Bezirk Treptow-Köpenick

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Treptow-Köpenick ist der neunte Verwaltungsbezirk von Berlin[1]. Am 31. Dezember 2020 hatte er 273.689 Einwohner. Das im Südosten der Stadt gelegene Gebiet ist der flächengrößte Berliner Bezirk und wird landschaftlich durch seine ausgedehnten Waldgebiete und Wasserflächen geprägt. Berlins größter See, der Müggelsee, liegt in der Gegend.

Der Bezirk entstand nach der Verwaltungsreform 2001 durch die Zusammenlegung der zuvor eigenständigen Bezirke Treptow und Köpenick.

Der Bezirk weist eine günstige Sozialstruktur auf.[2] Der Arbeitsmarkt ist durch eine überdurchschnittliche Beschäftigungsquote geprägt. Internationale Bedeutung hat der Wirtschaftsstandort durch sein Innovations- und Technologiezentrum in Adlershof.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk Treptow-Köpenick liegt im Südosten von Berlin. Es ist der östlichste und zugleich südlichste Bezirk der Stadt. Der östlichste Ortsteil ist Berlin-Rahnsdorf, der südlichste Berlin-Schmöckwitz. Treptow-Köpenick grenzt im Norden an die Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Im Westen grenzt es an Neukölln. Im Süden und Osten teilt sich der Bezirk eine Grenze mit dem Bundesland Brandenburg.

Gewässer und Wälder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Etwa 70 % des Areals bestehen aus Wasser wie dem Müggelsee und dem Zeuthener See, Wald, Parks, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten. Der Bezirk verfügt mit 12,9 % über die größte Wasserfläche und mit 41,5 % über die größte Waldfläche aller Berliner Bezirke. 36,4 % der gesamten Wasserfläche und 42,9 % der totalen Waldfläche Berlins entfallen auf diesen Bezirk.[3]

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit einer Fläche von 34,92 km² ist der Ortsteil Köpenick der größte Berlins.

Die Treptowers markieren die Bezirksgrenze zu Friedrichshain-Kreuzberg
Das Badeschiff in Alt-Treptow
Forschungsinstitut in Adlershof
Die Weiße Villa in Friedrichshagen
Saal im Funkhaus Berlin in Oberschöneweide
Zeuthener See in Schmöckwitz
Ortsteil und Ortslagen Fläche (km²) Ein­wohner[4]
31. Dezember 2020
Ein­wohner
pro km²
Lage
0901 Alt-Treptow 2,31 13.167 5.700
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0902 Plänterwald 3,01 11.299 3.754
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0903 Baumschulenweg 4,82 18.894 3.920
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0904 Johannisthal 6,54 19.960 3.052
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0905 Niederschöneweide
  • Oberspree
3,49 13.004 3.726
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0906 Altglienicke
  • Falkenberg
7,89 29.595 3.751
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0907 Adlershof
  • Wendenheide
6,11 20.210 3.308
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0908 Bohnsdorf
  • Falkenhorst
  • Falkenberg
6,52 11.859 1.819
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0909 Oberschöneweide 6,18 23.638 3.825
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0910 Köpenick 34,92 67.148 1.923
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0911 Friedrichshagen 14,02 19.009 1.356
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0912 Rahnsdorf
  • Hessenwinkel
  • Wilhelmshagen
21,45 9.856 459
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0913 Grünau 9,13 7.217 790
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0914 Müggelheim
  • Ludwigshöhe
  • Siedlung Schönhorst
22,22 6.867 309
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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0915 Schmöckwitz 17,14 4.442 259
Alt-TreptowPlänterwaldBaumschulenwegOberschöneweideNiederschöneweideJohannisthalAltglienickeBohnsdorfGrünauSchmöckwitzFriedrichshagenMüggelheimRahnsdorfKöpenickAdlershofBrandenburgBerlinOrtsteile des Bezirks Treptow-Köpenick
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Von der Bezirksverwaltung wird auch eine Einteilung nach Bezirksregionen gewählt und hat jeweils Kurzprofile bereitgestellt.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits zur Zeit der Slawen, die der Stadt mit Copnic (Inselort) den Namen gaben, entstanden am Zusammenfluss von Dahme und Spree Burgen und Siedlungen. Im Jahr 1209 findet sich die erste Erwähnung in Dokumenten unter dem Namen Copenic. Als Hauptburg und Hauptansiedlung des slawischen Stammes der Sprewanen unter ihrem Fürsten Jaxa von Köpenick (* vor 1125; † Februar 1176[6]) wurde es zum Besiedlungszentrum des Köpenicker Raums.

1920–2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Bildung Groß-Berlins entstand im Grunde nördlich der Spree der Verwaltungsbezirk Cöpenick aus den Orten: Bohnsdorf, Carolinenhof, Cöpenick, Friedrichshagen, Grünau, Hessenwinkel, Hirschgarten, Müggelheim, Rahnsdorf, Rauchfangswerder, Schmöckwitz, Wilhelmshagen.[7] Vorrangig südlich der Spree wurde der Verwaltungsbezirk Treptow aus Adlershof, Alt-Glienicke, Johannisthal, Niederschöneweide, Oberschöneweide, Treptow, Wuhlheide gebildet.[8] Die Ortslagen und Ortsteile von 1920 wurden, insbesondere 1938, umgeordnet.

In der Nachkriegszeit gehörte das Gebiet der Bezirke Treptow und Köpenick bis zur deutschen Wiedervereinigung zu Ost-Berlin.

Seit 2001[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bis zur Verwaltungsreform 2001 eigenständigen Bezirke Treptow und Köpenick wurden vereint. Sie nehmen seitdem fast 19 % der gesamten Stadtfläche Berlins von rund 892 km²[9] ein. Damit ist Treptow-Köpenick der flächenmäßig größte Berliner Bezirk.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezirksamt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mitglieder des Bezirksamts sind (Stand: 2020):[10]

  • Oliver Igel (SPD), Bezirksbürgermeister
  • Gernot Klemm (Die Linke), Bezirksstadtrat, stellvertretender Bezirksbürgermeister
  • Rainer Hölmer (SPD), Bezirksstadtrat
  • Bernd Geschanowski (AfD), Bezirksstadtrat
  • Cornelia Flader (CDU), Bezirksstadträtin

Von 2001 bis 2006 war Klaus Ulbricht (SPD) der erste gewählte Bezirksbürgermeister. Auf ihn folgte von 2006 bis 2011 Gabriele Schöttler (SPD).

Der Bezirk Treptow-Köpenick ist auf Landesebene im Rat der Bürgermeister vertreten.[11]

Bezirksverordnetenversammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung 2016[12]
Wahlbeteiligung: 66,3 %
 %
30
20
10
0
24,9 %
22,7 %
20,1 %
12,5 %
9,4 %
3,6 %
2,1 %
1,2 %
3,5 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011
 %p
 25
 20
 15
 10
   5
   0
  -5
-10
−4,8 %p
−1,1 %p
+20,1 %p
−2,8 %p
−1,5 %p
+2,4 %p
−7,1 %p
−3,3 %p
−1,9 %p

Die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung (BVV) von Treptow-Köpenick am 18. September 2016 führte zu folgender Sitzverteilung:[13]

Partei Sitze
SPD 15
Die Linke 14
AfD 12
CDU 07
Bündnis 90/Die Grünen 05
FDP 02
Insgesamt 55

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bezirk pflegt Beziehungen zu Städten und Kommunen in Deutschland, Europa und auf dem amerikanischen Kontinent. Einige der Partnerschaften pflegten bereits die früheren Einzelbezirke Treptow und Köpenick und werden vom fusionierten Bezirk Treptow-Köpenick fortgesetzt. Neben den offiziellen Partnerstädten und -kommunen kooperiert der Bezirk im Rahmen ganz konkreter Projekte mit weiteren europäischen Städten.[14]

DeutschlandDeutschland Köln, Deutschland, seit 1990
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten East Norriton Township, Vereinigte Staaten, seit 1991
PolenPolen Mokotów (Bezirk in Warschau), Polen, seit 1993
DeutschlandDeutschland Odernheim am Glan, Deutschland, seit 1997
ItalienItalien Albinea, Italien, seit 1997/1998
PeruPeru Cajamarca, Peru, seit 1998
OsterreichÖsterreich Mürzzuschlag, Österreich, seit 2002
TschechienTschechien Olmütz, Tschechien, seit 2002
SerbienSerbien Subotica, Serbien, seit 2002
SlowenienSlowenien Izola, Slowenien, seit 2002
UngarnUngarn Veszprém, Ungarn, seit 2002
TurkeiTürkei Tepebaşı (Bezirk in Eskişehir), Türkei, seit 2017

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Wappen wurde am 21. September 2004 durch den Senat von Berlin verliehen und ist aus den vorherigen Wappen der Ortsteile Treptow und Köpenick hervorgegangen und führte die verschiedenen stilistischen Elemente zusammen.

Coat of arms of borough Treptow-Koepenick.svg

Blasonierung: In Blau ein grünes Taukreuz mit getatzten Enden, versehen mit einem goldenen Stabbord, begleitet von zwei nach innen gewendeten aufrecht stehenden silbernen Fischen. Das Taukreuz belegt mit einem goldenen Schlüssel mit linksgewendetem Bart und 7 vierstrahligen Sternen (4:2:1). Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.[15]

Wappenbegründung: Das Wappen des Bezirks Treptow-Köpenick wurde aus den Elementen der vorher bestehenden Wappen der Bezirke Treptow und Köpenick erstellt. Das Wappen Köpenicks übte hierbei einen größeren Einfluss aus, da es deutlich älter ist als das Wappen Treptows. Das Wappen der Stadt Köpenick ist bereits im 14. Jahrhundert belegt und zeigte schon in jener Zeit einen Schlüssel und zwei silberne Fische auf blauem Schild als Verweis auf den hl. Petrus den Schutzpatron der Fischer, sowie sieben Sterne. Auf den Bezirk Treptow verweist eine T-förmige Schildteilung mit grüner Tingierung, der die vorherrschende Farbe des Treptower Wappens und deren Darstellung von Bäumen aufgreift und dabei auf den Waldreichtum hinweist. Bei der Gründung des Bezirks im Rahmen der Bezirksreform 2001 wurden zuerst beide alten Wappen der verheirateten Bezirke gemeinsam hoheitlich geführt – im Rahmen der Wappenfindung wurde drei Jahre später der Entwurf des Heraldikers Frank Diemar als einheitliches Wappen angenommen. Die Mauerkrone ist das verbindende Element aller Berliner Bezirke.

Innere Sicherheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dienststab der Bundespolizeidirektion Berlin hat seinen Sitz in Niederschöneweide. Er ist für die Bundesländer Berlin und Brandenburg zuständig und mit rund 3700 Mitarbeitern besetzt (Stand: 2017). Der Stab gliedert sich in die drei Bereiche Einsatz, Polizeitechnik / Materialmanagement und Verwaltung sowie in vier Stabsstellen (Innenrevision, Controlling / Qualitätsmanagement, Projektgruppe BER und Öffentlichkeitsarbeit / Beschwerdemanagement). Außerdem sind dem Stab zwölf Inspektionen nachgeordnet.[16]

Für den Bezirk sind die Abschnitte 65 (Treptow) und 66 (Köpenick) örtlich zuständig und nehmen sämtliche landespolizeilichen Aufgaben wahr.[17][18]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 2019 hatte Treptow-Köpenick 273.689 Einwohner. Bedingt durch den hohen Anteil von Wasser- und Waldflächen an der Gesamtfläche von 168,4 Quadratkilometern[19] lag am Stichtag die durchschnittliche Bevölkerungsdichte bei 1.625 Einwohnern pro Quadratkilometer und ist damit der niedrigste Wert aller Berliner Bezirke. Siehe hierzu auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins.

Die Einwohnerzahlen (Stand jeweils 31. Dezember) basieren, abweichend von der Bevölkerungsfortschreibung des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, auf Daten des Einwohnermelderegisters des Berliner Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten.[20]

Bevölkerungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgende Tabelle zeigt Angaben zur Struktur der Bevölkerung von Treptow-Köpenick am 31. Dezember 2019.[21]

Geschlecht Anzahl Anteil
männlich 134.178 49,0 %
weiblich 139.511 51,0 %
insgesamt 273.689 100 %
 
 
Altersgruppen
unter 20 047.152 17,2 %
20 bis unter 40 076.286 27,9 %
40 bis unter 60 075.009 27,4 %
ab 60 075.242 27,5 %
insgesamt 273.689 100 %
Herkunft Anzahl Anteil
Deutsche ohne Migrationshintergrund 227.938 83,3 %
Deutsche mit Migrationshintergrund 017.819 06,5 %
Ausländer 027.932 10,2 %
insgesamt 273.689 100 %
 
Wohnlagen
einfache Wohnlagen bzw. ohne Angabe 059.368 21,7 %
mittlere Wohnlagen 195.183 71,3 %
gute Wohnlagen 019.138 07,0 %
insgesamt 273.689 100 %
Religion Anzahl Anteil
evangelisch 026.291 09,6 %
römisch-katholisch 012.288 04,5 %
sonstige bzw. keine 235.110 85,9 %
insgesamt 273.689 100 %

Das Durchschnittsalter lag am 31. Dezember 2019 bei 44,5 Jahren (Berliner Durchschnitt 42,8 Jahre).[21]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Alt-Treptow steht im Treptowers-Gebäudekomplex das höchste Berliner Bürohaus mit 31 Etagen.

Wissenschaftsstandort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Wissenschaftsstadt in Adlershof

Der Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof, auch WISTA genannt, liegt im Ortsteil Adlershof und gilt mit rund 1000 Unternehmen (Stand: Ende 2016) und etwa 15.000 Mitarbeitern als einer der größten Technologieparks Deutschlands.[22][23] In den Studios des WISTA Geländes wird u. a. die Fernsehsendung Anne Will der ARD produziert. Seit 2019 werden hier Sendungen der Unterhaltungsshow Late Night Berlin aufgezeichnet.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Adlergestell, mit 11,9 Kilometern Berlins längste Straße

Individualverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Autobahnen A 113 und A 117 sowie die B 96a führen durch den Bezirk Treptow-Köpenick. Das Adlergestell (11,9 Kilometer) ist Berlins längste Straße.

Die geplante Radschnellverbindung Y-Trasse soll durch den Bezirk führen.

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die S-Bahn-Linien S3, S41, S42, S45, S46, S47, S8, S85 und S9 erschließen den Bezirk für den ÖPNV.

Schiffsverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Hafen Treptow ist Sitz des Schifffahrtsunternehmens Stern und Kreisschiffahrt. Hier beginnen Ausflugsfahren in die Berliner City und in die südöstlichen Ortsteile Berlins mit Anlegestellen in der Altstadt Köpenick, in Friedrichshagen und am Müggelsee.

Energieversorgung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Blockheizkraftwerk Berlin-Köpenick ist ein Blockheizkraftwerk nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung im Ortsteil Köpenick. Das Kraftwerk erbringt eine elektrische Leistung von 10 MW sowie eine thermische Leistung von 50 MW.

Telekommunikation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2019 ging im Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Adlershof eine der deutschlandweit ersten Antennen der 5G-Technik in Betrieb.[24] Die neue Anlage ermöglicht entsprechend ausgerüsteten Mobiltelefonen eine Download-Geschwindigkeit von rund 500 Megabit pro Sekunde.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gebäude der HTW

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein 1. FC Union Berlin wurde 1966 gegründet und spielt seit der Saison 2019/2020 in der Fußball-Bundesliga. Er hat über 37.000 eingetragene Mitglieder (Stand: 2021). Die Heimspiele des Klubs werden im Stadion An der Alten Försterei in Köpenick ausgetragen, dem größten reinen Fußballstadion in Berlin.

BMX-Rampen im Mellowpark

Die Regattastrecke Berlin-Grünau ist eine der traditionsreichen Wassersportgebiete in Berlin. Wettkämpfe im Rudern, Kanurennsport, Kanupolo und Drachenbootfahren werden hier ausgetragen. Die ADAC-Motorboot Masters, eine Rennserie für Motorboote, werden ebenfalls in Grünau abgehalten.

Der Mellowpark zählt zu den größten Skateboard- und BMX-Parks in Europa. Beachvolleyballfelder, ein Bolzplatz und Basketballplätze gehören auch zu dem Freizeitgelände des Parks.

Der Berlin-Triathlon, auch Hauptstadttriathlon genannt, findet jedes Jahr Anfang Juni in Treptow statt.[25]

Jochen Schümann, geboren in Köpenick, wurde der erfolgreichste deutsche Olympionike im Segelsport. Seine Laufbahn begann er mit einem selbstgebauten Optimisten auf dem Müggelsee und als Mitglied des Yachtclubs Berlin-Grünau. Er gewann drei Gold- und eine Silbermedaille bei vier Olympischen Spielen.[26]

Das Strandbad Müggelsee verfügt über mehr als 500 m Strand auf einer Landfläche von 211.000 m² und bietet eine Kapazität für 25.000 Badegäste.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Köpenick mit Kunstgewerbemuseum

Veranstaltungen, Kinos und Klubs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Streich des Hauptmanns von Köpenick ergab einen lokalen Begriff für diese Eulenspiegelei: die Köpenickiade. Das Zuckmayer-Bühnenstück Der Hauptmann von Köpenick wurde am historischen Ort im Saal des Köpenicker Rathauses gespielt. Es gab Aufführungen im Ratskeller und 2015 kam eine Musicalfassung im Rathaushof hinzu.[27] Für Filme wurde dieses Ereignis mehrfach gedreht, beispielsweise der Film aus dem Jahr 1956 in Regie von Helmut Käutner und mit Heinz Rühmann in der Titelrolle.[28] 1997 war das Rathaus selbst Drehort.[29]

Teile des Vampirfilms Wir sind die Nacht (2010) wurden auf dem ehemaligen Vergnügungsgelände Spreepark gedreht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Bezirk Treptow-Köpenick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Treptow-Köpenick – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nummerierung gemäß Bezirksschlüssel
  2. Handlungsorientierter Sozialstrukturatlas Berlin 2013. (PDF; 17 MB) Gesundheitsberichterstattung Berlin – Spezialbericht. Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales, S. 15, abgerufen am 28. Juli 2015.
  3. Treptow-Köpenick in Zahlen, Bezirksamt Treptow-Köpenick, abgerufen am 17. Januar 2020.
  4. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2020, Daten des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 11. Februar 2021 (PDF-Datei) (Hilfe dazu).
  5. Kurzprofile der Bezirksregionen von Treptow-Köpenick
  6. Michael Lindner: Jacza von Köpenick. 2012, S. 70.
  7. Verwaltungsbezirk Cöpenick. In: Berliner Adreßbuch, 1925, IV., S. 1835.
  8. Verwaltungsbezirk Treptow. In: Berliner Adreßbuch, 1925, IV., S. 1794.
  9. Fläche von Berlin am 31. Dezember 2012. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg
  10. Übersicht der Kollegiumsmitglieder des Bezirksamts
  11. Rat der Bürgermeister – abgerufen am 18. Mai 2019
  12. Die Landeswahlleiterin für Berlin, abgerufen am 20. September 2016
  13. Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung 2016
  14. Partnerstädte (Memento vom 26. Oktober 2012 im Internet Archive) auf den Seiten der Koordinatorin für Europa- und internationale Angelegenheiten des Bezirksamtes Treptow-Köpenick
  15. Hoheitszeichen von Berlin – Bezirkswappen
  16. Bundespolizeidirektion Berlin, abgerufen am 8. Juni 2017.
  17. Direktion 6 - Abschnitt 65. 13. Dezember 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017.
  18. Direktion 6 – Abschnitt 66. 13. Dezember 2017, abgerufen am 14. Dezember 2017.
  19. Fortgeschriebene Bevölkerungszahlen vom 31. Dezember 2019 des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg, abgerufen am 10. Juni 2020 ([1]) (Hilfe dazu).
  20. Melderechtlich registrierte Einwohner am Ort der Hauptwohnung nach Bezirken 1991 bis 2019
  21. a b Statistischer Bericht A I 5-hj 2/19. Einwohnerinnen und Einwohner im Land Berlin am 31. Dezember 2019. Grunddaten. Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Potsdam 2020.
  22. Daten & Fakten auf www.adlershof.de.
  23. Der Spiegel. Hamburg 2008, 02 (7.1.), S. 38. ISSN 0038-7452
  24. Adlershof: Vodafone aktiviert ersten 5G-Masten in Berlin, Berlin.de, abgerufen am 18. Januar 2020.
  25. Berlin Triathlon, abgerufen am 2. Juli 2017.
  26. Jochen Schümann. auf www.hall-of-fame-sport.de abgerufen am 13. November 2020.
  27. Köpenickiade an historischem Schauplatz. In: Berliner Morgenpost, 11. Mai 2015
  28. Filmplakate und Basisdaten des Films von 1956 aus dem Westdeutschen Tonfilmarchiv (Memento vom 26. Dezember 2007 im Internet Archive)
  29. Seit 15 Jahren lockt das Spektakel vor den Ratskeller in der Altstadt: stillgestanden! Im Gleichschritt marsch! In: Bild, 16. Mai 2015