Silke Pan

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Silke Pan (* 11. Januar 1973 in Bonn) ist eine ehemalige deutsch-schweizerische Handbikeathletin, die in Aigle in der Schweiz lebt.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silke Pan wuchs in der Schweiz auf, wo sie seit ihrer Jugendzeit als Sportlerin im Geräteturnen und im Turm- und Trampolinspringen erfolgreich war. Nach Kursen an Zirkusschulen und mit dem Diplom der Staatlichen Ballettschule und Schule für Artistik in Berlin trat sie im Zirkus, in Freizeitparks, an Festivals und auf anderen Veranstaltungen auf. Acht Jahre war sie für den Schweizer Circus Nock tätig. Zusammen mit Didier Dvorak, ihrem späteren Ehemann, entwickelte sie neue Nummern und Luftakrobatikvorführungen. Als sie im Jahr 2007 in Italien in einem Freizeitpark das Training für ein neues Programm aufnahm, stürzte sie bei einer Trapezfigur und erlitt schwere Verletzungen, die eine Querschnittlähmung zur Folge hatten.[1] Im Schweizer Paraplegiker-Zentrum in Nottwil stellte sie sich auf das Leben als Rollstuhlfahrerin ein und begann in der Schweiz mit dem Radsport. Nach einer zweiten Ausbildung als Dekorateurin gründete sie 2009 zusammen mit ihrem Mann die Firma Canniballoon Team, die Kunstwerke und Einrichtungen für Events gestaltet.[2]

Silke Pan ist verheiratet mit dem Artisten Didier Dvorak, mit dem sie früher als Duo Robin Street auftrat.

2018 erwarb Silke Pan auch die Schweizer Staatsbürgerschaft.[3]

Radsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab Anfang 2012 nahm Silke Pan für den Radsportverein GC Nendorf, das Team Sopur und den Rollstuhlclub Zentralschweiz erfolgreich an zahlreichen Handbike-Wettkämpfen teil.[4] Ihr neues Team ist Active Sport Brescia.

Beim Marathon in Heidelberg 2013 für sie die Weltbestzeit und bei der Paracycling-Weltmeisterschaft 2015 in Nottwil wurde sie Vizeweltmeisterin im Straßenrennen[5] und Vierte im Einzelzeitfahren. Für das UCI-Weltcuprennen in Yverdon 2015 übernahm sie die Patenschaft und gewann das Straßenrennen.[6] 2016 überquerte sie 13 Schweizer Alpenpässe mit dem Handbike (18.000 HM). Daraus entstand ihr autobiographisches Buch A la conquête de nouveaux sommets. 2017 erhielt sie den Meistertitel „Grand Maître Honorifique“ als erste Behindertensportlerin, die hintereinander die sieben Alpenpässe „7 Majeurs“ über 2.000 HM mit dem Handbike besiegt hat. 2018 überquerte sie die Pyrenäen mit 28 Pässen in 10 Tagen und legte dabei 800 km zurück. Daraus entstand der Dokumentarfilm „Alla Vita“ von Coline Confort. 2019 besuchte und überquerte Silke Pan im Projekt Le Tour des Lacs 30 Seen der Schweiz auf einem Parcours von 980 Kilometern.[7]

2017, 2018 und 2019 gewann sie den Giro d'Italia Handbike.[8] Ende 2021 beendete sie ihre aktive Sportlaufbahn.[9]

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 entwickelte Silke Pan mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne EPFL in Lausanne ein neuartiges Exoskelett, mit dem sie am 8. Oktober 2016 am Cybathlon der ETH Zürich teilnahm. Das Projekt Twiice fand in der internationalen Presse ein großes Echo.

Zusammen mit der Genfer Ingenieurschule HEPIA (Haute école du paysage, d'ingénierie et d'architecture de Genève) gestaltet Silke Pan ein Handbike aus Faserflachs. Unterstützt von der Westschweizer Fachhochschule für Gesundheit HESAV plante sie einen zusätzlichen Sportanlass am Race Across America für Handbiker quer durch die USA im Jahr 2017.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vom Trapez in den Rollstuhl Autorin: Christine Zwygart
  2. Johan Tachet: Silke Pan. Le sport pour repousser les limites de son handicap. In: Le Nouvelliste, 17. November 2018
  3. Helene Krähenbühl: Silke Pan veut délivrer un message d’espoir. In: Le Nouvelliste, 30. Juli 2019.
  4. Silke Pan, GC Nendorf In: Radsportverband Niedersachsen e.V.
  5. Deutsches Team dominiert Paracycling-WM
  6. Para-cycling road UCI World Cup Yverdon-les-Bains
  7. L’athlète valaisanne Silke Pan termine son tour des 30 lacs suisses. In: Le Nouvelliste, 31. Juli 2019.
  8. Giro d’Italia: Classifica Finale maglia rossa
  9. Auf Wiedersehen – und herzlichen Dank! - Swiss Cycling. In: swiss-cycling.ch. 27. Dezember 2021, abgerufen am 17. März 2022.
  10. 2017 Race across America, thinksport.org, abgerufen am 16. September 2019.