Daybreak Game Company

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Sony Online Entertainment)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Daybreak Game Company
Rechtsform Limited Liability Company
Gründung 1995 (als Sony Interactive Studios America)
Sitz San Diego, Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Russell Shanks
Branche Softwareentwicklung
Website www.daybreakgamecompany.com
Hauptzentrale von Sony Online Entertainment in San Diego

Daybreak Game Company (früher: ) ist ein Computerspieleentwickler, der zur Investmentfirma Columbus Nova gehört. Am 2. Februar 2015 gab Sony bekannt, dass ihr Entwicklerstudio Sony Online Entertainment (SOE) verkauft worden und dieses in Daybreak Game Company umbenannt worden sei.[1] Das Daybreak-Unternehmen konzentriert sich schwerpunktmäßig auf die Entwicklung von Massive Multiplayer Online Roleplaying Games (MMORPG). Zu den bekanntesten Produkten zählen die Spiele EverQuest sowie dessen Nachfolger EverQuest II. Andere SOE-Spiele wie Vanguard: Saga of Heroes, Planetside und Star Wars Galaxies wurden jedoch eingestellt oder nicht wiederbelebt.

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verant Interactives, ein Entwicklungsteam innerhalb Sony's Sony Interactive Studios America (kurz: SISA) wurde im Jahr 1995 gegründet. Im April 1998 wurde Sony Interactive Studios America in Sony Online Entertainment (SOE) umbenannt.

Durch den großen Erfolg von Ultima Online war man sich sicher mit einem MMORPG großen Erfolg zu haben. Aus diesem Grunde wurde John Smedley der Auftrag erteilt, ein Konkurrenzprodukt zu entwickeln, aus dem später schließlich das bekannte EverQuest wurde, das erste Online-Rollenspiel mit 3D-Grafik. Es wurde im März 1999 veröffentlicht und 2000 Verant von SOE absorbiert. EverQuest wurde zu einem großen Erfolg und konnte sich auch durch zahlreiche Add-ons am Leben erhalten.

Nach EverQuest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2000 wurden die Mitbegründer von Ultima Online Raph Koster und Rich Vogel eingestellt, um mit der Entwicklung eines MMORPGs im Star-Wars-Universum zu beginnen. Star Wars Galaxies wurde im Jahr 2003 veröffentlicht und erreichte eine Abonnentenzahl von 300.000 Spielern. Jedoch konnte das Spiel niemals diese Zahl erhöhen. Mit der Zeit wurde der Druck auf SOE durch zahlreiche Konkurrenzprodukte und der Kritik am schlechten Support immer größer. Auch Lucasfilm kritisierte SOE, weil sie nicht zufrieden waren, wie sich das Spiel entwickelte. Es folgten Erweiterungen von Star Wars Galaxies wie Jump to Lightspeed und Rage of the Wookies, und SOE versuchte mit zahlreichen Patches, das Spiel zu verbessern.

Im November 2004 wurde die Fortsetzung von Everquest, EverQuest II veröffentlicht, das jedoch sehr stark mit dem Konkurrenten World of Warcraft zu kämpfen hatte.

Trotz geringen Markterfolgs kündigte SOE im Mai 2007 den Kauf des gerade releasten Vanguard: Saga of Heroes an.[2]

Entwicklung 2008 bis 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2008 präsentierte Sony Online Entertainment auf der vom Unternehmen alljährlich veranstalteten Fan Faire drei neue MMORPG-Projekte: The Agency, DC Universe Online und das auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnittene Free Realms.[3] Während Free Realms bereits am 29. April 2009[4] und DC Universe Online am 11. Januar 2011 erschien,[5] sollte The Agency Ende 2011 folgen. SOE kündigte außerdem an, dass diese Titel in Europa auch für PlayStation 3 erscheinen werden. Möglich macht dies eine getroffene Vereinbarung zwischen SOE und SCEE.[6]

Ende März 2011 wurde bekannt, dass SOE seine drei Standorte in Denver, Seattle und Tucson schließen und damit einhergehend rund 200 Mitarbeiter entlassen werde. Des Weiteren wurde die Entwicklung an The Agency eingestellt und im Zuge von Restrukturierungsmaßnahmen die Fokussierung auf die bereits etablierten Marken EverQuest und Planetside bekannt gegeben. Bereits laufende Online-Spiele sollten nach eigenen Angaben davon nicht betroffen sein.[7] Wie am 3. Mai 2011 bekannt wurde, war Sony Online Entertainment ebenfalls vom Hack und Datendiebstahl im PlayStation Network betroffen. Entwendet wurden die Daten von bis zu 24,6 Millionen Kunden des Spieledienstes. Sony nahm daraufhin auch diesen Dienst temporär vom Netz.[8] Im Juni 2011 kündigte SOE die Schließung von Star Wars Galaxies an, die im Dezember 2011 vollzogen wurde.[9] Als Gründe wurde das Auslaufen der Lizenz mit Lukas Art 2012 und der bevorstehende Release des Bioware-Konkurrenzprodukts Star Wars: The Old Republic genannt.[10]

Im Juni 2012 wurde bekanntgeben, dass SOE Wizardry Online außerhalb von Japan verlegen werde.[11] Es kam im Januar 2013 auf den Markt, konnte aber keine nennenswerte Spielerschaft binden und wurde 2014 geschlossen.[12]

2012, nach geraumer Zeit mit sehr geringer Updatefrequenz, wurde die monatliche Gebühr für Vanguard gestrichen und das Spiel Free-to-Play. Jedoch konnte auch dies die Spielerzahlen nicht langfristig erhöhen. Im Januar 2014 wurde die Schließung von Vanguard für Juli 2014 angekündigt und entsprechend vollzogen[12]. Die Schließung von zwei weiteren Spielen, Free Realms und Star Wars: Clone Wars Adventures war ebenfalls Teil dieser Presseerklärung.

Im Oktober 2012 wurde ein komplettes Redesign des bisher nur gerüchteweise existierenden „Everquest Next“-Projekts eingestanden[13] und im August 2013 Details zu Everquest Next erstmals offengelegt. Als Nebenprodukt wurde Everquest Next Landmark angekündigt, das dieselbe Voxelengine wie Everquest Next besitze und sowohl als eigenständiges Spiel und Minecraft-Konkurrent als auch als Entwicklungsstudio für Everquest Next verwendet werde. Landmark besitze Free-to-Play und werde sich über Gebühren aus dem Onlineshop für Spieler- und SOE-entwickelte Gegenstände finanzieren.[14] Im März 2014 wurde der Titel von „Everquest Next Landmark“ in „Landmark“ geändert und alle Everquest-Next-Referenzen gestrichen. Als Grund wurde angegeben, dass Landmark ein themenfreies Spiel sei und ebenso SciFi oder andere Schauplätze ermögliche und man Spieler nicht verwirren wolle.[15]

Im Jahr 2014 wurde das Spiel H1Z1 angekündigt, von dem seit Januar 2015 eine Early-Access-Version spielbar ist.

Am 11. März 2016 wurde vom Daybreak Präsidenten Russell Shanks bekannt gegeben, dass die Entwicklung von Everquest Next eingestellt wurde. Die Begründung lag darauf, dass die Entwickler nicht mehr mit dem Spiel zufrieden waren und somit nicht die hohen Erwartungen der Spieler erfüllen konnten.

Allerdings scheint ein neues Spiel bald das Licht der Welt zu sehen, da aktuell noch Jobstellen für ein noch nicht angekündigtes Spiel frei sind.

Daybreak Games[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2015 verkaufte Sony seine Tochterfirma mitsamt der MMO-Lizenzen (Planetside 2, Everquest Next, H1Z1) an das Investmentunternehmen Columbus Nova (u. a. Rhapsody). Das Unternehmen wurde im Zuge dessen in Daybreak Game Company umbenannt.[16] 140 Mitarbeiter wurden im Zuge der folgenden Umstrukturierung entlassen.[17] Daybreak kündigte an, vorher extern ausgeführte Entwicklungsarbeiten an Everquest Next für das AI/Geschichtensystem „Storybricks“ nun selbst übernehmen zu wollen.[18] Im März 2016 wurde die Einstellung der Entwicklungsarbeiten an Everquest Next bekanntgeben[19] mit der Begründung, dass Daybreak über zu geringe Mittel verfüge, um die notwendigen Technologien zu entwickeln, damit Everquest Next Spaß mache.[20]

Im Juli 2015 trat John Smedley, welcher der Firma seit Entwicklung von Everquest angehörte, als Geschäftsführer zurück – um im August die Gründung einer neuen Firma anzukündigen.[21]

Das Spiel H1Z1 wurde aufgespalten in H1Z1: King of the Kill, welches das Jeder-gegen-Jeden-Modul von H1Z1 weiterentwickeln wird, und H1Z1: Just Survive, das sich auf das Überlebensmodul von H1Z1 fokussiert. Vorherige Pläne, H1Z1 kostenlos zur Verfügung zu stellen, wurden revidiert und beide für eine einmalige Gebühr zur Verfügung gestellt.[22]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. playmassive.de: Sony Online Entertainment heißt nun Daybreak Game Company
  2. SOE acquires Vanguard team. In: Eurogamer.net. Abgerufen am 4. April 2016.
  3. Gamona: Die SOE Wundertüte für jedermann
  4. Bekanntgabe des Starts von Free Realms
  5. CALLING ALL HEROES AND VILLAINS – DC UNIVERSETM ONLINE NOW AVAILABLE WORLDWIDE FOR THE PC AND PLAYSTATION 3 (engl.)
  6. Vereinbarung zwischen SOE und SCEE
  7. SOE Hit With 205 Layoffs, Three Studio Closures, Agency Cancelled (engl.)
  8. heise.de: Auch Sony Online Entertainment von Hackerattacke betroffen
  9. Frank Cifaldi: Sony Online To Shut Down Star Wars Galaxies. In: www.gamasutra.com. Abgerufen am 4. April 2016.
  10. SOE Bids Fond Farewell to Star Wars Galaxies. In: The Escapist. Abgerufen am 4. April 2016.
  11. SOE takes Wizardry Online under its wing. In: Engadget. Abgerufen am 4. April 2016.
  12. a b Mike Fahey: Sony Online Entertainment Shuts Down Four MMOs. In: Kotaku. Abgerufen am 4. April 2016 (amerikanisches englisch).
  13. EQNWire » SOE Live 2012 Welcome Reception Notes. Abgerufen am 4. April 2016.
  14. Sony Online Details How Everquest Next Landmark Will Make Money. In: USgamer.net. Abgerufen am 4. April 2016.
  15. Aimless and Nameless: Did SOE Pull a Fast One on Landmark Founders? In: - MMOBomb.com. Abgerufen am 4. April 2016 (amerikanisches englisch).
  16. Sony verkauft Sony Online Entertainment
  17. Game developer Daybreak trims 140 workers. In: The San Diego Union-Tribune. Abgerufen am 4. April 2016.
  18. Everquest Next: Goldenes Zeitalter abgesagt; DGC beendet Zusammenarbeit mit KI-Team Storybricks. In: Mein-MMO.de. Abgerufen am 4. April 2016.
  19. Daybreak Games Cancels EverQuest Next - Update. In: The Escapist. Abgerufen am 4. April 2016.
  20. EverQuest Next Is Cancelled; Project Is Too Ambitious for Current Technology. In: 2P.com. Abgerufen am 4. April 2016.
  21. Daybreak Game Company: John Smedley verlässt Daybreak und gründet neues Unternehmen. In: gamona.de. Abgerufen am 4. April 2016.
  22. H1Z1 is being split into two games, neither will be free-to-play. In: PC Gamer. Abgerufen am 4. April 2016.