Spansberg

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Spansberg
Stadt Gröditz
Koordinaten: 51° 25′ 12″ N, 13° 23′ 24″ O
Höhe: 93 m
Einwohner: 345 (31. Dez. 2011)[1]
Eingemeindung: 1. Januar 1994
Eingemeindet nach: Nauwalde
Postleitzahl: 01609
Vorwahl: 035263

Spansberg ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Gröditz im Landkreis Meißen. Er liegt etwa einen Kilometer westlich von Nauwalde in der Nähe der Grenze zu Brandenburg. Südlich von Spansberg befindet sich der Große Teich. Im Westen des Ortes verläuft die Staatsstraße 89 in nord-südlicher Richtung von Zeithain nach Bad Liebenwerda.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nordwestansicht der Kirche (1914)

Das Straßenangerdorf auf Gewannflur war 1406 zur Pflege Großenhain gehörig. Die Grundherrschaft übte 1551 das Rittergut Frauenhain aus, ab 1696 das Rittergut Tiefenau. 1555 gab es eine Schule und eine Kirche in Spansberg. Im Dreißigjährigen Krieg brannte das Dorf ab. 1648 waren von den ursprünglich vorhandenen 21 Hüfnern, 7 Gärtnern und 2 Häuslern als Auswirkung des Krieges in Spansberg nur noch Zwei Hüfner und ein Gärtner übrig, die klein angefangen hatten. Nach 1696 war der Ort zum Amt Großenhain gehörig. Zwischen 1856 und 1875 gehörte Spansberg zum Gerichtsamt Großenhain, danach zur Amtshauptmannschaft Großenhain. Im Jahr 1900 betrug die Größe der Ortsgemarkung 718 Hektar. 1925 gab es 321 evangelisch-lutherische Bürger in Spansberg. 1952 wurde Spansberg als eigenständige Gemeinde Teil des aus der Amtshauptmannschaft gebildeten Kreises Riesa. Die Eigenständigkeit des Ortes endete am 1. Januar 1994, als sich Spansberg, Nieska und Nauwalde zur neuen Gemeinde Nauwalde zusammenschlossen.[2] Im selben Jahr wurde der Landkreis Riesa Teil des neu gebildeten Landkreises Riesa-Großenhain,[3] der zum 1. August 2008 in den durch die Kreisreform Sachsen 2008 gebildeten neuen Landkreis Meißen überging.

Seit dem 1. Januar 2013 gehört Spansberg zur Stadt Gröditz.

Entwicklung der Einwohnerzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl[3]
1551 28 besessene Mann
1764 30 besessene Mann, 7 Häusler, 24½ Hufen
1834 265
1871 326
Jahr Einwohnerzahl
1890 308
1910 329
1925 325
1939 318
Jahr Einwohnerzahl
1946 466
1950 449
1964 353
1990 370

Ortsnamenformen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schreibweise des Ortes Spansberg wurde geschichtlich unterschiedlich erwähnt:[3]

  • 1284: in Spansbrugge
  • 1384: Spansbrcke
  • 1395: Sparnbrucke
  • 1406: Spanszbrugke
  • 1495: Spanspruck
  • 1498: Spanssberg
  • 1507: Spangesberg
  • 1540: Spansdorff
  • 1791: Spansberg

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der örtlichen Denkmalliste sind einige Kulturdenkmäler verzeichnet. Dabei ist die Dorfkirche von Spansberg das markanteste Baudenkmal des Ortes. Errichtet wurde dieses Bauwerk bereits im 17. Jahrhundert unter Verwendung von Teilen eines einst hier vorhandenen mittelalterlichen Vorgängerbaus. Im Inneren des verputzten Bruchsteinbaus sind unter anderem ein barocker Kanzelaltar aus dem 18. Jahrhundert und eine im Jahre 1922 vom Bad Liebenwerdaer Orgelbaumeister Arno Voigt geschaffene Orgel zu finden.[4][5][6][7]

Außerdem stehen einige historische Gebäude im Ort unter Denkmalschutz. Neben einigen Wohnhäusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert sind das auch die im Jahre 1895 errichtete einstige Dorfschule, ein Mühlengebäude und ein Anfang des 20. Jahrhunderts errichtetes Transformatorenhäuschen.[5]

Weitere Denkmäler sind ein Gefallenendenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Dorfbewohner von Spansberg und Denkmal, welches an einen Ballon-Absturz im Oktober 1912 erinnert.[5]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Cornelius Gurlitt: Spansberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 37. Heft: Amtshauptmannschaft Großenhain (Land). C. C. Meinhold, Dresden 1914, S. 382.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spansberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Spansberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Müllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012: Vollständiges Ortslexikon. 33., überarb. und erw. Ausg. Walter de Gruyter, Berlin/ Boston 2012, ISBN 978-3-11-027420-2, S. 1303. Online bei Google Books
  2. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  3. a b c Spansberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  4. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Sachsen I. 2. Auflage. 1996, ISBN 978-3-422-03043-5, S. 807.
  5. a b c Denkmalliste des Landes Sachsen, abgerufen am 15. September 2017.
  6. Die Spansberger Dorfkirche auf der Homepage des Kirchenbezirks Meißen-Großenhain, abgerufen am 23. September 2017.
  7. Datenblatt der Spansberger Orgel auf der Homepage des Kirchenbezirks Meißen-Großenhain, abgerufen am 3. Okber 2017 (PDF).