Skalitzer Straße

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Skalitzer Straße
Wappen
Straße in Berlin
Skalitzer Straße
Skalitzer Straße mit U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof, 1988
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Kreuzberg
Angelegt vor dem 19. Jahrhundert
Hist. Namen Kottbusser bzw. Lausitzer Communication
Anschlussstraßen Oberbaumstraße (östlich), Gitschiner Straße (westlich)
Querstraßen (von Ost nach West)
Köpenicker Straße/Schlesische Straße,
Wrangelstraße,
Görlitzer Straße,
Oranienstraße/Wiener Straße,
Reichenberger Straße,
Adalbertstraße/Kottbusser Damm,
Erzelenzdamm/Kohlfurter Straße
Plätze Schlesisches Tor,
Lausitzer Platz,
Wassertorplatz
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr, ÖPNV
Technische Daten
Straßenlänge rund 2000 Meter

Die Skalitzer Straße ist eine rund 2000 Meter lange Hauptverkehrsstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg und Teil des Innenstadtrings. Sie verläuft vom Wassertorplatz im Westen als Fortsetzung der Gitschiner Straße über das Kottbusser Tor, den Lausitzer Platz mit der Emmauskirche und das denkmalgeschützte Postamt 36 zum Schlesischen Tor, wo sie in die Oberbaumstraße übergeht.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der gesamten Länge der Skalitzer Straße verläuft auf ihrem Mittelstreifen die Hochbahn der U-Bahn-Linie 1. Die 1902 eingeweihte Trasse gilt als älteste U-Bahn-Strecke Deutschlands. Drei U-Bahnhöfe befinden sich auf der Skalitzer Straße: an ihrem östlichen Ende der U-Bahnhof Schlesisches Tor, an der Kreuzung mit der Wiener, Oranien- und Manteuffelstraße befindet sich der U-Bahnhof Görlitzer Bahnhof, sowie rund 700 Meter westlich davon der U-Bahnhof Kottbusser Tor.

Geschichte der Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skalitzer Straße mit ausgebranntem Bolle-Supermarkt, 2. Mai 1987

Ihren heutigen Namen, der auf die Schlacht bei Skalitz im damaligen Böhmen (heute: Česká Skalice) zurückgeht, erhielt die Straße 1868. Von 1849 bis 1868 hieß ein Teil Kottbusser Communication und der andere Lausitzer Communication. Von 1851 bis 1927 führte die Berliner Verbindungsbahn auf der Straße entlang. Außerdem fuhren hier Straßenbahnen, deren Betrieb nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt wurde.

Nach der Wende wehrten sich Anfang der 1990er Jahre Anwohner erfolglos gegen die Wiedereröffnung der Oberbaumbrücke, die unter anderem die Skalitzer Straße nach Jahrzehnten der mauerbedingten Ruhe wieder zu einer Hauptstraße für den Durchgangsverkehr machte.

An der Ecke Skalitzer-/Wiener- und Manteuffelstraße befand sich früher eine Filiale der Supermarktkette Bolle, die am 1. Mai 1987 geplündert und niedergebrannt wurde[1] – ein Ereignis, das vielen als „Urmythos“ der Kreuzberger Maikrawalle gilt. Das Gelände lag danach brach und die letzten Reste der Brandruine sind erst Jahre später abgerissen worden. Von 2004 bis 2008 erbaute dort der Islamische Verein zur Förderung wohltätiger Projekte e. V. das Maschari-Center, ein siebengeschossiges islamisches Zentrum, zu dem auch die nach dem Eroberer Umar benannte Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee mit ihren vier Minaretten gehört.

Die an der Skalitzer Ecke Wendenstraße am heutigen Spreewaldplatz gelegene Kneipe des Gastwirts Richard Scholtz war 1889 der Geburtsort der Bezeichnung „Bockwurst“.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Skalitzer Straße (Berlin-Kreuzberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Mythos von Bolle. In: Kreuzberger Chronik, Ausgabe 57 (Mai 2004):

Koordinaten: 52° 29′ 57,6″ N, 13° 25′ 49,9″ O