Schwarzhalskranich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Schwarzhalskranich

Schwarzhalskraniche

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Kranichvögel (Gruiformes)
Familie: Kraniche (Gruidae)
Unterfamilie: Echte Kraniche (Gruinae)
Gattung: Grus
Art: Schwarzhalskranich
Wissenschaftlicher Name
Grus nigricollis
Przewalski, 1876

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 120 cm lange Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) ist ein großer weiß-grauer Vogel mit schwarzem Kopf und Oberhals. Der Kopf besitzt einen weißen Hinteraugenfleck und roten Scheitelfleck. Die Armschwingen und Handschwingen sind schwarz gefärbt. Die Iris ist gelb. Die Flügelspannweite beträgt 180 bis 200 cm. Das Gesamtgewicht liegt zwischen 5 und 7 Kilogramm.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Kranich brütet vor allem im Hochland von Tibet, aber auch in Ladakh in Indien. Er überwintert in tieferen Gebieten in China und Bhutan. Die Brutgebiete liegen zwischen 2600 und 4800 Metern und die Überwinterungsgebiete zwischen 2000 und 3800 Metern.[2]

Die Überwinterungsgebiete teilen sich im Wesentlichen in drei Populationen auf:[2]

  1. Östliche Population (Nordosten Yunnans und Nordwesten Guizhous): Ca. 4300 Kraniche[3]
  2. Zentrale Population (Nordwesten Yunnans)
  3. Westliche Population (Süden bis Zentrum Tibets und Bhutan): Ca. 8700 Kraniche. Das bedeutendste Überwinterungsgebiet in Bhutan ist das Phobjikha-Tal, wo die Kraniche von Ende Oktober bis März bleiben. Darüber hinaus überwintern sie in Bhutan in Bumdeling, Khotokha und Bumthang.

Der Bestand wird auf 10.000 bis 10.200 Tiere geschätzt. In Indien, China und Bhutan ist die Art gesetzlich geschützt. Die IUCN stuft die Art als potentiell gefährdet ein.[3]

Lebensweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Schwarzhalskranich ernährt sich von Wurzeln, Knollen, Fischen, Fröschen, kleinen Nagetieren, Garnelen, Schnecken, Würmern und Insekten.[3] Die Brutzeit ist zwischen Anfang Mai und Mitte Juni. Die Gelege bestehen meist aus zwei Eiern, die eine cremefarben Grundfarbe mit olivbraunen Flecken haben. Die Brutdauer liegt bei 31 bis 33 Tagen. Die Nestlinge werden nach etwa drei Monaten flügge. Ein ungewöhnlicher Fall ist aus Ladakh im Norden Indiens bekannt, bei dem ein Paar Schwarzhalskraniche zwei Streifengänse zusammen mit einem eigenen Küken ausbrüteten und aufzogen, nachdem sie die Gänseltern aus ihrem Nest verscheucht hatten.[1]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Art wurde 1876 von Nikolai Michailowitsch Prschewalski erstbeschrieben. Es werden keine Unterarten unterschieden. Die am nächsten verwandte Art ist der Mönchskranich (Grus monacha).[1]

Schwarzhalskranich und Mensch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tänzer beim alljährlichen Kranich-Fest

Die Kraniche gelten in Bhutan als „Vögel des Glücks“ und werden Himmelsvögel genannt, nach dem Glauben, dass sie die Seelen der Verstorbenen auf dem Rücken zum Himmel tragen. Im Phobjikha-Tal wird jedes Jahr am 11. November ein Kranich-Fest abgehalten.[4]

Dokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erlebnis Erde: Himmelsvögel – Die Kraniche von Bhutan von Christian Herrmann und Udo Zimmermann (45 min.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schwarzhalskranich (Grus nigricollis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Archibald, G.W., C.D. Meine, and G. M. Kirwan (2020). Black-necked Crane (Grus nigricollis), version 1.0. In Birds of the World (J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie, and E. de Juana, Editors). Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA. doi:10.2173/bow.blncra1.01
  2. a b Fengshan Li: Species Review: Black-necked Crane (Grus nigricollis). IUCN SSC Crane Specialist Group – Crane Conservation Strategy Online (PDF 1,41 MB)
  3. a b c Grus nigricollis in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2020. Eingestellt von: BirdLife International, 2020. Abgerufen am 9. Mai 2022.
  4. Erlebnis Erde: Himmelsvögel - Die Kraniche von Bhutan. programm.ard.de, abgerufen am 14. Mai 2022.