Spreetunnel Friedrichshagen

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Spreetunnel Friedrichshagen
Spreetunnel Friedrichshagen
Nordeingang (Friedrichshagen)
Nutzung Fußverkehr
Ort Berlin Treptow-Köpenick
Länge 120 m
Anzahl der Röhren 1
Lage
Spreetunnel Friedrichshagen (Berlin)
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Koordinaten
Nordportal 52° 26′ 41,3″ N, 13° 37′ 34″ O
Südportal 52° 26′ 39,2″ N, 13° 37′ 29″ O
Südeingang (Köpenick 2013)
Unten im Tunnel

Der Spreetunnel Friedrichshagen ist ein 1927 in Betrieb genommener die Spree unterquerender Fußgängertunnel am Müggelsee in Berlin. Er verbindet die Kämmereiheide bei Köpenick mit dem Müggelpark im Ortsteil Friedrichshagen und ersetzte eine frühere an dieser Stelle betriebene Fähre. Nahe dem südlichen Ausgang befinden sich zwei beliebte Badestellen, im Volksmund „Läufer“ (wegen der geringen Wassertiefe) und „Teppich“ (wegen des dortigen grünen Rasens) genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erbaut wurde der Tunnel 1926/1927 im Stil der Neuen Sachlichkeit. Bauleiter des Tunnels war der Magistratsoberbaurat Karl Sievers. Gemeinsam mit dem Magistratsbaurat La Baume entstand das Projekt zum Bau dieses Tunnels.

Er war der erste Tunnel aus Eisenbeton in Deutschland, der in Senkkasten-Bauweise unter Druckluftanwendung errichtet wurde. Der Entwurf stammte aus dem Brückenbauamt Berlin und wurde von der Firma Grün & Bilfinger AG, Mannheim in etwa 16-monatiger Bauzeit für rund eine Million Reichsmark errichtet und am 26. Mai 1927 (Christi Himmelfahrt) der Öffentlichkeit übergeben. Seine Bezeichnung war ursprünglich Fußgängertunnel in Friedrichshagen.[1] Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der südliche Tunnelausgang durch eine Bombe beschädigt. Nach Kriegsende wurde er mit einer vereinfachten Überdachung repariert.[2]

Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Überschüttung des Tunnels beträgt zirka 1,5 Meter. Die ausgebaggerte Müggelspree weist eine Tiefe von etwa 2,5 Meter auf. Das Ufergelände bildet eine Erhebung bis zu 1,5 Meter über den Wasserspiegel. Der Höhenunterschied zwischen Tunnelsohle und Wasserspiegel misst 8,4 Meter. Die Oberkante der Tunnelkonstruktion liegt rund 4 Meter unter dem Wasserspiegel und kann damit problemlos von Schiffen überfahren werden.

Weitere Daten
Gesamtlänge 120,00 m
Tunnelschlauch 80,10 m
Treppenbauten, nördlich 19,80 m
südlich 20,10 m
Querschnitt lichte Weite 5,00 m
Höhe 2,50 m
Wandstärke 0,45 m

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Reinhard Roggisch (Hrsg.): Der Fußgängertunnel unter der Spree am Müggelmünd in Friedrichshagen (Einiges zu seiner Entstehung 1925–1927). Aus Interesse recherchiert, zusammengestellt und aufbereitet. Berlin-Friedrichshagen 1996
  • Heinrich La Baume: Der Bau des Fußgängertunnels unter der Spree in Berlin-Friedrichshagen. In: Die Bautechnik. 6. Jahrgang, Heft 1 (6. Januar 1928), Heft 3 (20. Januar 1928) und Heft 5 (3. Februar 1928), S. 4–7, 41–43 und 63–66

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Spreetunnel Friedrichshagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fußgängertunnel in Friedrichshagen. In: Berliner Adreßbuch, 1943, Teil 4, S. 2119.
  2. Historisches mit vielen Details, einer Schnittzeichnung und anderes. friedrichshagen.net, abgerufen am 20. November 2012