Martin Malterer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Holzfigur von Martin Malterer auf dem Weg zur Waldkircher Kastelburg
Tafel zur Holzfigur
Wappen des Martin Malterer
Malterer-Statue auf der Schwabentorbrücke

Martin Malterer († 9. Juli 1386) war ein Ritter aus Freiburg im Breisgau.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ritter Martin Malterer entstammte dem reichen Freiburger Patriziergeschlecht Malterer. Sein Vater Johannes Malterer war der Stifter des Maltererteppichs, der sich heute im Augustinermuseum befindet.[1] Für diesen verbürgte sich 1336 auch Johann von Liebegg vor dem Rat von Luzern.[2] Seine Mutter Gisela von Kaysersberg († 22. Dezember 1381) stammte mütterlicherseits aus der Familie Snewelin.[3] Verheiratet war er mit Anna von Thierstein der Tochter des Grafen Walram von Thierstein.[4] Im Jahr 1354 kaufte sein Vater Johannes die Herrschaft Kastelburg (Waldkirch im Breisgau) für 2140 Silberlinge, die später seinem Sohn Martin übertragen wurde. Malterer wohnte in der Burg und nahm Umbauten an ihr vor.

Im Jahr 1377 trat Malterer in den Dienst Leopolds von Österreich. Damit erreichte er eine weitgehende Befreiung der Herrschaft von österreichischen Lasten und Pflichten. 1379 wurde er Landvogt im Breisgau und im Elsass. Bedeutende Ausbauten an der Kastelburg wurden durchgeführt.

Tod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1386 zog Malterer als persönlicher Beschützer des habsburgischen Erzherzogs Leopold III. und Bannerträger der Freiburger in Richtung Sempach in der Schweiz. In der Schlacht bei Sempach schlugen die Eidgenossen die Habsburger am 9. Juli verheerend, was letztlich zu ihrer Unabhängigkeit vom Hause Habsburg führte.

Die Freiburger Ritterschaft und der Adel zahlten damals einen gewaltigen Blutzoll, Malterer und mehr als 40 Kämpfer kehrten nicht mehr zurück. Der Überlieferung nach fand man Malterer über der Leiche des jungen Erzherzogs liegend.

1386/1387 verlor die Maltererfamilie die Kastelburg, da keine männlichen Erben Malterers vorhanden waren. Die Burg wurde Gegenstand abenteuerlicher Vergaben und Verpfändungen der Habsburger.

Auf der Schwabentorbrücke in Freiburg erinnert eine Statue des Bildhauers Julius Seitz an Martin Malterer. Im 1945 zerstörten Buntglasgemälde der Schlacht von Sempach von Fritz Geiges im Freiburger Friedrich-Gymnasium wurde Malterer als Vorbild für Tugendhaftigkeit und Loyalität gegenüber dem Herrscherhaus inszeniert.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. our-royal-titled-noble-and-commoner-ancestors.com: Sir Johannes Malterer, Councilman of Freiburg, Zugriff am 25. Juni 2011
  2. Dr. Theodor von Liebenau: Hundert Urkunden zu der Geschichte der Königin Agnes von Ungarn, Regensburg, 1869, S. 66
  3. our-royal-titled-noble-and-commoner-ancestors.com: Gisela von Kaysersberg (Kaisersberg), Zugriff am 25. Juni 2011
  4. ZGORh. Bd. 5 NF, S. 495

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Boris Bigott: Die Damen Malterer. Zur Einheirat Freiburger Patriziertöchter in den Breisgauer Adel im 14. und 15. Jahrhundert. In: Schau-ins-Land, Band 126 (2007), S. 19-37 online bei UB Freiburg
  • Ulrich P. Ecker: Martin Malterer, "König" der Gesellschaft zum Löwen, und die Schlacht von Sempach, in: Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau, Bd. 1, hg. von Heiko Haumann und Hans Schadek, Stuttgart 2001, S. 279-281.
  • Karl Mayer: Albertus Magnus und Martin Malterer. Zwei Standbilder auf der Schwabenthorbrücke zu Freiburg i.Br. Ein Beitrag zur Lokalgeschichte der Stadt, Freiburg im Breisgau 1901.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martin Malterer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien