St. Galler Tagblatt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
St. Galler Tagblatt
Logo
Beschreibung Tageszeitung der Ostschweiz in neun Regionalausgaben
Verlag CH Media
Erstausgabe 2. Januar 1839[1]
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage 111'130 (Vj. 115'979) Exemplare
(WEMF-Auflagebulletin 2018[2])
Verbreitete Auflage 114'497 (Vj. 119'452) Exemplare
(WEMF-Auflagebulletin 2018)
Reichweite 0,269 (Vj. 0,278) Mio. Leser
(WEMF Total Audience 2018-2[3])
Chefredaktor Pascal Hollenstein (Leiter Publizistik), Stefan Schmid[4]
Herausgeber CH Media
Weblink www.tagblatt.ch

Das St. Galler Tagblatt ist eine Schweizer Regionalzeitung. Sie erscheint von Montag bis Samstag unter diesem Titel für die Städte St. Gallen, Gossau sowie Rorschach und Umgebung und im Kopfblattsystem unter sieben weiteren Titeln für die übrigen Regionen der Ostschweiz. Die Sonntagsausgabe, Ostschweiz am Sonntag, erschien seit März 2013, von November 2017 bis Juni 2019 nur noch digital und wurde dann eingestellt.

Das St. Galler Tagblatt wird seit dem 1. Oktober 2018[5] von CH Media, einem Joint Venture der NZZ-Mediengruppe und der AZ Medien, herausgegeben.[6] Zuvor gehörte sie der NZZ-Mediengruppe.

Das St. Galler Tagblatt ist die freisinnige Zeitung der Ostschweiz. Der frühere Chefredaktor Philipp Landmark bezeichnete sie als Zeitung mit einem «bürgerlich-liberalen Background».[7] Umgangssprachlich wird die Zeitung in der Ostschweiz oft nur als Tagblatt bezeichnet.

Ausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das St. Galler Tagblatt ist mit einer WEMF-beglaubigten Auflage von 111'130 (Vj. 115'979) verkauften bzw. 114'497 (Vj. 119'452) verbreiteten Exemplaren[2] und einer Reichweite von 269'000 (Vj. 278'000) Lesern[2] die meistgelesene Tageszeitung der Ostschweiz.

Jeweils donnerstags erscheint seit August 2017 eine Grossauflage der Regionalausgaben unter dem Titel A Die Wochenzeitung (Thurgau, Toggenburg, Werdenberg, Wil, Appenzellerland, Regionen St. Gallen/Gossau/Rorschach) sowie als Grossauflage Liechtensteiner Vaterland und Der Rheintaler Weekend mit einer Gesamtauflage von 260'127 verbreiteten Exemplaren.[8] Zusätzlich zur Verteilung an die Abonnenten wird das A auch in die Briefkästen der Nichtabonnenten aus der jeweiligen Region verteilt.[9]

Wie alle gedruckten Tageszeitungen muss das Hauptblatt des Mantels, das St. Galler Tagblatt, seit einigen Jahren eine stark sinkende Auflage hinnehmen. Seine verkaufte Auflage fiel seit 2008 um 25'227 von 52'670 auf 27'443 Exemplare, das sind 47,9 %. Die verkaufte Auflage der Gesamtausgabe hingegen stieg von 2008 bis 2014 dank Neuzugängen (2011 Thurgauer Zeitung, 2014 Liechtensteiner Vaterland, Rheintalische Volkszeitung, Werdenberger & Obertoggenburger) von 91'808 auf 125'042 Exemplare, bevor sie bis 2018 auf 111'130 Exemplare sank.

Hauptblatt St. Galler Tagblatt
Gesamtausgabe
Entwicklung der verkauften Auflage nach WEMF-Auflagebulletins. 2011 entfiel im Hauptblatt die Ausgabe für den Kanton Thurgau und kam in der Gesamtausgabe die Thurgauer Zeitung dazu (s. Details 2008[10] und 2018[2])

Teilung (Bünde)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeitung enthält drei Zeitungsbünde. Die ersten zwei Bünde bleiben in allen Ausgaben gleich. Danach folgt der Lokalteil der acht Regionalausgaben. Der Lokalteil für die Region St. Galler Rheintal wird von der Redaktion der eigenständigen Galledia Group AG AG mit Sitz in Berneck hergestellt. Die nach wie vor eigenständige Tageszeitung Der Rheintaler erscheint mit dem vom Tagblatt zugekauften überregionalen Teil (1. und 2. Bund). Sie hat eine Auflage von 8'795 verkauften/verbreiteten Exemplaren.[2]

  • 1. Bund : Front, Thema, Inland, Ausland, Schauplatz, Wirtschaft, Börse, Sport
  • 2. Bund : Focus, Programme, Wetter & Service, Ostschweiz, Kino, Schauplatz
  • 3. Bund : Lokalteil mit lokaler und regionaler Berichterstattung

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Galler Tagblatt 1939

Das St. Galler Tagblatt erscheint seit 1839. Der Titel lautete in den ersten beiden Jahrgängen Tagblatt der Stadt St. Gallen und der Cantone St. Gallen und Appenzell und von 1841 bis 1909 Tagblatt der Stadt St. Gallen und der Kantone St. Gallen, Appenzell und Thurgau. Anfänglich war es ein Anzeige- und Nachrichtenblatt im Kleinformat und entwickelte sich mit der Zeit zum freisinnigen Meinungsblatt, blieb aber parteiunabhängig. 1885 bis 1969 erschien es zweimal täglich, als Morgen- und Abendblatt. In den 1960er und 70er Jahren übernahm das St. Galler Tagblatt eine ganze Reihe ehemals selbständiger Zeitungen und wurde zur auflagenstärksten Tageszeitung der Ostschweiz.[11]

1991 übernahm die NZZ über ihre Tochtergesellschaft FPH Freie Presse Holding AG 93 % der Zollikofer AG, Verlag des St. Galler Tagblatts, 7 % verblieben bei verschiedenen Aktionären. Als regionale Konkurrenzzeitung erschien Die Ostschweiz über ein Jahrhundert lang ebenfalls am Standort St. Gallen. Ende 1997 stellte Die Ostschweiz ihr Erscheinen ein und ging mit den noch 20'000 Abonnenten an das St. Galler Tagblatt über.[12] Ende 1998 wurde die Zollikofer AG in St. Galler Tagblatt AG und 2015 in Tagblatt Medien Holding AG umbenannt.

1860 belief sich die Auflage auf ca. 4000 Exemplare, 1989 auf ca. 70'000, 2009 auf 99'000 (mit sieben Regionalausgaben).

Von 1989 bis 1995 war das St. Galler Tagblatt Trägerin der St. Galler Schule für Journalismus. Seit 1998 belieferte das Tagblatt den Mantelteil für den Volksfreund aus Flawil und die Wiler Zeitung der Buchdruckerei Flawil. 2014 übernahm die NZZ-Mediengruppe die Verlagsrechte der Wiler Zeitung.[13]

Seit März 2013 erschien die Ostschweiz am Sonntag als siebte Print-Ausgabe des St. Galler Tagblatts. Von November 2017 bis Juni 2019 erschien sie nur noch digital,[14] Danach wurde sie zusammen mit der Zentralschweiz am Sonntag nach der letzten Ausgabe vom 30. Juni 2019 eingestellt. Sie setzte in ihrer Berichterstattung den Fokus auf regionale Themen.

Im Frühling 2016 übernahm Pascal Hollenstein, bisher stellvertretender Chefredaktor der NZZ am Sonntag, als Leiter Publizistik der NZZ-Regionalmedien die Verantwortung für die überregionalen Teile des St. Galler Tagblatts.[15] Der seit 2009 amtierende Chefredaktor Philipp Landmark trat im Zuge dieser Neuorganisation zurück, steht der Zeitung aber weiterhin für verschiedene publizistische Projekte zur Verfügung.[16] Zum neuen Chefredaktor ab August 2016 wurde Stefan Schmid ernannt, zuvor Chef der Inlandredaktion des Zeitungsverbunds az Nordwestschweiz der AZ Medien.[17] Er ist nur noch für die regionalen Bereiche zuständig.

2018 brachte die NZZ-Mediengruppe das St. Galler Tagblatt zusammen mit der Luzerner Zeitung in das mit den AZ Medien gegründete Joint Venture CH Media ein, das beiden Gruppen zu gleichen Teilen gehört. Als Vorbereitung dazu wurden die Holdinggesellschaften der beiden Zeitungen, Tagblatt Medien Holding AG und LZ Medien Holding AG, zur RMH Regionalmedien AG fusioniert.[18] Das Joint Venture umfasst unter anderem die Regionalzeitungen und die Radio- und TV-Stationen beider Unternehmen. Die Betriebsaufnahme erfolgte am 1. Oktober 2018.[19]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Firmenchronik (Memento des Originals vom 24. April 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tagblattmedien.ch
  2. a b c d e WEMF-Auflagebulletin 2018, S. 25 (PDF; 796 kB).
  3. WEMF Total Audience 2018-2 (Memento des Originals vom 15. Oktober 2018 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/wemf.ch, S. 10 (PDF; 609 kB).
  4. Stefan Schmid wird neuer Chefredaktor des «St. Galler Tagblatts». In: Neue Zürcher Zeitung. 18. April 2016.
  5. Neues Medienunternehmen ist gestartet. In: persoenlich.com. 1. Oktober 2018.
  6. Unsere Marken. CH Media.
  7. Philipp Landmark: Unsere Zeitung wertet unabhängig. In: Tagblatt Online. 10. Januar 2012.
  8. WEMF-Auflagebulletin 2018, S. 3 (PDF; 796 kB).
  9. A Die Ostschweizer Wochenzeitung. NZZ Media Solutions.
  10. WEMF-Auflagenbulletin 2008 (Memento vom 21. Mai 2009 im Internet Archive), S. 14.
  11. Geschichte der Tagblatt Medien. NZZ-Regionalmedien.
  12. Ernst Bollinger: Die Ostschweiz (Zeitung). In: Historisches Lexikon der Schweiz. 9. November 2009, abgerufen am 5. Juni 2019.
  13. Hans Suter: Wiler Zeitung wird Teil der NZZ-Gruppe. In: St. Galler Tagblatt. 23. Dezember 2013.
  14. Printausgabe der «Ostschweiz am Sonntag» wird eingestellt. In: persoenlich.com. 19. September 2017.
  15. NZZ-Regionalmedien. Pascal Hollenstein wird Leiter Publizistik. In: persoenlich.com. 17. Februar 2016.
  16. Pascal Hollenstein wird Leiter Publizistik der Regionalmedien. In: Neue Zürcher Zeitung. 17. Februar 2016 (Pressemitteilung der NZZ-Mediengruppe).
  17. Pascal Hollenstein: Das Tagblatt bleibt in Ostschweizer Hand. In: St. Galler Tagblatt. 18. April 2016.
  18. Rainer Rickenbach: Aktionäre stimmen Fusion zu. In: Luzerner Zeitung. 14. Mai 2018.
  19. Neues Medienunternehmen ist gestartet. In: persoenlich.com. 1. Oktober 2018.