Singhalesen

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Bevölkerungsanteil der Singhalesen in Sri Lanka nach dem Zensus von 2001 (in kursiver Schrift: Zensus 1981)

Die Singhalesen (von Singhalesisch සිංහල siṃhala) sind mit die vorherrschende ethnische Gruppe in Sri Lanka. Sie sprechen Singhalesisch (Sinhala), eine indoarische Sprache, die zur indogermanischen Sprachfamilie zählt. Die 15,2 Millionen Singhalesen in Sri Lanka stellen 74,9 Prozent der Bevölkerung der Insel (Volkszählung 2012).[1] Die restliche Bevölkerung Sri Lankas setzt sich hauptsächlich aus den im Norden und Osten der Insel siedelnden Tamilen und den muslimischen Moors zusammen, die Tamil, eine dravidische Sprache sprechen.

Volksgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Singhalesen werden in zwei Hauptgruppen eingeteilt: Die eine Gruppe bilden die Kandy-Singhalesen, die im Bergland ansässig sind und als eher traditionell und konservativ angesehen werden. Die andere Gruppe bilden die Singhalesen, die in der Tiefebene an der Küste Sri Lankas leben und denen eine kosmopolitischere und liberalere Einstellung nachgesagt wird, was auf ihre Beeinflussung durch die europäischen Kolonialmächte seit dem 16. Jhd. zurückgeführt wird.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Buddhismus in Sri Lanka

Die Singhalesen sind zum Großteil Anhänger des Theravada-Buddhismus, der jedoch stark durch den Hinduismus, aber auch vom Islam beeinflusst wurde.

Sitten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die singhalesischen Ehen sind normalerweise monogam. Traditionsgemäß gab es bei Eheschließungen keine Hochzeitszeremonie. Ein Mann und eine Frau begannen ohne offizielle Bestätigung, aber mit Einwilligung der Eltern, ein gemeinsames Leben. Heutzutage gibt es diese Art der Ehe selten, und die meisten Paare heiraten mit einer Zeremonie und unterzeichnen einen Ehevertrag.

Ethnischer Konflikt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Bürgerkrieg in Sri Lanka

Seit dem Beginn der Unabhängigkeit der Insel im Jahr 1948 befinden die Singhalesen sich in einem Dauerkonflikt mit der tamilischen Minderheit; dieser führte dazu, dass 1983 der Bürgerkrieg in Sri Lanka ausbrach. Anfang 2003 wurde unter Vermittlung der UNO und der norwegischen Regierung ein offizieller Waffenstillstand zwischen den beiden Volksgruppen ausgehandelt. Dieser wurde allerdings 2006 von der Regierung aufgekündigt und die Kämpfe wurden wiederaufgenommen.

Am 19. Mai 2009 wurde der Bürgerkrieg schließlich nach dem endgültigen militärischen Sieg der sri-lankischen Armee und dem Tod Velupillai Prabhakarans, sowie der gesamten Führungselite der LTTE, von Präsident Mahinda Rajapaksa offiziell für beendet erklärt.[2] Seither fanden keine Terroranschläge mehr statt.[3] Dennoch werden viele Tamilen, aber auch die tamilische Opposition, weiterhin durch sri-lankische Soldaten bis heute entführt, gefoltert und getötet.[4][5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Department of Census and Statistics Sri Lanka: Population by ethnic group according to districts, 2012.
  2. www.tagesschau.de, Sri Lankas Präsident erklärt Bürgerkrieg für beendet (Memento vom 22. Mai 2009 im Internet Archive), 19. Mai 2009
  3. auswaertiges-amt.de: Sri Lanka: Reise- und Sicherheitshinweise, vom 18. Juni 2014
  4. taz.de: Warten auf Revanche, vom 7. Juni 2014
  5. taz.de: Vergewaltigung als Alltagsphänomen, vom 27. Juli 2014

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Knox, Robert: An historical relation of Ceylon, Colombo 1958, 3.Auflage 1981; Asian Educational Services, India 2004.