Schweizer Presserat

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Der Schweizer Presserat ist die Selbstregulierungs-Instanz für medienethische Fragen in der Schweiz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1972 verabschiedete der Verband Schweizer Presse den Schweizer Journalistenkodex (Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalisten) und 1977 setzte er den Schweizer Presserat ein. Anfang 2000 traten die Konferenz der Chefredaktoren, das Schweizer Syndikat Medienschaffender und die Gewerkschaft Comedia dem Presserat bei und gründeten die Stiftung Schweizer Presserat als Träger des Presserats. Seit Juli 2008 gehören dieser Trägerschaft auch die Verlegerverbände und die SRG an.

Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Presserat besteht aus 21 Mitgliedern. Davon sind 15 Mitglieder Berufsjournalisten und sechs sind Publikumsvertreter, die keine Medienberufe ausüben. Für die Vertretung der Sprachregionen und Geschlechter bestehen Quotenregelungen. Präsident ist gegenwärtig (Stand September 2013) Dominique von Burg, Genf, ehemaliger (Chef-)Redaktor der Tribune de Genève. Vizepräsidenten sind der Publizist und Historiker Max Trossmann (Adliswil) und die Publikumsvertreterin Francesca Snider (Locarno). Zum 1. Januar 2014 übernimmt Ursina Wey die Geschäftsführung in Nachfolge des in das Amt des Regierungsstatthalters von Interlaken-Oberhasli wechselnden Martin Künzi.[1]

Gewählt werden die Mitglieder des Presserats vom Stiftungsrat der Stiftung Schweizer Presserat, der seinerseits aus 18 Vertretern der Träger der Stiftung zusammengesetzt ist.

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gestützt auf sein Geschäftsreglement werden Fälle aus berufsethischer Perspektive beurteilt. Er behandelt Fälle aus allen Medien (Print, Radio, Fernsehen, Internet), sofern sich eine Beschwerde auf den redaktionellen Teil bezieht. Beschwerdeberechtigt ist ein Jedermann. Ausnahmsweise greift das Plenum des Presserats mit Mehrheitsbeschluss aktuelle Fälle von sich aus auf - sofern sich grundlegende Fragen stellen.

Der Presserat hält in seinen Stellungnahmen fest, ob der Journalistenkodex verletzt wurde. Er kann den Medienschaffenden keine Sanktionen auferlegen. Die Redaktionen sollten aber zumindest über diejenigen Entscheide des Presserates berichten, die sie selber betreffen.

Mit seinen Stellungnahmen und seinem Journalistenkodex will der Presserat Normen für einen berufsethisch fairen Journalismus setzen.

Rechtliche Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation hat keinerlei rechtliche Einflussmöglichkeiten. Er kann keine Publikation verbieten, sondern nur Empfehlungen abgeben.

Grundlage der Stellungnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundlage der Stellungnahmen bildet der Journalistenkodex Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten. Die Stellungnahme beurteilt jeweils die Frage, ob eine Veröffentlichung dem Journalistenkodex entgegenläuft.

1999 fügte der Presserat den elf Pflichten und sieben Rechten der Erklärung knapp 40 Richtlinien bei. Diese Richtlinien erläutern als praxisnahe Kommentare die Pflichten und Rechte anhand von Fällen, die der Presserat beurteilt hat.

Ende 2011 hat die Organisation seine bisherige Praxis im Ratgeber So arbeiten Journalisten fair zusammengefasst.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neue Geschäftsführerin des Schweizer Presserats