gut erhaltenen Gebäude weichen, das letzte 1972.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Mayer: Albertus Magnus und Martin Malterer. Zwei Standbilder auf der Schwabenthorbrücke zu Freiburg i. Br. Ein Beitrag zur Lokalgeschichte der Stadt. Herder, Freiburg im Breisgau 1901.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Manfred Gallo: Wie kamen Türme und Figuren auf die Schwabentorbrücke? Badische Zeitung, 10. April 2012 abgerufen 21. Mai 2012
  2. Joachim Scheck: Freiburg: Stadtgeschichte: Das Flair der alten Schwabentorbrücke ist unwiederbringlich verloren. Badische Zeitung, 19. September 2016, abgerufen am 19. September 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schwabentorbrücke (Freiburg im Breisgau) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 47° 59′ 27″ N, 7° 51′ 16″ O