Selous Scouts

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Das Barettabzeichen der Selous Scouts stellte einen stilisierten Fischadler dar

Die Selous Scouts (benannt nach Frederick Selous, einem Weggefährten von Cecil Rhodes) war eine Eliteeinheit des weißen, rhodesischen Minderheitsregimes und Teil der Rhodesian Special Forces während des rhodesischen Befreiungskrieges. Die Einheit entstand 1974 als Tracker Combat Unit (Spurensucherkampfverband), wurde jedoch nach kurzer Zeit in Selous Scouts umbenannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Operationen der Selous Scouts unterlagen der Geheimhaltung. Selous Scouts lebten und operierten oft über Monate fernab von Versorgung und externer Führung. Bekanntheit erlangten Einsätze, in denen sich die weißen Angehörigen mittels Schminke (Spitzname „Black is beautiful“) tarnten und unter der Führung der schwarzen Selous Scouts in „Terroristencamps“ einsickerten, um unvermittelt den Kampf aufzunehmen. Diese Kampfweise verunsicherte die Gegner – die Organisationen ZANU und ZAPU – maßgeblich und führte dazu, dass das Vertrauen unter den Aufständischen schwand und die Kampfmoral dramatisch sank.

Ein wesentlicher Teil von Counter-Insurgency-Operationen besteht darin, Gegner für sich zu gewinnen („umzudrehen“). Dieses Mittels bedienten sich die Selous Scouts ebenfalls.

Auftrag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Aufgabe der Einheit war es, durch Fernspähtrupps und Spurensuche Kenntnisse über die Guerillaverbände der ZANU und ZAPU zu sammeln und Operationen gegen diese durchzuführen. Die Einheiten kämpften in sogenannten Zweigen (Trupps) von vier bis fünf Soldaten. Zur Tarnung verkleideten sich die Soldaten als ZANU- und ZAPU-Angehörige. Weiße Angehörige gaben sich oft als ostdeutsche Militärberater aus.

Angehörige der Selous Scouts verübten nach der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahre 1980 auf Kircheneinrichtungen und Geistliche mehrere Bombenanschläge. Die Begleitkommentare in den der Selous Scouts nahestehenden Medien bezeichneten die Opfer diffamierend als communist atheists. Die Handlungsmuster folgten der Vorgehensweise vormaliger OAS-Gruppen zur Zerstörung von nationalen Befreiungsbewegungen in Afrika: eine Desintegration der Zivilgesellschaft, ausgelöst durch Subversion und Terrorismus. Die politische Entwicklung in Simbabwe bot ihnen jedoch kein weiteres Betätigungsfeld mehr und viele von ihnen fanden im benachbarten Südafrika neue Aufgaben, beispielsweise in den Strukturen des Civil Cooperation Bureau und im 3 Reconnaissance Regiment der SADF, wodurch sie im Grenzkrieg zwischen Südwestafrika und Angola gegen die SWAPO eingesetzt wurden.[1]

Nach heutiger Terminologie würden die Aufgaben der Selous Scouts nach verbreiteten Sichtweisen unter dem Begriff Counterinsurgency (COIN) zusammengefasst werden.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verband bestand zeitweilig aus 1000 Soldaten.

Rekrutierung und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Selous Scouts rekrutierten sich aus allen Ethnien des Landes. Die Offiziere waren Weiße (wie auch anfangs alle Soldaten), einige kamen aus Großbritannien und den USA.

Das Auswahlverfahren ähnelte dem des rhodesischen Special Air Service (SAS). Ein besonderer Schwerpunkt der Ausbildung lag in der Überlebensausbildung fernab von Zivilisation und Versorgung durch reguläre Truppen. Ein Großteil der Ausbildung war der des rhodesischen SAS gleich, wobei der Schwerpunkt der Selous-Scout-Ausbildung darin bestand, verdeckte Operationen gegen Widerstandsgruppen durchzuführen.

Bestandteile der Ausbildung waren:

Überlebensausbildung, Waffenausbildung und Kampfmittelausbildung (insbesondere an Beutewaffen und -kampfmitteln), Spurensuche (Tracking), Counter Guerilla Tactics, Fallschirmsprung (teilweise mit HALO).

Ausrüstung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standardwaffe der Selous Scouts war das FAL-Gewehr 7,62 mm. Aufgrund ihrer Operationsweise nutzten sie auch Beutewaffen sowjetischer Bauart.

Die Einheit trug die Standarduniform der rhodesischen Armee. Als „besonderes Kennzeichen“ trugen die Angehörigen oft nur Fragmente der Standarduniform (kurze Hosen, abgeschnittene Ärmel u. ä.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stan Winer, South African History Online: Ghosts of the past. auf www.v1.sahistory.org.za (englisch)