Simone Burel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Simone Burel (* 1986) ist eine deutsche Sprachwissenschaftlerin, Autorin, Unternehmerin und Beirätin. Sie ist außerdem Gründerin der ersten linguistischen Unternehmensberatung in Deutschland.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2005 bis 2011 studierte Burel Germanistik, Anglistik und Pädagogik an den Universitäten Mannheim und Heidelberg und an der Queen Mary Universität London, was von der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Baden-Württemberg-Stiftung gefördert wurde. 2015 wurde sie als Stipendiatin der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit an der Universität Heidelberg „summa cum laude“ zur Dr. phil. in Germanistischer Linguistik über Sprache in Geschäftsberichten von Dax-Unternehmen promoviert.

Nach ihrer Promotion 2015 forschte Simone Burel mit dem mit 10.000 Euro dotierten Post-Doc-Stipendium Field of Focus 3 Cultural Dynamics in Globalised Worlds der Universität Heidelberg zum Thema Theorie-Praxis-Transfer mittels linguistischer Unternehmenskommunikation, woraus sie die erste linguistische Unternehmensberatung in Deutschland als wissenschaftliches Spin-Off gründete (damals unter dem Namen LU-Kommunikation – heute: LUB GmbH – Linguistische Unternehmensberatung). Von 2016 bis 2018 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie der Universität Heidelberg zu Gender- und Internetlinguistik. Von 2013 bis 2018 war sie darüber hinaus als Gastdozentin an verschiedenen Universitäten tätig.

Seit 2015 ist Simone Burel Geschäftsführerin und seit 2019 geschäftsführende Gesellschafterin der LUB GmbH – Linguistische Unternehmensberatung,[1] die sich auf KI-gestützte Beratungsansätze in den Bereichen HR & Gender, CSR & Nachhaltigkeit sowie Mensch-Maschinen-Kommunikation spezialisiert hat. Anders als in den Kommunikationswissenschaften untersucht die Linguistin jedes geschriebene oder gesprochene Wort, ein Eindruck einer Person ist bereits nach 100 geäußerten Wörtern möglich.[2] Mit dr.fem.FATALE bieten Burel und ihr Team Organisationen Trainings und Coachings, um alte Sprach-, Denk- und Handlungsmuster zu identifizieren und abzubauen.

2020 wurde Simone Burel in den Wirtschaftsbeirat von Baden-Württemberg International, dem Kompetenzzentrum des Landes Baden-Württemberg zur Internationalisierung von Wirtschaft und Wissenschaft, sowie in das Kuratorium der Freunde der Universität Mannheim berufen. Außerdem ist sie Vorsitzende des Advisory Boards der Spenoki GmbH.

Burel forscht zu den Themen Female Entrepreneurship und Wissenschafts-Wirtschafts-Transfer, vor allem hinsichtlich des Potenzials der Geisteswissenschaften. Sie ist Autorin, Kolumnistin und Interviewpartnerin in Fach- und Publikumsmedien. Außerdem ist sie Mentorin an den Universitäten Mannheim, Mainz und Konstanz und der Falling Walls Foundation sowie im Executive Training zu den Themen Gender, Diversity und Sprache für Konzerne, Hochschulen und Ministerien.

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Simone Burel war bis 2019 Mitglied im Wirtschaftsrat Deutschland. Sie ist Mitglied der Gesellschaft für Angewandte Linguistik, im Forschungsnetzwerk Sprache und Wissen, der Spitzenfrauen Baden-Württemberg, der Digital Media Women, des Netzwerks Erfolgsfaktor Familie-Unternehmensnetzwerk und des Governance-Netzwerks für Aufsichtsrätinnen der DHBW Mannheim. Mit ihrem Unternehmen ist Simone Burel darüber hinaus Mitglied im Bundesverband mittelständische Wirtschaft.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Nachwuchspreis Berufliche Kommunikation, Gesellschaft für Angewandte Linguistik[3]
  • 2017: Top-Ten-Nachwuchswissenschaftler*innen 2017 vom Karriereportal academics
  • 2018: Mannheimer Existenzgründerpreis MEXI[4]
  • 2021: Finalist FTAfelicitas-Preis #rolemodel 2021 der Auszeichnung Femtec.Alumnae e.V
  • 2021: Impact of Diversity Award für FATALE University by dr.fem.FATALE des FKI (Frauen-Karriere-Index)[5]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien:

  • Politische Lieder der 68er. Eine linguistische Analyse kommunikativer Texte, Amades, Band 46, Institut für deutsche Sprache, Mannheim 2013, ISBN 978-3-937241-42-5 (= Magisterarbeit).
  • Identitätspositionierungen der DAX-30-Unternehmen. Die sprachliche Konstruktion von Selbstbildern, Reihe Sprache und Wissen, Band 21, De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-043935-9 (= Dissertation).
  • Quick Guide Female Leadership. Frauen in Führungspositionen in der Arbeitswelt 4.0, Springer Gabler, Wiesbaden 2020, ISBN 978-3-662-61302-3.
  • Sprache denkt (fe)male. Intelligente Sprache für selbstbewusste und wertschätzende Kommunikation, Springer, Berlin/Heidelberg 2021, ISBN 978-3-662-61679-6.

Buchbeiträge:

  • Sprachliche Konstituierung von Identität in Unternehmen am Beispiel der textuellen Selbstdarstellung von BASF, in: Theo Bungarten (Hrsg.): Von Fukushima zum Tanz der Banker. Die (un)sichtbare Hand in der Globalisierungskommunikation. Ausgewählte Beiträge des III. Internationalen Hamburger Kongresses zur Wirtschaftskommunikation (IHCW 2011), Logos, Berlin 2015, ISBN 978-3-83253509-4, S. 127–140.
  • Corporate Identity, in: Markus Hundt, Dorata Biadala (Hrsg.): Handbuch Sprache in der Wirtschaft (= Handbücher Sprachwissenschaften, Band 13), De Gruyter, Berlin 2015, ISBN 978-3-11-029580-1, S. 437–458.
  • Zwischen Vertrauen, Transparenz und Sicherheit. Auf der Suche nach dem Banken-Wording, in: Marcus Reinmuth, Inga Ellen Kastens, Patrick Vosskamp (Hrsg.): Kommunikation für Banken und Versicherer. Krisen bewältigen, Vertrauen schaffen, Schaeffer-Poeschel, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-7910-3566-6, S. 107–126.
  • Angewandte Unternehmenskommunikation aus linguistischer Perspektive in Forschung, Praxis und Lehre, in: Inga Ellen Kastens, Albert Busch (Hrsg.): Handbuch Wirtschaftskommunikation. Interdisziplinäre Zugänge zur Unternehmenskommunikation, A. Francke, Tübingen 2016, ISBN 978-3-8252-8686-6, S. 561–577.
  • Überlegungen zur Einführung einer Kommunikationsstrategie beim Unternehmen Habona Invest GmbH, in: Marcel Dräger, Martha Kuhnhenn (Hrsg.): Sprache in Rede, Gespräch und Kommunikation. Linguistisches Wissen in der Kommunikationsberatung (= Reihe Wissen – Kompetenz – Text, Band 10), Frankfurt am Main 2017, Peter Lang Edition, ISBN 978-3-631-69691-0, S. 195–212.
  • Gender audit. Linguistic approach to gender stereotypes in online communication, in: GenderIT '18: Proceedings of the 4th Conference on Gender & IT 2018, ISBN 978-1-4503-5346-5, S. 59–61.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Startseite. Abgerufen am 10. Februar 2020 (deutsch).
  2. Süddeutsche Zeitung: Auf ein Wort. Abgerufen am 18. Februar 2021.
  3. Gewinner Nachwuchspreis „Berufliche Kommunikation“ 2017 – Gesellschaft für Angewandte Linguistik e.V. Abgerufen am 10. Februar 2020 (deutsch).
  4. PreisträgerInnen Mannheimer Existenzgründungspreis 2019 | Mannheim.de. Abgerufen am 10. Februar 2020.
  5. Redaktion: FATALE University by dr.fem.FATALE gewinnt den erstmalig vergebenen Preis “Impact of Diversity Award” (IoD). BVMW - Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V., 5. März 2021, abgerufen am 8. März 2021.