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Arae Flaviae

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Schematische Darstellung der militärischen und zivilen Besiedlung Rottweils vom 1. bis zum 3. Jahrhundert

Arae Flaviae (deutsch: „Altäre der Flavier“) war der lateinische Name einer römischen militärisch-zivilen Siedlungsagglomeration aus fünf Kastellen, mindestens einer Zivilsiedlung und mindestens zwei Nekropolen auf dem Gebiet der heutigen baden-württembergischen Kreisstadt Rottweil im gleichnamigen Landkreis am Oberlauf des Neckars. Arae Flaviae wurde in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts errichtet (womit Rottweil heute als älteste Stadt Baden-Württembergs vermarktet wird) und bestand bis gegen die Mitte des dritten Jahrhunderts. In der römischen Antike gehörte sie administrativ zum obergermanischen Heeresbezirk und später zur Römische Provinz Germania superior.

Lage, Quellen und Forschungsgeschichte

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Arae Flaviae als aris flavio auf der Tabula Peutingeriana

Die militärischen und zivilen Siedlungsgebiete verteilen sich auf zwei Bergsporne, die links und rechts des Neckars in nordnordöstliche Richtung vorspringen. Auf dem linken Sporn befindet sich ein großes, „Nikolausfeld“ genanntes Plateau, der rechte, den Flurnamen „Hochmauren“ tragende Sporn ist deutlich schmaler und wird außer vom Neckar im Westen, auf seiner Ostseite durch das Flüsschen Prim eingegrenzt. Da sich ab Rottweil das Neckartal weiter nach Norden hin immer tiefer in die umgebenden Hochflächen einschneidet, bot der Bereich zwischen den beiden Bergspornen eine passable Möglichkeit, den Fluss zu queren.[1] In der römischen Verkehrsgeographie lag der Standort an der wichtigen Kreuzung zweier Fernstraßen. Die von der Rheintalstraße bei Argentorate (Straßburg) über die Kastelle von Offenburg (Kastell Rammersweier Kastell Offenburg und Kastell Zunsweier), das Kinzigtal, das Kastell Waldmössingen und Arae Flaviae zum Kastell Tuttlingen führende und dort die Donausüdstraße erreichende Kinzigtalstraße kreuzte dort die von Sumelocenna über das Kastell Sulz, Arae Flaviae und das Kastell Hüfingen nach Vindonissa (Windisch) führende Trasse (siehe auch Römerstraße Neckar–Alb–Aare).

Der antike Name Arae Flaviae wurde bereits in der Geographike Hyphegesis des Geographen Claudius Ptolemäus und als aris flavio auf der Tabula Peutingeriana verzeichnet, konnte aber erst 1950 durch den Fund einer mit Wachs bezogenen, hölzernen Inschriftentafel sicher mit Rottweil identifiziert werden.[2][3]

Der Jurist und Politiker Johann Baptist Hofer (1759–1838) war der Erste, der 1784 Nachforschungen auf Rottweiler Boden unternahm und dabei auch das Mosaik des Sol entdeckte. Im frühen 19. Jahrhundert wurde diese Suche nach Altertümern dann vor allem von dem Geologen Friedrich von Alberti (1795–1878) betrieben, der um 1831 den „Verein zur Aufsuchung der Alterthümer in der Gegend von Rottweil“, später „Archäologischer Verein zu Rottweil“, den Vorläufer des heutigen „Rottweiler Geschichts- und Altertumsvereins“ begründete.[4] In dieser Epoche des Vormärz wurde 1834 auch das Orpheusmosaik gefunden. Bereits auf beginnendem wissenschaftlich-archäologischen Niveau bewegten sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Untersuchungen durch den Kunstlehrer und Zeichner Oskar Hölder (1832–1894).[5] Das Zeitalter der modernen Archäologie begann dann Anfang des 20. Jahrhunderts mit Peter Goessler (1872–1956)[6] und Gerhard Bersu (1889–1964).[7][1][8]

In der Nachkriegszeit stand die Archäologie infolge der notwendigen Neubebauungen vorrangig im Zeichen der Baubeobachtungen und Notgrabungen. Hierbei wirkten hauptsächlich der Kirchenmann Ludwig Ragg (1911–2002),[9] sowie der umstrittene Denkmalpfleger des Kreises Rottweil, Rudolf Ströbel (1910–1972), der unter anderem eine Thermenanlage nahe der Lorenzkapelle entdeckte. Nahezu unverzichtbar wurde für die gesamte zweite Hälfte des 20. und das beginnende 21. Jahrhundert der Lokalpolitiker und langjährige ehrenamtliche Denkmalpfleger Alfred Danner (1926–2026).[10] Wichtig für die Archäologie in Rottweil war natürlich auch der spätere Gründungsdirektor des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg und langjährige Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart, Dieter Planck (1944–2025), der schon 1975 über Arae Flaviae promoviert wurde.[11] Ferner der Prähistorische Archäologe und Hochschullehrer Hartmann Reim (* 1942), der 1972 die Grabungen in Rottweil leitete, sowie der viel zu früh verstorbene Alfred Rüsch (1938–1983), der von 1974 bis 1983 Ausgrabungsleiter in Rottweil war.[12] Für die jüngere Vergangenheit sind zu nennen: der Goldschmied Thomas Schlipf, der bis 2018 über vier Jahrzehnte lang Grabungstechniker in Rottweil war und heute noch ehrenamtlich tätig ist[13] und C. Sebastian Sommer (1956–2021), der von 1984 bis 2001 als Referent für Provinzialrömische Archäologie im Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg für die Rottweiler Ausgrabungen verantwortlich war.[1]

Archäologische Befunde

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Militärische Anlagen

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Arae Flaviae
Limes ORL 62
Neckar-Odenwald-Limes
Abschnitt Ältere Neckarlinie
Römische Kinzigtalstraße
Datierung (Belegung) I) vespasianisch bis frühdomitianisch
II) domitianisch
bis um 110 ±10
III) ungesichert
IV) ungesichert
V) 70/72 bis 77/79
Typ I) Legions- oder Vexillationslager
II) Auxiliarkastell
III) Vexillationskastell (?)
IV+V) Auxiliarkastelle (?)
Einheit I) Legio XI Claudia[14]
Cohors I Aquitanorum (?)[15]
II) Cohors I Aquitanorum (?)[15]
Cohors III Delmatarum[16]
Cohors II Hispanorum,[17]
Cohors II Aquitanorum (?)[18]
Cohors I Flavia Raetorum[18]
III) Vexillatio der
Legio XI Claudia (?)[14]
IV) und V) unbekannt
Größe I) 426 m × 390 m ≈ 16,6 ha
II) 267,5 m × 214 m ≈ 5,7 ha
III) 215 m × 185 m ≈ 4 ha
IV) 205 m × 135 m ≈ 2,8 ha
V) 147 m × 107 ha ≈ 1,6 ha
Bauweise I) Holz-Erde-Kastell
II) Steinkastell
III) bis V) Holz-Erde-Kastelle
Erhaltungszustand nicht sichtbare Bodendenkmale
Ort Rottweil
Geographische Lage 48° 9′ 41,6″ N, 8° 38′ 18,2″ OKoordinaten: 48° 9′ 41,6″ N, 8° 38′ 18,2″ O
Höhe 584 m ü. NHN
Vorhergehend Kastell Waldmössingen
(ORL 61b, nordwestlich)
Anschließend Kastell Frittlingen
Kastell Tuttlingen
(beide ORL NN,
beide südsüdöstlich)
Rückwärtig Kastell Hüfingen
(ORL 62a, südsüdwestlich)
Vorgelagert Kastell Geislingen/Häsenbühl
(ORL NN, nordöstlich)

Der Ursprung der militärischen Präsenz der Römer auf Rottweiler Gebiet dürfte wohl in vespasianischer Zeit gelegen haben, als um 73/74 u. Z. Gnaeus Pinarius Cornelius Clemens, kaiserlicher Statthalter im Range eines Praetors, die Kinzigtalstraße erbaute, mit der man nach den Erfahrungen des Bataveraufstands und des Vierkaiserjahres den Marschweg von den gallischen zu den donauländischen Provinzen um sieben Tagesmärsche (160 km) verkürzte und gleichzeitig den Grundstein für die Okkupation der agri decumates legte. Der Abzug der römischen Truppen erfolgte dann vermutlich in frühtrajanischer Zeit mit der Errichtung des Neckar-Odenwald-Limes. Vermutlich unter Trajan (98–117) endete um 110 plus/minus 10 Jahre die militärische römische Präsenz in Rottweil. Teile der Militäranlagen wurden dann in die Zivilstadt integriert oder als Baumaterial sekundär verwendet.

Die Nummerierung der folgenden Kastelle erfolgte durch die Ausgräber in der Reihenfolge ihrer Entdeckung und spiegelt insofern nicht die Chronologie ihrer Erbauung wieder. Ihr zeitliches Verhältnis zueinander ist nicht gänzlich geklärt, jedoch erscheint gesichert, dass Kastell I älter ist als Kastell II und Kastell IV älter als Kastell V. Die Kastelle IV und V dürften vermutlich wiederum älter sein als Kastell III.[19]

Kastell I (Legionslager)

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Kastell I war ein großes Lager auf dem „Nikolausfeld“.[20][21] Es bedeckte mit seinem rechteckigen Grundriss von 426 m mal 390 m eine Fläche von rund 16,6 Hektar. Auf seiner südlichen Seite diente ein Doppelgrabensystem als Annäherungshindernis, dessen innerer Spitzgraben sich um das ganze Kastell herumzog. Der äußere Graben war rund fünf Meter breit und zwei Meter tief, der innere Graben hatte bei einer Breite von sieben Metern eine Tiefe von drei Meter aufzuweisen. Hinter dem Graben erhob sich wohl eine Rasensodenmauer, deren Verlauf aber nur noch durch die Spuren der im Abstand von 18 m errichteten Zwischentürme nachvollzogen werden konnte. In den Bereichen der Lagertore wurde nicht gegraben, so dass über deren Strukturen keine Aussagen gemacht werden können. Durch den inneren Aufbau des Kastells wurde aber deutlich, dass dieses mit seiner Praetorialfront nach Osten hin ausgerichtet war. Der Verlauf der Lagerstraßen lässt sich im heutigen Stadtbild noch nachvollziehen. Die Via praetoria (Lagerhauptstraße) entsprach dem Verlauf der „Hoferstraße“, die Via principalis (vordere Lagerquerstraße) lag unter der „Lindenstraße“ und die „Hölderstraße“ zeichnet den Verlauf der Via quintana (hintere Lagerquerstraße) nach.

Beherrscht wurde des Zentrum des Lagers von den beeindruckenden Principia (Kommandantur, Stabsgebäude), die es auf die stolzen Abmessungen von rund 80 m mal 70 m (≈ 5600 m²) brachten. Die Principia wurden im Kreuzungsbereich Hölderstraße/Hoferstraße nachgewiesen, wo sich die Strukturen der rückwärtigen Raumflucht zeigten, die vermutlich zweigeschossig war. Davor befand sich eine wahrscheinlich dreischiffige Basilica. Unmittelbar hinter den Principia stand ein Bauwerk mit Wasserversorgung und Innenhöfen, das als mögliche Fabrica (Werkstatt) angesprochen wurde. Unweit davon erstreckte sich ein rund einhundert Meter langes Gebäude unbestimmter Funktion in nördliche Richtung. Möglicherweise handelte es sich bei diesem Bauwerk um einen Speicherbau. In den „Insulae“ östlich der Via principalis, in der Praetentura sinistra (linker vorderer Lagerteil) und der Praetentura dextra (rechter vorderer Lagerteil), wurden die Häuser der Tribunen vermutet, aber nicht nachgewiesen. Die Mannschaftsbaracken mit ihren Contubernia (Stubengemeinschaften) reihten sich in den Außenbereichen des Kastells aneinander. Sie waren zwischen 63 und 65 Meter lang, 10,5 m breit, enthielten jeweils zwölf Contubernia sowie den Kopfbau des Centurios und waren an ihrer Vorderseite mit Portiken versehen. Die Baracken waren mit den Kopfbauten der Centuriones zur Kastellumwehrung hin ausgerichtet. Jeweils sechs Baracken waren zu Blöcken der einzelnen Kohorten zusammengefasst, von denen vier nachgewiesen und insgesamt zehn vermutet wurden, so dass Platz für mindestens 4800 Soldaten vorhanden war (8 Mann pro Contubernium, mal 10 Stück pro Centurie, mal 6 Baracken pro Kohorte, mal zehn Kohorten). Größe und Struktur legen daher die Stationierung einer Legion nahe.

Kastellthermen auf dem „Nikolausfeld“. Blick vom großen Praefurnium nach Norden

In der Retentura dextra (rechter hinterer Lagerteil) befand sich eine große, ursprünglich symmetrische, mit Apsiden versehene, steinerne Thermenanlage, die nach einigen Diskussionen inzwischen als zeitgleich und planmäßig mit den anderen Gebäuden angelegt interpretiert wird. Untypisch ist, dass sich die Badeanlage innerhalb und nicht außerhalb des Lagers befand und dass sie nicht parallel zu den Kastellachsen ausgerichtet war, sondern in strikter Nord-Süd-Achse. Möglicherweise spielte bei dieser Konstruktion die Berücksichtigung des Sonneneinstrahlwinkels eine Rolle. Das Bad konnte über eine Palästra (Sportanlage) oder durch zwei seitlich angebrachte, rechteckig-längliche Apodyteria (Umkleidebereiche) betreten werden. Möglicherweise vorhandene Wandelhallen und Nebengebäude konnten nicht nachgewiesen werden, da bestimmte Geländebereiche durch bereits in der Antike beginnenden und sich im Mittelalter fortsetzenden Steinraub und Überbauungsmaßnahmen schwere Zerstörungen erlitten hatten. Der rund 45 m lange, zentrale Teil des Baukomplexes bestand aus drei, jeweils 8,9 m mal 11,8 m (≈ 105 m²) großen Räumen, die in Nord-Süd-Richtung hintereinander, dem traditionellen Badeablauf entsprechend, als Frigidarium (Kaltbad), Tepidarium (Laubad) und Caldarium (Heißbad) dienten (sog. Reihenbadtypus). Frigidarium und Caldarium waren mit je einem großen Kalt- beziehungsweise Warmwasserbecken ausgestattet; zahlreiche Nischen in den Wänden des Tepidariums und zwei in den Wänden des Caldariums sprechen für dort aufgestellte, kleinere Labra (Becken oder Schalen). Vom östlichen Apodyterium gelangte man auch in ein Sudatorium (Schwitzbad), das ein eigenes Praefurnium (Befeuerungsstelle) besaß. Darüber hinaus verfügte das Bad über drei weitere Praefurnia. Zwei lagen an der West- und Ostseite der Therme im Anschluss an die Apsidien, das dritte, große Praefurnium mit zwei Heizausgängen nahm die gesamte Südseite der Badeanlage ein. Die Thermen wiesen zahlreiche Umbaumaßnahmen auf, die aber zum größten Teil wohl in die Zeit seiner Nachnutzung im Kastell II zu datieren sind. Die konservierten Grundmauern der Thermenanlage können heute an der Südostecke des Städtischen Friedhofs besichtigt werden.

Aufgrund der Fundzusammensetzung wird als Erbauer und Besatzung die Legio XI Claudia vermutet,[14] entweder gänzlich oder in Teilen als Vexillation von der Cohors I Aquitanorum Biturigum[15] begleitet.[22][23] Die Belegungsdauer wird auf den Zeitraum zwischen der vespasianischen bis hin zur frühdomitianischen Zeit (wahrscheinlich um das Jahr 85) datiert.[23]

Zu einem nicht geklärten Zeitpunkt, der nicht allzu lange nach der Auflassung von Kastell I gelegen haben dürfte, wurde Kastell II in das Zentrum des zwischenzeitlich bis auf die Thermen planierten Geländes des Kastells I gebaut.[20] Das neue Kastell umfasste nur noch 267,5 m mal 214 m (≈ 5,7 ha). Als Annäherungshindernis diente ein einfacher, 6,5 m breiter und zwei Meter tiefer Spitzgraben, hinter dem sich eine nunmehr steinerne und von Zinnen gekrönte Mauer erhob. Diese war mit ebenfalls steinernen Toren, Eck- und Zwischentürmen versehen. Vom Kastellinneren blieb, bedingt durch die oben bereits erwähnten Steinentnahmen und Überbauungen nur wenig erhalten. Die Orientierung des Lagers richtete sich nach den alten Achsen der Via praetoria und Via principalis des Kastells I aus, die erhalten gebliebene Thermenanlage wurde integriert und befand sich nun in der westlichen Kastellecke. Die aus Untersuchungen des 19. Jahrhunderts bekannten Fundamente lassen auf Mannschaftsbaracken von rund 56 Metern Länge und 11 bis 14 m Breite schließen. Aufgrund der Größe des Kastells selbst, sowie die seiner Baracken können Auxiliartruppen als Belegung postuliert werden, vermutlich mehr als nur eine gleichzeitig. Hierfür kommen ausweislich von Inschriftenfunden die Cohors I Aquitanorum Biturigum,[15] die Cohors III Delmatarum,[16] die Cohors II Hispanorum[17] oder aber auch die Cohors II Aquitanorum[18] und die Cohors I Flavia Raetorum[18] in Frage.[20][21][23][24] Für das Ende des Kastells ist auf Grundlage des Fundmaterials ein Terminus post quem in den Jahren 99/100 bestimmt worden. Auf dieser Grundlage ist eine Belegungsdauer bis zum Jahr 110, allerspätestens bis 120 möglich.[23]

Kastell III lag im nördlichen Bereich der Flur „Hochmauren“ zwischen Neckar und Prim und war untypischerweise nach Westen hin ausgerichtet.[25] Dadurch führte die von Vindonissa kommende Fernstraße über die Via principalis (Vordere Lagerquerstraße) quer durch das Lager und die Porta praetoria war auf die Kinzigtalstraße gerichtet. Das Lager hatte einen Grundriss von 215 m mal 185 m, was knapp vier Hektar entspricht.

Als Annäherungshindernis fungierte ein bis zu 8,5 m breiter und 2,6 m tiefer Spitzgraben, der vor den vier Toren jeweils aussetzte. Hinter dem Graben stand auf einer Fundamentierung aus Knüppelrosten eine 3,5 m breite Holz-Erde-Mauer, die mit Rasensoden fixiert und an der Außen- und an der Innenseite mit senkrecht stehenden Pfosten verstärkt war. Diese Pfosten trugen vermutlich auch die Brustwehr. Im Aufgehenden waren – zwischen den beiden Pfostenreihen und quer durch die Erdfüllung führend – zur Stabilisierung Querbalken eingebracht. Im Abstand von 17,5 m war die Umwehrung mit hölzernen Zwischentürmen verstärkt. Bis auf die nur schmale Porta decumana (rückwärtiges Lagertor) waren die mit Türmen verstärkten Tore mit doppelten Durchfahrten ausgestattet. Hinter den Tortürmen gab es Rampen, die den Aufgang zur Mauer ermöglichten.

Im Zentrum der Anlage, dort wo die Via praetoria auf die Via principalis stieß, lagen die 37 m mal 53 m (= 1961 m²) messenden Principia (Kommandantur). Sie bestanden aus einem mit Portiken gesäumten Innenhof, einer sich daran anschließenden Basilika und einer abschließenden Raumflucht mit Büroräumen und dem zentralen Fahnenheiligtum. Im Norden der Principia schloss sich das 29 m mal 54 m große Praetorium (Wohn- und Dienstgebäude des Lagerkommandanten) an, das sich im Stil einer italischen Villa in mehreren Raumfluchten um zwei Innenhöfe (Peristyl und Atrium) gliederte und mit einer nördlich angrenzenden, umzäunten Freifläche, möglicherweise einem Garten, versehen war. Südlich der Principia befand sich ein 32 m mal 40 m (= 1280 m²) messendes Gebäude mit einem Innenhof, das als Fabrica (Werkstätten) angesprochen wurde. Ein weiteres 16 m mal 46 m (= 736 m²) großes, auf Steinsockeln ruhendes Gebäude mit Mittelflur und seitlichen Raumfluchten südlich der Fabrica wurde mit Fug und Recht als Horreum (Getreidespeicher) interpretiert; es wurde auch nach der Auflassung des Kastells weiter benutzt. In der Retentura fanden sich acht paarweise angeordnete Mannschaftsbaracken, deren Länge von 71 Metern und deren Beifunde auf eine Stationierung von Legionssoldaten weisen, möglicherweise der Legio XI Claudia. Die Wasserversorgung des Kastells erfolgte von der Südseite her und führte dann auf zwei verschiedenen Wegen, durch das Südtor und das Osttor in den Innenbereich. In allen zentralen Großgebäuden wurden Reste von Deichelleitungen gefunden. Darüber wurden vermutlich auch die großen Kastellthermen versorgt,[26][27] die westlich außerhalb der Fortifikation lagen und nach dem Abzug von der Zivilbevölkerung noch bis ins dritte Jahrhundert hinein weiter genutzt wurden (siehe weiter unten).

Nach Auswertung des Fundmaterials vermutete Regina Franke, dass das Lager III noch vor dem Kastell I errichtet wurde, aber jünger als Kastell IV ist.[28][29]

Grabstein des Centurio der Cohors I Thracum, L. Valerius Albinus, (flavisch)
FundOrt: Offenburg, Kinzig
AO: Dominikanermuseum, Rottweil

Kastell IV und auch das nachfolgende Kastell V waren in der Flur „Hochmauren“ unter Berücksichtigung der topographischen Gegebenheiten so angelegt, dass ihre Flächen möglichst wenig Höhenunterschiede aufwiesen.[30] Das Kastell IV hatte einen rechteckigen Umfang von 205 m mal 135 m (= knapp 2,8 ha) und war mit seinen Schmalseiten in nordnordöstlicher respektive südsüdwestlicher Richtung orientiert. Auf drei Seiten war es von einem doppelten Spitzgrabensystem umgeben, dessen einzelne Gräben jeweils eine Breite von rund sechs, und eine Tiefe von drei Metern hatten. Der äußere Graben der Nordmauer wies links und rechts des dortigen Tores jeweils eine nach innen ziehende Einbuchtung auf. An der östlichen Seite des Lagers gab es keine Gräben, anscheinend reichte den Erbauern dort der zur Prim hin abfallende Steilhang als natürliches Annäherungshindernis aus. Hinter dem Grabensystem erhob sich eine Rasensodenmauer, die mit hölzernen Wehrtürmen verstärkt war. Aufgrund der Lage der drei Tore folgerte der Archäologe Johannes Lauber eine Ausrichtung des Kastells mit seiner Praetorialfront nach Westen hin, was insofern ungewöhnlich wäre, als dann untypischerweise eine Kastell-Längsseite als Praetorialseite fungiert hätte. Vom Kastellinneren ist bis auf zwei Gräbchen nichts bekannt. Südlich des Lagers wurde durch geophysikalische Messungen noch ein Graben unbekannter Funktion ermittelt, der möglicherweise auf einen Annex als Kastellerweiterung oder -ergänzung weist. Zur Besatzung des Kastells und zu seiner Datierung können keine Aussagen getroffen werden.[31]

Nach einer planmäßigen Auflassung von Kastell IV wurde Kastell V in dessen Innenraum errichtet.[32] Es war deutlich kleiner als sein Vorgänger und maß nur 147 m mal 107 m (≈ 1,6 ha). Anders als Kastell V war Kastell IV nach Norden hin ausgerichtet. Als Annäherungshindernis diente ein Doppelgrabensystem, dessen einzelne Gräben jeweils fünf bis sechs Meter breit und bis zu drei Meter tief waren. Ob der äußere Graben, oder sogar beide Gräben auf der steilen Ostseite aussetzten, kann nicht mehr ermittelt werden, da das Hanggelände stark erodiert ist. Hinter dem Grabensystem lag eine 3,3 m breite Holz-Erde-Mauer; die Pfostensetzungen der inneren und äußeren Holzverschalungen konnten noch nachgewiesen werden. In Abständen zwischen 14 und 19 Metern war die Mauer mit Zwischentürmen verstärkt. Die drei Tore wiesen nur einfache Durchfahrten auf.

Die Straßen im Kastellinneren waren von Portiken gesäumt. Im Zentrum konnten die 28 m mal 31 m (= 868 m²) großen Principia ermittelt werden, hinter denen sich ein größeres, mehrgliedriges Gebäude befand, an das die Via decumana (rückwärtige Lagerstraße) anschloss. Den größten Bereich der Praententua sinistra nahm ein untergliedertes Gebäude mit Innenhöfen ein, das dem Praetorium des Kastells III ähnelte und als solches angesprochen wurde. Die überwiegende restliche Kastellfläche war mit einfachen, fünfräumigen Bauten besetzt, die entweder einzeln standen oder paarweise angeordnet waren. Trotz des völlig untypischen Grundrisses mit nur fünf Räumen konnten diese Bauten nur als Mannschaftsbaracken interpretiert werden. Die Baracken und die anderen Bauwerke wiesen eine nicht datierbare Umbauphase auf, die möglicherweise ein Anzeichen für einen Wechsel der Besatzung darstellen kann. Bislang fehlen aber epigraphische Hinweise auf die hier stationierten Truppen.

Die Wasserversorgung des kleinen Kastells erfolgte von Westen und Süden her über Deichelleitungen, die unter den Lagerstraßen verliefen. Abwasserkanäle fanden sich unter den Hauptstraßen und an der westlichen Via sagularis (Lagerringstraße).

Das Kastell war ausweislich des Fundmaterials nur in der vespasianischen Zeit belegt, von etwa 70/72 bis 77/79 u. Z.[33]

Zivilsiedlungen

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Hypokaustum der vicuszeitlichen Thermen unter der Pelagiuskirche

Fast gleichzeitig mit den Kastellbauten entwickelten sich die Kastellvici. Ein Vicus war das zivile Lagerdorf, das sich bei jeder dauerhaften Garnison entwickelte, in dem die Angehörigen der Soldaten sowie Händler und Handwerker, Gastwirte, Prostituierte und andere Dienstleister lebten (Vicani = Vicusbewohner), die sowohl mit dem stationierten Militär Geschäfte machten, als auch vom Fernhandel profitierten. In Rottweil weisen Bebauungsspuren unter dem Kastell III, sowie südlich von den Kastellen IV und V auf solche Vici, wobei der Kastellvicus des Lagers III, der sich von diesem aus rund 650 m nach Süden erstreckte, die Keimzelle der späteren urbanen Siedlung gewesen sein dürfte. Auch wenn im Allgemeinen die Spuren der Kastellvici nur schwer großflächig zu fassen waren, da sie von den späteren städtischen Gebäuden überschnitten wurden, fanden sich ihre Spuren dennoch zwischen und unter den Siedlungsbauten der späteren Zeit. Die Bebauung erfolgte in der Form der typischen, langgestreckten Streifenhäuser in Fachwerkbauweise, die meist durch Schwellbalken, seltener durch Pfosten stabilisiert wurden. Keller gehörten nicht zur Standardausstattung, jedoch konnten in den rückwärtigen Freigeländen der Grundstücke Gruben und Brunnen identifiziert werden. Das unter der Kirche St. Pelagius entdeckte Hypokaustum gehörte vermutlich zu den großen Kastellthermen des Lagers III,[26][34] die nach dem Abzug der Truppen von der Zivilbevölkerung weiter genutzt wurden. Kastellthermen konnten in der Regel von den Soldaten kostenlos, von den Vicani gegen geringe Gebühr genutzt werden. Ein östlich dieser Thermen gelegener, großer geschotterter Platz mit einem daran angrenzenden, möglicherweise mehrflügeligem Holzgebäude, zwischen Thermen und Kastell, kann vielleicht als Marktplatz angesprochen werden.[35] Er scheint auch in der spätereren Zeit des Municipiums noch genutzt und ausgebaut worden zu sein.[36]

Städtisch geprägte Siedlung / Municipium

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Möglicherweise bereits in vespasianischer Zeit, spätestens jedoch während der Regierungszeit des Kaisers Trajan (98–117) fand die Erhebung der Siedlung zum Municipium Arae Flaviae statt. Es wurde zum Hauptort einer namentlich nicht bekannten Civitas und besaß als einzige bislang bekannte römische Stadt im heutigen Baden-Württemberg die privilegierte Rechtsstellung eines Municipiums. Diese brachte es mit sich, dass die Kommune eine autonome Verwaltungseinheit im Rahmen des römischen Rechts war, die kommunale Belange (wie Rechtsprechung, Verkehrswesen, Ordnungsangelegenheiten, Aufsicht über Märkte, Straßen und Plätze) durch eigene Magistrate (Decuriones) selbst organisierte und verwaltete. Jedes Mitglied im Rat der Stadt erhielt zum Ende seiner ehrenamtlichen Dienstzeit das begehrte römische Bürgerrecht.

Wachstafel des Jahres 186
AO: Dominikanermuseum, Rottweil; (hier: Kopie im Römermuseum Osterburken)
Schmelztiegel und Gussformen eines antiken Geldfälschers
(Ende 2./Anfang 3. Jh.)
AO: Dominikanermuseum, Rottweil

Erst im Jahre 1950 konnte das antike Arae Flaviae durch einen außergewöhnlichen Inschriftenfund mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit Rottweil identifiziert werden. Auf der hölzernen, ehemals mit Wachs bezogenen Tafel eines römischen Gerichtsdiploms[2] waren die Worte actum municipio Aris (deutsch: „ausgestellt im Municipium Arae“) entzifferbar, die sich durch das nicht mehr vorhandene Wachs in das Holz gedrückt hatten. Das Täfelchen wurde bei der Ausgrabung eines römischen Brunnen unter dem Hause „Flavierstraße 1“[37] in Rottweil-Altstadt gefunden und datiert genau auf den 4. August 186.[38][39] Darin beurkundet der Gerichtsschreiber, dass an diesem Tage ein Prozess vor dem Legaten Marcus Iuventius Caesianus als Gerichtsvorsitzendem in Arae Flaviae geführt worden war.[39]

Der Name Arae Flaviae (deutsch: Altäre der Flavier) deutet darauf hin, dass der Ort ein regionales Zentrum des Kaiserkultes der flavischen Dynastie und der Zentralort des neu eroberten Gebietes zwischen Rhein und Donau werden sollte. Jedoch verlor die Siedlung ihre bevorzugte strategische Funktion bereits nach relativ kurzer Zeit, als die Truppen abgezogen wurden (siehe oben), und blieb daher (ungeachtet der Größe und Pracht der in der Gründungszeit errichteten öffentlichen Gebäude) letztlich eine Kleinstadt. Dennoch war Arae Flaviae mit seiner Fläche von rund 18 Hektar – wenngleich klein im Vergleich zu Städten wie der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) oder Mogontiacum (Mainz) – eine der größten römischen Siedlungen im Dekumatland und ihr Stadtbild war von repräsentativen Bauten und Betrieben geprägt, die für eine gewisse Prosperität sprechen. Neben großen Gebäudekomplexen mit bis zu 80 m Länge entlang der großen Straßen legten die Archäologen Handwerksbetriebe mit Kalkbrennöfen, Eisenschmelzen, Töpfereien und anderem Gewerbe frei. Im Stadtzentrum wurden die meisten Häuser aus Stein errichtet, wie es im Mittelmeerraum üblich war, am Stadtrand hingegen dominierte die für die nordwestlichen Provinzen typische Fachwerkbauweise.[40] Die römische Hauptsiedlung gruppierte sich in den heutigen Fluren „Hochmauren“ und „Kapellenösch“ um zwei durch mehrere Gassen verbundene Hauptstraßen, zum einen die Fernstraße, zum anderen eine später westlich von dieser angelegte, parallel verlaufende Prachtstraße, an der mehrere repräsentative Gebäude lagen. Im Osten schloss sich im Süden einer dritten Parallelstraße ein Tempelbezirk an, zu dem unter anderem drei gallorömische Umgangstempel gehörten.[41] Am östlichen Rand der Stadt, am Hang zur Prim, gab es auch ein szenisches Theater, dessen Spuren jedoch weitestgehend beim Bau einer Bahntrasse im 19. Jh. zerstört wurden. Nach der Auflassung der Kastelle I und II wurde auch die linke Neckarseite auf dem „Nikolausfeld“ partiell zivil besiedelt. Auch in der politisch unruhiger und militärisch instabiler werdenden ersten Hälfte des 3. Jahrhunderts wurde der Ort nicht befestigt. Der Rückgang an Funden und der Fund von Werkzeugen einer Geldfälscherwerkstatt[42] weisen jedoch auf die Instabilität dieser Zeit. Nachdem die römischen Truppen um das Jahr 260 das Dekumatland geräumt hatten („Limesfall“), ging auch Arae Flaviae verloren. Vermutlich existierte eine deutlich reduzierte Siedlung mit der romanisierten Bevölkerung noch einige Zeit weiter.[43][44][45]

Die Zivilsiedlung erstreckte sich über eine Länge von knapp einem Kilometer, eine Breite von bis zu 300 m und war blockartig gegliedert. Die Blöcke waren auf die Fernstraße und die Parallelstraße ausgerichtet, ohne dass man jedoch von einer echten, planmäßige angelegten Insulastruktur sprechen kann. Die wichtigsten Strukturen des Municipiums seien im Folgenden dargestellt (im Wesentlichen von Nord nach Süd), ohne dabei Vollständigkeit anzustreben:

Mansio C

Am nördlichen Rand der Siedlung, im östlichen Bereich des aufgelassenen Kastells III, unterhalb und südlich des ehemaligen „Hofgutes Hochmauren“, im Bereich der heutigen „Alemannenstraße“ wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts eine mehrgliedrige große Anlage aus drei Gebäudeienheiten entdeckt und zunächst als „Villa A“ bezeichnet.[46] Die Anlage hatte insgesamt eine Ausdehnung von 46 × 54 m (= 4284 m²). Dazu gehört die eigentliche Mansio (Rasthaus und Pferdewächselstation mit Speiseräumen und Gästezimmern, Ställen und Wagenabstellplätzen), sowie ein großer, länglicher Magazinbau und ein separates Thermengebäude.[47][43]

Thermen

Als Thermen dienten die Kastellthermen des alten Vicus, die nach dem Anzug der Truppen von der Zivilbevölkerung weiterhin genutzt und ausgebaut wurden.[26] Deren Hypokaustanlage wurde unter der Pelagiuskirche gefunden, konserviert und kann heute besichtigt werden.[27] Bemerkenswert ist die Suspensura, deren Träger nicht aus den üblichen Ziegelplatten, sondern aus großen Sandsteinblöcken bestehen.[43][48]

(Zum zwischen den Thermen und dem aufgelassenen Kastell III gelegenen, mutmaßlichen Marktplatz siehe weiter oben im Abschnitt Kastellvici.[35][36])

Speichergebäude J/K

Das ehemalige Horreum (Getreidespeicher) an der südwestlichen Ecke des aufgelassenen Kastells III (heute auf dem Gelände der „Römerschule Rottweil“)[49] wurde weiterbenutzt und vielleicht zu einer Markthalle umfunktioniert.[43]

Gebäudekomplex M

Langandauernder Ausgrabungen und aufwändiger Untersuchungen bedurfte der „Gebäudekomplex M“, der bereits im zentralen Bereich der Siedlung (heute auf dem Gelände der „Turn- und Festhalle Rottweil-Altstadt“) lag und sich in verschiedene Gebäude gliederte.[50] Bei diesen Bauwerken handelte es sich um Villae urbanae, Villen vom italischen Typ, deren Räume sich um ein Atrium und ein Peristyl reihten.[43][45]

Forum-Basilika-Komplex A

Der so genannte „Forum-Basilika-Komplex A“ ist eine 100 m mal 60 m (= 6000 m²) große, auf die römische Fernstraße ausgerichtete, insulaartige Baufläche im Zentrum der römischen Stadt. Im heutigen Siedlungsbild befindet die Fläche sich etwa zwischen „Römerstraße“ und nördlichem Kopf der „Flavierstraße“.[51] Die Größe und der auffallend symmetrischer Grundriss wiesen auf ein repräsentatives öffentliches Gebäude hin. Westlich der römischen Fernstraße befand sich hinter einer Säulenreihe ein von Portiken umgebener und von Raumfluchten flankierter Hof (das mutmaßliche Forum). Im Westen wurde der Komplex von einer 14 Meter breiten Basilika mit einem zentralen, zum Neckarhang gerichtetem, rechteckigen Anbau abgeschlossen. In späteren Bauphasen wurde die Basilika in den Hof hinein verbreitert und ihre Schmalseiten mit Apsiden versehen. Möglicherweise gehörte der auf der anderen, östlichen Seite der Fernstraße liegende, sogenannte „Baukörper H“ (sog. „Sol-Villa“, siehe unten) mit zu diesem Komplex.[43]

Orpheusmosaik
(Ende 2. Jahrhundert)
AO: Dominikanermuseum, Rottweil
Fragmente des Sol-Mosaiks (Ende 2. Jahrhundert)
AO: Dominikanermuseum, Rottweil
Baukörper H („Sol-Villa“)

Östlich der Fernstraße, gegenüber dem „Forum-Basilika-Komplex A“ gelegen und möglicherweise zu diesem gehörend, befindet sich der „Baukörper H“ (heute im Kopfbereich der „Flavierstraße“).[52] Die einzelnen Räume waren um einen großen Innenhof gegliedert. Der Befund wird auch als „Sol-Villa“ bezeichnet, weil er der Fundort des Sol-Mosaiks vom Ende des zweiten Jahrhunderts war. Außer dem Solmosaik wurden 2014 im Gartenbereich des Gebäudes neben einer Säulenbasis auch die Bruchstücke einer unterlebensgroßen Herkulesstatue gefunden. Die Stücke konnten wieder zusammengesetzt und im Dominikanermuseum ausgestellt werden.[53][43]

„Orpheusvilla“ D

Unmittelbar südlich des „Forum-Basilika-Komplexes A“ liegt das mit einer Fläche von rund 2500 m² sehr großzügig dimensionierte Baugelände der sogenannten „Orpheusvilla“ (heute im Bereich östlich der „Römerstraße“/westlich der „Flavierstraße“).[54] Ihre Bezeichnung rührt von dem dort entdeckten Orpheusmosaik, dem wohl bekanntesten, Ende des zweiten Jahrhunderts entstandenen römischen Fundes aus Rottweil, der den von Tieren umgebenen Orpheus darstellt. Dieses Mosaik, aber auch der aufwändige Wandverputz des Gebäudes weisen auf einen sehr hohen Lebensstandard. Es ist jedoch bislang nicht geklärt, ob es sich bei dem vielgliedrigen Bauwerk um ein privates oder ein öffentliches Gebäude handelte.[43][55]

Tempelkomplex B/E und Theater

Am östlichen Stadtrand, nahe dem Hang zur Prim, befand sich ein Tempelbezirk mit Gallo-römischem Umgangstempel (heute im mittleren Bereich der „Oswald-Klein-Straße“).[56] Der eigentliche Tempelbau lag im Zentrum eines großen Hofes, der von Portiken gesäumt war, die mehrere Umbauphasen aufwiesen. Etwas weiter südlich befand sich ein weiteres Tempelgebäude, dessen Ostwestachse zu dem am Primhang gelegenen, schon im 19. Jahrhundert bei Bahnarbeiten nahezu völlig abgegangenen szenischen Theater der Stadt zeigte. Sitzstufen des Theaters mit den Namensinschriften der Besitzer, des Augustalen Sapronius[57][58] und des Lucius Pervincius Saturninius[59][60] können im Dominikanermuseum besichtigt werden.[43]

Großgebäude F und Gebäudekomplex G

Einige breitere Parzellen für groß- und vielräumige Bauwerke, nicht ganz so groß wie Gebäudekomplex M, aber strukturell diesem entsprechend fanden sich am südlichen Rand der Siedlung (heute östlich der „Römerstraße“ und südlich der „Flavierstraße“).[61][62][43]

Tempelbezirk N

Den südlichen Rand des Municipiums bildete ein Tempelbezirk (heute zwischen den Betriebsarealen eines Anbieters für Sonnenschutzbauteile[63] und eines großen Automobilzulieferers).[41] Der Bezirk umfasste mindestens drei Gallo-römische Umgangstempel, der Kernbau des größten von ihnen maß rund 20 Meter im Quadrat. Südlich des Tempelbezirkes schloss ein großes Gräberfeld an.[43]

Arae Flaviae hatte vermutlich zwei Nekropolen rechts des Neckars, jeweils am nördlichen und südlichen Ende der Zivilsiedlung, neben der Fernstraße von Sumelocenna nach Vindonissa. Die nördliche Nekropole ist nur unzulänglich bekannt, man weiß nur von einzelnen Gräbern, die in den 1880er Jahren entdeckt wurden. Zudem sind die Grabinventare verschollen. Das südliche Gräberfeld in der Flur „Kapellenösch“ hingegen ist durch baubegleitende Ausgrabungen in den Jahren 1978 bis 2001 gut erforscht.[64] Es erstreckte sich auf einer Länge von 200 Metern östlich der Fernstraße. Im heutigen Siedlungsbild befindet sich die Fundstelle im Bereich des Parkplatzes des Zweigwerkes eines großen Automilzulieferers. Rund 500 Gräber konnten dort untersucht und ihre Inventare geborgen werden. Bei den Grablegen handelte es sich zu 89 % um Ustrina-Bestattungen, bei denen die Toten an einem zentralen Verbrennungsplatz, dem Ustrinatum, kremiert wurden, und dann die Asche in Urnen, Leinensäckchen oder lose in die Grabstelle verbracht wurden. Bei nur 4 % der Gräber handelte es sich um Busta. Bei einer Bustumbestattung wurde ein Scheiterhaufen unmittelbar über dem Grab errichtet und verbrannt, bis der Brandschutt in die Grabgrube fiel. Körpergräber machten 7 % aus, wovon die Hälfte auf Kinderbestattungen entfiel. Die Belegung des Gräberfeldes begann in frühflavischer Zeit und setzte sich bis ins späte 2. oder frühe 3. Jahrhundert fort. Bemerkenswerte Befunde waren ein Grab mit 17 Terra sigillata Gefäßen, eines mit vielen Terracotta-Figürchen und eines mit einer dachförmigen Abdeckung aus Ziegelplatten.[65][66]

Fragliche Siedlungskontinuität

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Eine Siedlungskontinuität zwischen der römischen und der frühmittelalterlichen Stadt lässt sich archäologisch, linguistisch und historiographisch nicht nachweisen, auch wenn es einige Indizien dafür geben mag.[67] Auch ist das Zentrum des heutigen Rottweils rund zwei Kilometer vom Zentrum der antiken Stadt entfernt. Erst für das Jahr 771 ist an diesem Ort mit dem Königshof „Rotuvilla“ („Rotunvilla“ 789) wieder eine Ansiedlung bezeugt.[68] Die einzigen, räumlich und zeitlich begrenzten Spuren der Übergangszeit stammen aus der Zeit der Merowinger und bestehen aus Gräbern im nördlichen Bereich der Flur „Hochmauren“, möglichen Siedlungsspuren um St. Pelagius und einem reich ausgestatteten Kriegergrab im Bereich des südlichen Gräberfeldes.[43]

Fundmaterial, Fundverbleib und Präsentation, Denkmalschutz

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Dominikanermuseum Rottweil
(Zustand 2012)

Das Fundmaterial aus den Grabungen in Arae Flaviae befindet sich im Dominikanermuseum Rottweil und wird dort auf 600 m² Ausstellungsfläche präsentiert.[69] Neben den „Highlights“ des Orpheusmosaiks[54][55], des Sol-Mosaiks, der Herkulesstatue[53] und der Schreibtafel mit der Erwähnung des Namens der Stadt[2][39] befinden sich dort auch hochwertige Gläser und Terra sigillata, Münzen, Schmuck, Kosmetikutensilien, medizinische Instrumente, ein funktionstüchtiges Labrum, Teile eines Hypokaustums, Reste eines Sattels und gestempelte Ziegel, welche die verschiedenen, in Rottweil stationierten römischen Militäreinheiten dokumentieren sowie der Schmelztiegel und die Gussformen aus der Werkstatt eines Falschmünzers.[42] Überregional bekannt sind die beiden Mosaiken, das Sol- und das Orpheus-Mosaik. Sie sind von hoher Qualität und wurden wahrscheinlich nicht von lokalen Künstlern, sondern von auswärtigen Spezialisten angefertigt – ein Zeichen für den relativen Wohlstand der kleinen Siedlung.[48][70][71][72][73]

Die Stadt Rottweil und der 2016 gegründete Bürgerverein Altstadt-Rottweil e. V. haben einen Rundweg, den sogenannten „Römerpfad“ angelegt, der auf insgesamt rund 1,4 km Länge an sechs wichtigen Punkten der ehemaligen römischen Stadt vorbei führt und diese mit Infotafeln und großformatigen Bildern erläutert.[74][75] Überregional ist Arae Flaviae durch die „Römerstraße Neckar–Alb–Aare“ touristisch erschlossen.

Die römischen Fundstellen von Rottweil sind Kulturdenkmale nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes Baden-Württemberg (DSchG). Nachforschungen und gezieltes Sammeln von Funden sind genehmigungspflichtig, Zufallsfunde sind an die Denkmalbehörden zu melden.

  • Rudolf Egger: Die Wachstafel von Rottweil. In: Germania, Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Band 36, 1958, S. 373–385 (Digitalisat).
  • Robert Fecher, Eva Burger-Heinrich: Arae Flaviae VII. Die römischen Gräberfelder von Rottweil. Mit einem Beitrag von Eva Burger-Heinrich: Das römische Gräberfeld „Kapellenösch“. Die anthropologischen Befunde (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 115). 2 Teilbände, ISBN 978-3-8062-2344-6.
  • Regina Franke: Arae Flaviae V. Die Kastelle I und II von Arae Flaviae/Rottweil und die römische Okkupation des oberen Neckargebietes (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 93). Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1787-4.
  • Augusta Hönle: Orpheus in Arae Flaviae. Ein Beitrag zur Geschichte von Arae Flaviae. Stadtarchiv Rottweil, Rottweil 2005, ISBN 3-928873-29-6.
  • Martin Kemkes, Martina Meyr: Römisches Rottweil. Arae Flaviae. Führer durch die Ausstellung des Dominikanermuseums Rottweil. Dominikanermuseum Rottweil, Rottweil 2015, ISBN 978-3-00-050381-8.
  • Margot Klee: Arae Flaviae III. Der Nordvicus von Arae Flaviae. Neue Untersuchungen am nördlichen Stadtrand des römischen Rottweil (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 18). Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0770-4.
  • Margot Klee, Mostefa Kokabi, Elisabeth Nuber: Arae Flaviae IV. Die Thermen auf dem Nikolausfeld. Viehhaltung und Jagd im römischen Rottweil. Die antiken Münzen aus Rottweil (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 28). Theiss, Stuttgart 1988, ISBN 3-8062-0787-9.
  • Mostefa Kokabi: Arae Flaviae II. Viehhaltung und Jagd im römischen Rottweil. Mit Beiträgen von Alfred Rüsch und Gerhard Falkner (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 13). Theiss, Stuttgart 1980, ISBN 3-8062-0763-1.
  • Johannes Lauber: Arae Flaviae VI. Der Gebäudekomplex M von Rottweil. Studien zur Entwicklung eines innerstädtischen Siedlungsareals (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 114). Theiss, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-8062-2343-9.
  • Hans Ulrich Nuber: Eine Zaubertafel aus Schramberg-Waldmössingen, Kreis Rottweil. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg, Band 9, 1984, S. 377–384 (Digitalisat).
  • Dieter Planck: Konservierung eines römischen Bades in Rottweil. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Jahrgang 1, Heft 1, 1972, S. 39–42 (Digitalisat).
  • Dieter Planck: Arae Flaviae I. Neue Untersuchungen zur Geschichte des römischen Rottweil (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 6). 2 Teilbände, Müller und Gräff, Stuttgart 1975, ISBN 3-87532-061-1 (Teilband 1) und ISBN 3-87532-062-X (Teilband 2).
  • Dieter Planck: Rottweil (RW). In: Philipp Filtzinger, Dieter Planck, Bernhard Cämmerer (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart/Aalen 1986³, ISBN 3-8062-0287-7, S. 521–534.
  • Alfred Rüsch: Ausgrabungen im römischen Rottweil. In: Archäologische Nachrichten aus Baden, Band 14, 1975, S. 21–30 (Digitalisat).
  • Alfred Rüsch: Die Ausgrabungen im römischen Rottweil. In: Archäologische Nachrichten aus Baden, Band 22, 1979, S. 36–50 (Digitalisat).
  • Alfred Rüsch (Bearb.): Mvnicipivm (Municipium) Arae Flaviae. Archäologischer Plan des römischen Rottweil. 2., aktualisierte Ausgabe, Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Stuttgart 2004.
  • C. Sebastian Sommer: MVNICIPIVM ARAE FLAVIAE – Militärisches und ziviles Zentrum im rechtsrheinischen Obergermanien. Das römische Rottweil im Licht neuerer Ausgrabungen. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission Band 73, 1992, S. 269–313 (Digitalisat).
  • C. Sebastian Sommer: Vom Kastell zum Municipium. Zur Struktur von Arae Flaviae. In: Norbert Hanel, Caty Schucany (Hrsg.): Colonia - municipium - vicus. Struktur und Entwicklung städtischer Siedlungen in Noricum, Rätien und Obergermanien. Beiträge der Arbeitsgemeinschaft ‘Römische Archäologie‘ bei der Tagung des West- und Süddeutschen Verbandes der Altertumsforschung in Wien 21.-23.5.1997. (= BAR International Series 783). BAR Publishing, Oxford 1999, ISBN 978-1-84171-003-7, S. 59–63 (Digitalisat).
  • C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm, Robert Fecher: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302.
  • Juliane C. Wilmanns: Die Doppelurkunde von Rottweil und ihr Beitrag zum Städtewesen in Obergermanien. In: Epigraphische Studien, Band 12, 1981, S. 1–182.

Ältere Literatur

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 292.
  2. 1 2 3 Wachstafel: AE 1956, 00090
  3. ↑ Rudolf Egger: Die Wachstafel von Rottweil. In: Germania, Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Band 36, 1958, S. 373–385 (Digitalisat).
  4. ↑ Offizielle Webpräsenz des Rottweiler Geschichts- und Altertumsvereins, abgerufen am 14. Mai 2026.
  5. ↑ Oskar Hölder: Die Römischen Thongefässe der Altertumssammlung in Rottweil. Kohlhammer, Stuttgart 1889 (Digitalisat).
  6. ↑ Peter Goessler: Das römische Rottweil. Hauptsächlich auf Grund der Ausgrabungen vom Herbst 1906. Metzler, Stuttgart 1907.
  7. ↑ Gerhard Bersu: Rottweil. In: Fundberichte aus Schwaben, Band 21 (1913), Schweitzerbart'sche, Stuttgart 1914, S. 73–81 (Digitalisat).
  8. ↑ Herbert Nesselhauf, Hans Lieb: Dritter Nachtrag zu CIL XIII. Inschriften aus den germanischen Provinzen und dem Treverergebiet. In: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission, Band 40 1959, 1960, S. 170–172 (Digitalisat).
  9. ↑ Ludwig Ragg: Die Pelagiuskirche in Rottweil-Altstadt und ihr Kirchenpatron Pelagius. Eine kirchen- und baugeschichtliche Betrachtung. Rottweil 1987²
  10. ↑ Das „Gedächtnis Oberndorfs“ Alfred Danner feiert 100. Geburtstag im „Schwarzwälder Boten“ vom 20. Februar 20126, abgerufen am 14. Mai 2026.
  11. ↑ Dieter Planck: Arae Flaviae I. Neue Untersuchungen zur Geschichte des römischen Rottweil (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 6). 2 Teilbände, Müller und Gräff, Stuttgart 1975, ISBN 3-87532-061-1 und ISBN 3-87532-062-X (Dissertation).
  12. ↑ Christoph Unz: Personalia. Alfred Rüsch †. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Band 13, Heft 2, 1984, S. 84 (Digitalisat)
  13. ↑ Personalia.Thomas Schlipf. In Denkmalpflege in Baden-Württemberg, Band 48, Heft 1, 2019, S. 63 (Digitalisat).
  14. 1 2 3 Legio XI Claudia - Inschrift HD045004 der Epigraphischen Datenbank Heidelberg
  15. 1 2 3 4 Cohors I Aquitanorum Biturigum - Inschrift HD045005 der Epigraphischen Datenbank Heidelberg
  16. 1 2 Cohors III Delmatarum - Inschriften AE 2022, 00975, HD010726, HD036773, HD045006
  17. 1 2 Cohors II Hispanorum - Inschrift HD067474 der Epigraphischen Datenbank Heidelberg
  18. 1 2 3 4 Philipp Filtzinger: Die Römer in Baden-Württemberg auf publikationen.uni-tuebingen.de, abgerufen am 15. Mai 2026.
  19. ↑ C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 292–293.
  20. 1 2 3 Kastelle I und II weitläufig um 48° 9′ 43,5″ N, 8° 38′ 26″ O
  21. 1 2 Thermen der Kastelle I und II bei 48° 9′ 42,7″ N, 8° 38′ 20,5″ O
  22. ↑ C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 293–295.
  23. 1 2 3 4 Regina Franke: Arae Flaviae V. Die Kastelle I und II von Arae Flaviae/Rottweil und die römische Okkupation des oberen Neckargebietes (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 93). Theiss, Stuttgart 2003, ISBN 3-8062-1787-4.
  24. ↑ C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 295.
  25. ↑ Kastell III weitläufig um 48° 9′ 30,8″ N, 8° 38′ 46,8″ O
  26. 1 2 3 Thermen des Kastells III bei 48° 9′ 29,4″ N, 8° 38′ 39,35″ O
  27. 1 2 Römisches Bad unter St. Pelagius auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Rottweil, abgerufen am 18. Mai 2026.
  28. ↑ C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 295 f.
  29. ↑ C. Sebastian Sommer: Vom Kastell zum Municipium. Zur Struktur von Arae Flaviae. In: Norbert Hanel, Caty Schucany (Hrsg.): Colonia - municipium - vicus. Struktur und Entwicklung städtischer Siedlungen in Noricum, Rätien und Obergermanien. Beiträge der Arbeitsgemeinschaft ‘Römische Archäologie‘ bei der Tagung des West- und Süddeutschen Verbandes der Altertumsforschung in Wien 21.-23.5.1997. (= BAR International Series 783). BAR Publishing, Oxford 1999, ISBN 978-1-84171-003-7, S. 59–63 (Digitalisat).
  30. ↑ Kastell IV weitläufig um 48° 9′ 23″ N, 8° 38′ 46″ O
  31. ↑ C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 296.
  32. ↑ Kastell V weitläufig um 48° 9′ 23″ N, 8° 38′ 46″ O
  33. ↑ C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 296 f.
  34. ↑ Römisches Bad unter St. Pelagius auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Rottweil, abgerufen am 18. Mai 2026.
  35. 1 2 Marktplatz weitläufig um 48° 9′ 29″ N, 8° 38′ 41″ O
  36. 1 2 C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 297 f.
  37. ↑ Fundort der Wachstafel: 48° 9′ 17,05″ N, 8° 38′ 35,3″ O
  38. ↑ Wachstafelinschrift HD006699 der Epigraphischen Datenbank Heidelberg
  39. 1 2 3 Zu der Tafel ausführlich Juliane C. Wilmanns: Die Doppelurkunde von Rottweil und ihr Beitrag zum Städtewesen in Obergermanien. In: Epigraphische Studien. Band 12, 1981, S. 1–182.
  40. ↑ Vgl. Klaus Kortüm: Städte und kleinstädtische Siedlungen. In: Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg (Hrsg.): Imperium Romanum. Roms Provinzen an Neckar, Rhein und Donau. Theiss, Stuttgart 2005, S. 154–164.
  41. 1 2 Tempelbezirk weitläufig um 48° 9′ 11,5″ N, 8° 38′ 38″ O
  42. 1 2 Siehe auch: Markus Peter: Von Betrug bis Ersatzkleingeld. Falschmünzerei in römischer Zeit. In: Marcus Reuter, Romina Schiavone (Hrsg.): Gefährliches Pflaster Kriminalität im Römischen Reich. (= Xantener Berichte, Band 21). Zabern, Mainz 2011, ISBN 978-3-8053-4393-0, S. 106–119 (Digitalisat)
  43. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 C. Sebastian Sommer, Klaus Kortüm: Rottweil (RW). In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 298–301.
  44. ↑ Margot Klee: Arae Flaviae III. Der Nordvicus von Arae Flaviae. Neue Untersuchungen am nördlichen Stadtrand des römischen Rottweil (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 18). Theiss, Stuttgart 1986, ISBN 3-8062-0770-4.
  45. 1 2 Johannes Lauber: Arae Flaviae VI. Der Gebäudekomplex M von Rottweil. Studien zur Entwicklung eines innerstädtischen Siedlungsareals (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 114). Theiss, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-8062-2343-9.
  46. ↑ Mansio C um 48° 9′ 30,25″ N, 8° 38′ 52,5″ O
  47. ↑ Thermen der Mansio um 48° 9′ 28,55″ N, 8° 38′ 50,55″ O
  48. 1 2 Römisches Bad unter der Pelagiuskirche auf roemer-tour.de, abgerufen am 13. Mai 2026.
  49. ↑ Speichergebäude J/K um 48° 9′ 27″ N, 8° 38′ 44″ O
  50. ↑ Gebäudekomplex M weitläufig um 48° 9′ 24″ N, 8° 38′ 42″ O
  51. ↑ Forum-Basilika-Komplex A um 48° 9′ 19,9″ N, 8° 38′ 37,9″ O
  52. ↑ Baukörper H um 48° 9′ 19″ N, 8° 38′ 39″ O
  53. 1 2 Martin Kemkes: Eine Herkulesstatue aus der Sol-Villa im römischen Rottweil, auf stiftung-landesarchaeologie.de, abgerufen am 19. Mai 2026.
  54. 1 2 Orpheusvilla D um 48° 9′ 18,5″ N, 8° 38′ 35,6″ O
  55. 1 2 Augusta Hönle: Orpheus in Arae Flaviae. Ein Beitrag zur Geschichte von Arae Flaviae. Stadtarchiv Rottweil, Rottweil 2005, ISBN 3-928873-29-6.
  56. ↑ Tempelkomplex B um 48° 9′ 18,5″ N, 8° 38′ 42,5″ O
  57. ↑ Sitzstufe des Theaters mit der Inschrift 19612 auf „Ubi Erat Lupa“ – Bilddatenbank zu antiken Steindenkmälern.
  58. ↑ Inschrift HD036698 in der Epigraphischen Datenbank Heidelberg.
  59. ↑ Sitzstufe des Theaters mit der Inschrift 19614 auf „Ubi Erat Lupa“ – Bilddatenbank zu antiken Steindenkmälern.
  60. ↑ Inschrift HD036699 in der Epigraphischen Datenbank Heidelberg.
  61. ↑ Großgebäude F um 48° 9′ 15,5″ N, 8° 38′ 37″ O
  62. ↑ Gebäudekomplex G um 48° 9′ 15,7″ N, 8° 38′ 35,4″ O
  63. ↑ Webpräsenz der Günthner GmbH & Co. KG, abgerufen am 19. Mai 2026.
  64. ↑ Gräberfeld Kapellenösch weitläufig um 48° 8′ 59″ N, 8° 38′ 36″ O
  65. ↑ Robert Fecher: Rottweil (RW). Gräberfelder. In: Dieter Planck (Hrsg.): Die Römer in Baden-Württemberg. Theiss, Stuttgart 2005, ISBN 3-8062-1555-3, S. 292–302, hier: S. 301 f.
  66. ↑ Robert Fecher, Eva Burger-Heinrich: Arae Flaviae VII. Die römischen Gräberfelder von Rottweil. (= Forschungen und Berichte zur Vor- und Frühgeschichte in Baden-Württemberg. Band 115), 2 Teilbände, ISBN 978-3-8062-2344-6.
  67. ↑ Rottweil - Altgemeinde auf leo-bw.de, abgerufen am 13. Mai 2026.
  68. ↑ Peter Schmidt-Thome: Der ehemalige Königshof in Rottweil auf leo-bw.de, abgerufen am 13. Mai 2026.
  69. ↑ Standort des Dominikanermuseums bei 48° 10′ 9,1″ N, 8° 37′ 34″ O
  70. ↑ Martin Kemkes, Martina Meyr: Römisches Rottweil. Arae Flaviae. Führer durch die Ausstellung des Dominikanermuseums Rottweil. Dominikanermuseum Rottweil, Rottweil 2015, ISBN 978-3-00-050381-8.
  71. ↑ Dieter Planck: Konservierung eines römischen Bades in Rottweil. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. Jahrgang 1, Heft 1, 1972, S. 39–42 (Digitalisat).
  72. ↑ Rudolf Egger: Die Wachstafel von Rottweil. In: Germania, Anzeiger der Römisch-Germanischen Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts, Band 36, 1958, S. 373–385 (Digitalisat).
  73. ↑ Hans Ulrich Nuber: Eine Zaubertafel aus Schramberg-Waldmössingen, Kreis Rottweil. In: Fundberichte aus Baden-Württemberg, Band 9, 1984, S. 377–384 (Digitalisat).
  74. ↑ Römerpfad Rottweil-Altstadt auf der offiziellen Webpräsenz der Stadt Rottweil, abgerufen am 19. Mai 2026.
  75. ↑ Römerpfad in Rottweil auf roemer-tour.de, abgerufen am 19. Mai 2026.