Silberring von Trichtingen

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Silberring von Trichtingen

Der Silberring von Trichtingen wurde 1928 in Espenlaub bei Trichtingen (Landkreis Rottweil) gefunden. Er wird in die Latènezeit eingeordnet. Es handelt sich um einen Torques, der in seiner äußeren Form allerdings eher einem Armring ähnelt, da er oval ist. Sein äußerer Durchmesser umfasst 29,4 cm, sein innerer 21,6 cm. Der Ring hat eine Öffnung, welche an der engsten Stelle 1,2 cm beträgt. An den Ringenden befindet sich jeweils ein Stierkopf als Zier. Der Halsring hat ein Gewicht von ca. 7 kg. Der Außenbereich besteht zu 949 ‰ aus Silber und zu 38 ‰ aus Gold; es wird vermutet, dass das restliche Material der Legierung Kupfer ist. Der Ring enthält einen Eisenkern. Heute befindet sich der Ring im Landesmuseum Württemberg.

Fundumstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Silberring wurde bei Entwässerungsarbeiten gefunden. Der Ring lag in einer Tiefe von 60 cm schräg in der Erde. Die sofortige Untersuchung der Umgebung ergab keine weiteren Funde, sodass der Silberring von Trichtingen ein Einzelfund geblieben ist. In der Umgebung um den Fundplatz ist des Weiteren eine römische Straße bekannt, welche eine Verbindung zwischen den Kastellen Sulz und Rottweil herstellte.

Besondere Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verzierung des Ringes ist nicht exakt symmetrisch angelegt. Durch seine Musterung wird ein Spiel zwischen Licht und Schatten erzeugt. Die verschiedenen gleichmäßigen Ornamente, welche sich in Streifen über den Ring ziehen, ähneln einem Flechtmuster, erinnern aber auch an eine Schlange, welche sich in einen Halbkreis gelegt hat. Auch die beiden Stierköpfe an den Ringenden tragen individuelle Züge. Es handelt sich bei beiden Darstellungen um Jungtiere, die aber unterschiedlich groß sind.

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Silbering von Trichtingen wird als Opfergabe interpretiert. Hinweise auf ein Heiligtum in der Umgebung gibt es allerdings nicht. Auch wurde nicht untersucht, ob der Ring etwa nur versteckt wurde. Dass er schräg in der Erde gefunden wurde, könnte auch darauf hindeuten, dass es sich um einen Verlustfund handelt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Goessler: Der Silberring von Trichtingen. Festschrift d. Archäolog. Gesellschaft zu Berlin zur Feier d. hundertjähr. Bestehens d. Archäolog. Instituts d. Deutschen Reiches am 21. April 1929. de Gruyter, Berlin 1929, DNB 580880877.
  • Franz Fischer: Studien zum Silberring von Trichtingen. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, ISSN 0071-9897, S. 205 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395011).
  • Franz Fischer: Der Trichtinger Ring in der Forschung. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, S. 206–212 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395020).
  • Peter Eichhorn: Neue technische Untersuchungen am Ring von Trichtingen. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, S. 213–225 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395035).
  • Ulrich Zwicker, E. Grembler, K. Nigge: Untersuchung des Eisenkerns des Trichtinger Ringes. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, S. 226–232 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395046).
  • Ernst-Ludwig Richter: Analytische Untersuchung des Trichtinger Ringes. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, S. 233–234 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395050).
  • Christoph J. Raub: Analytisch-metallographische Untersuchung einer Probe der Silberschicht des Trichtinger Ringes. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, S. 235–240 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395066).
  • Christiane Eluère: Goldringe mit Eisenkern der jüngeren Latènezeit. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg. Bd. 12.1987, S. 241–250 (urn:nbn:de:bsz:16-fbbw-395077).
  • Carola Metzner-Nebelsick: Der Silberring von Trichtingen. In: Harald Olbrich, Gerhard Strauß (Hrsg.): Lexikon der Kunst. Bd. 7. Seemann, Leipzig 1994, S. 406 (urn:nbn:de:bvb:19-epub-6460-6; PDF; 573 kB).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]