Sikeler

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Gebiet der Sikeler (Siculi) auf der Insel Sizilien z. Z. der Griechischen Kolonisation

Die Sikeler, auch Sikuler (altgriechisch Sikeloi, lateinisch Siculi) waren zur Zeit der griechischen Kolonisation Bewohner Ost- und Nord-Siziliens.

Sie werden bereits ca. 700 v. Chr. in der Odyssee des griechischen Dichters Homer erwähnt und dort mit Sklavenhandel in Verbindung gebracht.[1] Ferner wird eine ältere, treue Magd, die Odysseus' Vater Laertes umsorgt, als Sikelerin (Σικελὴ) bezeichnet.[2]

Die Sikeler wanderten nach Thukydides, der sich auf Angaben der Sikeler beruft, ursprünglich aus Italien nach Sizilien ein und verdrängten dabei die Sikaner nach Westen. Dies soll 300 Jahre vor der Ankunft der Griechen auf Sizilien geschehen sei. Anschließend soll die Insel, die vorher Sikanien hieß, nach den Sikelern benannt worden sein.[3] Laut Diodor[4] siedelten sich die Sikeler in unbewohntem Gebiet an, da die Sikaner zuvor wegen eines Ätna-Ausbruchs den Osten der Insel verlassen hätten. Nach Philistos von Syrakus, den Dionysios von Halikarnassos zitiert, setzten die späteren Einwohner Sikeliens im 80. Jahr vor dem Troianischen Krieg nach Sizilien über. Es seien keine Ausonen oder Elymer gewesen, sondern Ligurer, die Sikelos anführte, ein Sohn des Italos. Sie seien von Umbrern und Pelasgern aus ihrer Heimat vertrieben worden.[5]

Durch griechische Kolonisten wurden die Sikeler ab der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. zunehmend ins Landesinnere verdrängt. Außer in Sizilien sollen im 5. Jahrhundert vor Chr. auch noch Sikeler auf dem italienischen Festland gelebt haben.

Die sikulische Sprache, die bisher durch meist nur kurze Texte bekannt ist, zählt zu den indogermanischen Sprachen. Wahrscheinlich gehört sie zu den italischen Sprachen.

Es gibt Meinungen, dass die Sikeler mit dem Seevolk der Tjeker (tkr, auch Šikal, Šikel transkribiert), das in ägyptischen Quellen begegnet, identisch sind. Die Tjeker werden wiederum zumeist mit den in einem um 1200 v. Chr. verfassten Dokument (RS 34.129) aus Ugarit genannten Šikaläer (Ši-ka-la-iu-a, wobei Šikala der Landesnahme ist[6]) gleichgesetzt, wohl basierend auf Breadsteds[7] Transkription Sikel für die trk..[8] Seltener wird eine Gleichsetzung der Šikaläer mit den in ägyptischen Quellen erwähnten Šekeleš erwogen.[9] Bei dem in Ugarit gefundenen Dokument handelt es sich um einen Brief des hethitischen Großkönigs, der vom Stadtpräfekten Ugarits die Überführung eines Manns verlangt, der in die Hand der Šikaläer, „die auf Schiffen leben“, geraten war.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homer, Odyssee 20, 381-384.
  2. Homer Odyssee 24,210; 24,366 24,389.
  3. Thukydides, Der Peloponnesische Krieg 6, 2, 4-5.
  4. Diodor, Bibliothéke historiké 5, 6, 3.
  5. F Gr Hist 556 F 46 (Jacoby); Dionysos von Halikarnassos, Antiquitates Romanae 1, 22, 41.
  6. Manfred Weippert: Historisches Textbuch zum Alten Testament (= Grundrisse zum Alten Testament. Band 10). Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-51693-5, S. 208, Anm. 50.
  7. James H. Breasted: The Ancient records of Egypt. Band IV: The twentieth to the twenty-sixth dynasties. Reissued, Russell & Russell, New York 1962, S. 59.
  8. Edwart Noort: Die Seevolker in Palastina. Kok Pharos, Kampen NL 1994, S. 85 ff.; Robert G. Tykot: Sea Peoples in Etruria? Italian Contacts with the Eastern Mediterranean in the Late Bronze Age. In: Etruscan Studies. Journal of the Etruscan Foundation. Nr. 1, 1994, S. 59–83 (Volltext)
  9. Zuletzt u. a. Olga Tribulato: Language and Linguistic Contact in Ancient Sicily. Cambridge University Press, 2012, ISBN 978-1-107-02931-6, S. 51 (mit weiteren Belegen für diese These)